29. Juli 2018 | 14:25 Uhr

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Attacke auf Spitzbergen

Eisbär attackiert Crew-Mitglied von Kreuzfahrtschiff

Mann ist Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "MS Bremen". 

Ein Eisbär hat auf Spitzbergen ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "Bremen" angegriffen. Das Tier habe den Eisbärenwächter des Schiffes am Kopf verletzt, teilte der Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit. Der Mann sei ansprechbar und außer Lebensgefahr. "Er bleibt aber zur Beobachtung im Krankenhaus in Tromso", sagte Veranstaltersprecherin Negar Etminan am Sonntag in Hamburg.

Das Schiff habe seine Reise am Samstagabend fortgesetzt. Der Mann war nach Angaben von Hapag-Lloyd Cruises am Samstag mit anderen Wächtern - aber ohne Touristen - an Land gegangen. Zuvor hatte ein Sprecher des Rettungsdienstes von Nordnorwegen gesagt, zu der Attacke sei es gekommen, als eine Gruppe von Touristen in einem kleinen Boot auf einer Insel anlandete. Spitzbergen ist eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe.

Verletzter im Krankenhaus

Ole Jakob Malmo von der Polizei in Svalbard sagte, ein Hubschrauber habe den Verletzten ins Krankenhaus von Longyearbyen, den Hauptort der arktischen Inselgruppe, geflogen. Am Samstagabend sei er dann ins Krankenhaus nach Tromso gebracht worden, berichtete Sprecherin Etminan. Andere Wächter hätten den Eisbären "aus Gründen der Notwehr" erschossen. "Weitere Crewmitglieder und Passagiere sind vom Vorfall nicht betroffen."

Der Polizeibeamte Malmo sagte, der Vorfall im nördlichsten Teil des Svalbard-Archipels werde untersucht. Der erschossene Bär solle in Longyearbyen obduziert werden. Die Behörden der Region warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgeht. Im Jahr 2015 verletzte ein Polarbär einen Tschechen, der dort eine totale Sonnenfinsternis beobachten wollte. Die letzte tödliche Attacke eines Eisbären geschah 2011, als ein britischer Student ums Leben kam.

Speziell ausgebildete Eisbärenwächter

Die jeweils vier bis fünf Eisbärenwächter an Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises sollen dafür sorgen, dass Passagiere gefahrlos an Land gehen könnten, sagte Etminan. Sie seien speziell ausgebildet und bewaffnet. Der Vorfall vom Samstag sei geschehen, als die Wächter eine Landstation zur Absicherung eines Landgangs einrichten wollten. Die Passagiere würden Eisbären aber nicht von Land sondern von Bord des Schiffes beobachten.

Der Kreuzfahrtveranstalter Hapag-Lloyd Cruises wirbt für die Reisen nach Longyearbyen mit dem Versprechen, die Passagiere könnten dort "Arktis pur" erleben. "Wo Eisbären die Wildnis regieren", heißt es auf der Webseite, "bestimmt die Natur den Verlauf ereignisreicher Tage". Eine zehntägige Reise mit der "Bremen", die 160 Passagiere mitnehmen kann, kostet mindestens 5.810 Euro.

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