20. September 2017 | 08:52 Uhr

Hurrikan Maria © Reuters

Puerto Rico rüstet sich

Hurrikan "Maria" fordert erste Todesopfer

Nach "Irma" zieht der nächste Monster-Sturm durch die Karibik. 

Hurrikan "Maria" hat auf der Karibikinsel Dominica schwere Verwüstungen angerichtet und im französischen Überseegebiet Guadeloupe mindestens einem Menschen das Leben gekostet. Auf Dominica knickten Bäume um, Häuser wurden beschädigt und Straßen überflutet.
 
"Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen und ersetzen kann", schrieb Premierminister Roosevelt Skerrit am Dienstag auf Facebook und sprach von "großflächiger Zerstörung". Er fürchte, dass Menschen bei Erdrutschen ernsthaft verletzt oder getötet wurden.
 
Zwei Tote in Guadeloupe
Beim Durchzug des Tropensturms "Maria" sind im französischen Überseegebiet Guadeloupe mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen würden nach einem Schiffbruch immer noch vermisst, berichteten der Sender Franceinfo und andere französische Medien am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf die örtliche Präfektur.
 
Ein Opfer sei am Dienstag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, hieß es. Eine andere Person sei an der Küste gestürzt. Auf Bildern aus Guadeloupe waren zahlreiche umgeknickte Bäume zu sehen. 80.000 Haushalte waren laut Präfektur zunächst ohne Strom.

Monster-Hurrikan schwächt nicht ab 
 
"Maria" zieht unterdessen weiter in Richtung Puerto Rico. Der Sturm werde in den nächsten Tagen ein extrem gefährlicher Hurrikan der Kategorie 5 oder 4 bleiben, prognostizierten die Meteorologen. Puerto Rico rüstete sich bereits: Die Regierung richtete 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel ein. Gouverneur Ricardo Rossello rief die Menschen in Risikogebieten auf, sich in Sicherheit zu bringen. Der Flughafen der Hauptstadt San Juan sollte geschlossen werden.
Nach seinem Zug über Dominica hatte sich "Maria" zunächst abgeschwächt und war auf die zweithöchste Kategorie 4 herabgestuft worden. Kurz darauf stufte das US-Hurrikan-Zentrum den Tropensturm wieder in die höchste Kategorie 5 ein. "Maria" bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest. Der Sturm werde in den nächsten Tagen ein extrem gefährlicher Hurrikan der Kategorie 5 oder 4 bleiben, prognostizierten die Meteorologen.
 
Erst kürzlich war Hurrikan "Irma" durch die Karibik gezogen und hatte unter anderem auf Barbuda sowie im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen angerichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben. In vielen Gebieten dauern die Aufräumarbeiten noch an, während sich die Menschen nun für den nächsten Sturm wappnen müssen.
 
Menschen leiden noch unter Folgen von "Irma"
 
Auf den Britischen Jungferninseln sind seit dem Durchzug von Hurrikan "Irma" die meisten Menschen ohne Strom und fließendes Wasser. Fast 80 Prozent der Häuser seien beschädigt, sagte Premierminister Orlando Smith der Zeitung "El Nuevo Dia". Es könne bis zu drei Monate dauern, bis alle Bewohner wieder über Elektrizität und Wasser verfügten.
 
Eine Hurrikanwarnung galt auch für Guadeloupe, St. Kitts und Nevis sowie Montserrat.
 
Auf Dominica bekam Regierungschef Skerrit persönlich die Kraft der Naturgewalt zu spüren: "Mein Dach ist weg. Ich bin der Gnade des Hurrikans ausgeliefert. Mein Haus wird überschwemmt", schrieb er auf Facebook. Kurz darauf wurde der Regierungschef in Sicherheit gebracht: "Ich bin gerettet worden", schrieb er.
 
Starke Böen und kräftige Regenschauer waren zuvor über Martinique hinweggefegt, als "Maria" am Montagabend die Karibikinsel passierte, wie der Radiosender RCI berichtete. Bäume wurden entwurzelt und hohe Wellen trafen auf die Küste. Behördenvertreter berichteten am Dienstag aber von vergleichsweise geringen Schäden. Zwei Menschen seien leicht verletzt worden, in 25 000 Haushalten gebe es keinen Strom, und zwei Gemeinden seien ohne Trinkwasser, sagte der Leiter der französischen Zivilsicherheit, Jacques Witkowski.
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