06. Oktober 2016 | 07:01 Uhr

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Schwerer Wirbelsturm

Hurrikan "Matthew" steuert auf Florida zu

Hurrikan zerstörte Straßen, Häuser und Brücken - mindestens 26 Tote.

Nach schweren Schäden und mindestens 26 Toten durch den Hurrikan "Matthew" in der Karibik bereiten sich Millionen Menschen im Südosten der USA auf den Wirbelsturm vor. Mit Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern pro Stunde war der Sturm über Haiti, die Dominikanische Republik und Kuba hinweggefegt. Vor allem im Süden Haitis hatte er große Schäden angerichtet und mindestens 22 Menschen getötet.

Mindestens acht Menschen wurden nach Behördenangaben von umstürzenden Bäumen erschlagen, sechs wurden von den durch Regenfälle angeschwollenen Flüssen mitgerissen. Das Land verschob wegen der Katastrophe seine Präsidentenwahl.

In den USA wurden 1,5 Millionen Menschen aufgefordert, die südöstlichen Küstengebiete zu verlassen. Floridas Gouverneur Rick Scott warnte die Bevölkerung: Man müsse sich darauf vorbereiten, direkt von dem Sturm getroffen zu werden. Das könne katastrophal werden.

 In den US-Bundesstaaten Florida und South Carolina sowie Teilen von Georgia und North Carolina verhängten die Behörden den Notstand. US-Präsident Barack Obama rief die Bewohner der Südostküste des Landes zu besonderer Vorsicht auf. "Das ist ein schwerer Sturm", sagte er am Mittwoch im Hauptquartier der Katastrophenschutzbehörde FEMA in Washington. Es könne sein, dass der Hurrikan auf dem Weg nach Florida an Stärke zunehme.

Floridas Gouverneur Rick Scott rief die Bewohner dazu auf, sich mit Lebensmitteln für drei Tage einzudecken. Die Fluggesellschaft American Airlines strich alle Flüge von Airports im Süden des Bundesstaates, wie Miami und Fort Lauderdale.

Prognose der Zugbahn von "Matthew"
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Grafik: NOAA / NHC

Bahamas getroffen

Am Mittwochabend hat der Sturm die Bahamas getroffen. Mit Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometern pro Stunde zog er am Mittwochabend (Ortszeit) über die Inselgruppe in der nördlichen Karibik hinweg. Der Katastrophenschutz rief die Bewohner der Küstenregionen dazu auf, sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen.

Auf Cat Island wurde der Strom vorsorglich abgeschaltet, wie das Nachrichtenportal "Tribune" berichtete. Berichte über schwere Zerstörungen gab es zunächst nicht. "Wir müssen noch prüfen, ob es erwähnenswerte Schäden an der Infrastruktur. gab, aber ich glaube, ich kann sagen: Long Island wurde verschont", sagte die Verwalterin der Insel, Terrece Bootle-Bethel.

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Schwere Schäden in Haiti

In Haiti hatte "Matthew" schwere Schäden verursacht. Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden Tausende Häuser zerstört. "Im Süden der Insel wurden wichtige Gebäude wie Kirchen, Kliniken und Gesundheitsstationen beschädigt. Millionen Menschen in Haiti sind von diesem gewaltigen Sturm betroffen", sagte der Landesdirektor der Hilfsorganisation World Vision, John Hasse, am Mittwoch.

Auch Teile der Hauptstadt Port-au-Prince wurden überflutet. Im Slum Cite Soleil seien die Abwasserkanäle übergelaufen und viele behelfsmäßige Hütten weggespült worden, berichtete der Leiter der Malteser in der Region, Ravi Tripptrap. Caterina Becorpi vom Deutschen Roten Kreuz in Haiti sagte: "Zwischen Port-au-Prince und den Departments im Süden stürzte die wichtigste Brücke ein, zahlreiche Häuser und Felder wurden zerstört."

Die Wahlbehörde sagte die für Sonntag geplante Präsidentenwahl wegen der Folgen von "Matthew" ab. Ein neuer Termin soll in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Damit ist vorerst kein Ende der seit Monaten andauernden politischen Krise in dem völlig verarmten Karibikstaat in Sicht.