16. Juli 2021 | 23:06 Uhr

Todesflut schockt Deutschland

Die Jahrhundert-Katastrophe

Die Todesflut traf Deutschland mit verheerender Wucht: Hunderte Orte im Ausnahmezustand. Mehr als 100 Tote.

Apokalypse. Die Lage in den Katastrophengebieten wird immer dramatischer. Dörfer in Trümmern, Tausende Autos zerstört, überall Wasser. Hunderte unterspülte Häuser in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg und Hessen drohen einzustürzen, sind schon weggespült worden. Mehr als 100 Todesopfer wurden bereits geborgen, rund 1.300 Personen sind in den Trümmerfeldern vermisst. Ortschaften wie Schuld (660 Einwohner) im Kreis Ahrweiler wurden praktisch weggerissen. Es ist die größte Unwetter­ka­tastro­phe der Nachkriegszeit in Deutschland.

Strom- und Handynetz ist großflächig zusammengebrochen. Die Helfer finden immer neue Leichen: „Beim Leerpumpen von Kellern stoßen wir auf Tote“, so die geschockten Helfer.

Riesige Erdlöcher klaffen, Häuser stürzen in Tiefe

  • Erftstadt bei Köln: Wie apokalyptisch die Jahrhundertflut tatsächlich ist, zeigt das Schicksal der Ortschaft Erftstadt: Dämme hielten dem Wasserdruck nicht mehr stand, das aufgestaute Hochwasser ergießt sich in eine riesige Kiesgrube. Gewaltige Erdlöcher klaffen. Der Sog frisst ein Haus nach dem anderen. Noch immer befinden sich Menschen in den Gebäuden. Helikopter kreisen, viele Personen werden von der Luft aus evakuiert. 50 Menschen sind mit Booten gerettet worden. Aus den Gebäuden erfolgen Notrufe. Jene, die zurück ins hochgefährliche Schadensgebiet gekehrt sind, sind eingeschlossen: „Es gibt viele Todesopfer“, so eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln. Wie viele, weiß sie nicht: „Die Flut kam schnell. Binnen zehn Minuten alles unter Wasser. Es sieht aus wie nach einem Weltkrieg.“

12 Personen ertranken im Körperbehinderten-Heim

  • Sinzig/Landkreis Ahrweiler, Rheinland-Pfalz: Einer der vielen traurigen Höhepunkte der Katastrophe. Zwölf Menschen mit Behinderung sind umgekommen. Die Wassermassen schossen nachts vom Fluss Ahr in den Ort und ins Behindertenheim. Die Bewohner konnten nicht mehr gerettet werden. Sie ertranken in den Fluten.
  • Im Gully: In Inzlingen (Baden-Württemberg) ist ein 17-Jähriger in einen offenen Gully gesaugt worden.Der Vater des Burschen konnte den 17-Jährigen in der lebensgefährlichen Lage festhalten, bis Feuerwehrleute den Teenager retten konnten. 

Vier Plünderer von der Polizei festgenommen

  • Eschweiler/Stolberg bei Aachen: Der halbe Ort Stolberg ist verwüstet, Dutzende Geschäfte beschädigt. Die Polizei nahm in einem Juweliergeschäft, in einer Drogerie, in einer Apotheke und in einem Supermarkt vier Plündererfest.

Bundeswehr löste Groß-alarm aus, Tausende Helfer

  • 1.300 Vermisste: Zehntausende Helfer sind im Einsatz, das Verteidigungsministerium hat militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Allein in Rheinland-Pfalz sind 1.500 Soldatinnen im Einsatz. Rund 100 Ortschaften sind größtenteils zerstört worden. Einen klaren Überblick über die Lage gibt es noch nicht.

Über 100 Tote, noch 1.300 Vermisste – traurige Bilanz

  • Apokalypse: Das wahre Ausmaß wird erst nach und nach sichtbar: „Unser Land erlebt eine Flutkatastrophe von historischem Ausmaß. Schnelle Hilfe ist jetzt unsere wichtigste Aufgabe“, so CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, der auch Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ist: „Wir werden jedes Haus wieder aufbauen.“ 

Karl Wendl   

 15:01
 

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