06. September 2023 | 07:07 Uhr

Flut Griechenland © APA/AFP/EUROKINISSI

Enorme Wassermassen

Dramatische Flutkatastrophe in Griechenland

Ein Sturmtief hat Mittelgriechenland unter Wasser gesetzt. Wo es neulich noch brannte, verwandeln sich nun Bäche in reißende Flüsse. 

 Menschen müssen mit Schlauchbooten gerettet werden, es gibt bereits einen Toten. Die Wassermassen, die das Sturmtief "Daniel" seit Montagabend über Mittelgriechenland ausschüttet, übertreffen alle Vorhersagen. Autos wurden von den Fluten einfach weggetragen, wie zahlreiche Videos in sozialen Netzwerken und griechischen Medien zeigten.Menschen werden mit Schlauchbooten aus ihren Häusern gerettet, etwa in der Hafenstadt Volos, wo das Wasser am Dienstag zum Teil hüfthoch vorbeifloss. Und es soll weiterhin stark regnen, mindestens bis Donnerstag.

 

  

 

Ein Mann kam ums Leben, als das Wasser eine Mauer zum Einsturz brachte, ein Mensch wird nach Angaben der Feuerwehr noch vermisst. Die Schäden sind schon jetzt enorm, die Wassermengen sind es auch - und es regnet weiter.

Flut Griechenland © APA/AFP/EUROKINISSI

Enorme Wassermassen

Bis Donnerstag könnten in Mittelgriechenland örtlich von 500 bis zu 1.500 Liter Regen je Quadratmeter fallen. "Das entspricht grob überschlagen der Jahresniederschlagssumme Deutschlands", hieß es beim Deutschen Wetterdienst. Die vorhergesagte Dauer ähnele der Situation bei Tief "Bernd", das im Juli 2021 zum Ahrtal-Hochwasser führte - wobei die Niederschlagsmenge in Griechenland jene des Ahrtals bis zum Sechsfachen übersteigen könne. Die erwarteten Regenfälle seien so stark, dass die Wettervorhersagemodelle Probleme bei der Prognose hätte. Zumal der Regen mit schweren Gewittern einherging, die ohnehin schwieriger zu prognostizieren seien.

Und es gewitterte reichlich in der Nacht auf Dienstag: Allein in den Städten Larisa und Volos wurden laut Feuerwehr binnen zwei Stunden 12.000 Blitze gezählt. Auf der Insel Korfu fiel der Strom aus und es gab Probleme beim Betrieb des dortigen Flughafens. Auf den Sporadeninseln Skiathos, Skopelos und Alonnisos blitzte und donnerte es zeitweise im Sekundentakt, es kam zu Erdrutschen. In der Region Elis im Westen der Halbinsel Peloponnes vernichtete Hagel Teile der anstehenden Olivenernte.

Flut Griechenland © APA/AFP/EUROKINISSI

Vielerorts fiel der Strom aus, im Laufe des Dienstags waren in den betroffenen Regionen teilweise auch die Handynetze und das Internet beeinträchtigt oder funktionierten gar nicht. Wegen der andauernden Regenfälle und Überschwemmungen ordnete der Zivilschutz örtlich Fahrverbote an, unter anderem für die Bewohner der Hafenstadt Volos und der Sporaden-Insel Skiathos.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis rief die Bürger am Dienstag vor Journalisten dazu auf, den Anordnungen des Zivilschutzes Folge zu leisten. Es sei äußerst schwierig, solche extremen Phänomene ohne die Mitarbeit der Menschen zu bewältigen. "Wenn der Katastrophenschutz die Bürger auffordert, zu Hause zu bleiben, dann sollten sie das auch tun", sagte Mitsotakis.

Griechische Medien sprachen angesichts der Unwetter, die das Land nur kurz nach den schweren Waldbränden des Sommers treffen, von "biblischen Katastrophen".

Überschwemmungen auch in Türkei 

In der Westtürkei sind nach Starkregen Häuser überschwemmt worden. Dabei seien in der westtürkischen Provinz Kirklareli nahe der Grenze zu Griechenland und Bulgarien auch Bungalows einer Ferienanlage von den Fluten mitgerissen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Fünf Menschen würden vermisst, darunter ein Kind.

Am Vortag habe es zudem schwere Unwetter im südwesttürkischen Mugla gegeben. Dort hätten Einschläge von Blitzen Brände an 36 verschiedenen Orten verursacht, so Anadolu. Zudem hatte es bereits am Wochenende in der Schwarzmeerregion Überschwemmungen gegeben.

Die Katastrophenschutzbehörde Afad warnte am Dienstag vor weiteren Unwettern im Westen und Südwesten der Türkei. Es könne zu Sturzfluten, Blitzeinschlägen und Sturm kommen.

Mitte August hatte den Türken noch eine Hitzewelle zu schaffen gemacht. Die Temperaturen lägen im Osten des Landes zurzeit über den zur Jahreszeit üblichen Werten, im Rest des Landes sei sie nun im Normalbereich, teilte die Wetterbehörde mit.
 

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