10. August 2022 | 11:29 Uhr

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Grunewald

Darum besteht in Berlin weiter Brandalarm

Feuerwehr hofft bei Brandbekämpfung im Grunewald auf Fortschritte. Sperre der Autobahn Avus soll bald aufgehoben werden.

Sechs Tage nach Ausbruch eines Brandes auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald hoffen die Einsatzkräfte auf deutliche Fortschritte bei den Löscharbeiten. Die Feuerwehr hielt es deshalb am Mittwochmorgen für denkbar, dass die Sperre der Autobahn 115 (Avus), die etwa 500 Meter vom Sprengplatz entfernt liegt, im Tagesverlauf aufgehoben werden kann.

Helikopter im Dauereinsatz

"Unser großes Ziel ist, die Avus am Mittwoch freizugeben", sagte ein Sprecher. Das hänge aber vom Erfolg der Lösch- und Kühlungsarbeiten am Sprengplatz ab. Die wichtige Autobahn ist seit Ausbruch des Feuers im Grunewald am vergangenen Donnerstag zwischen dem Kreuz Zehlendorf und dem Autobahndreieck Funkturm auf einer Länge von rund elf Kilometern gesperrt.

Am Mittwoch sollten bei der Brandbekämpfung noch einmal zwei Löschhubschrauber der Bundespolizei eingesetzt werden, die bereits am Vortag erstmals über dem Grunewald geflogen waren. Das teilte die Feuerwehr nach einer neuen Lagebesprechung der Einsatzkräfte mit. Zunächst hatte es geheißen, dass die Helikopter am Mittwoch nicht zur Verfügung stehen, weil sie bei Waldbränden in Sachsen gebraucht werden. Nun sollten sie zumindest am Vormittag Wasser über Glutnester auf dem Sprengplatz und drumherum abwerfen.

Weitere Gefahr durch Explosionen

Weil es auf dem Sprengplatz noch immer recht heiß ist, besteht laut Feuerwehr weiter die Gefahr, dass Munition und andere Kampfmittel explodieren. Daher war es den Einsatzkräften laut Feuerwehr bisher nicht möglich, dorthin vorzudringen. Am Dienstag hatte die Feuerwehr festgestellt, dass auch der Wald südlich des Sprengplatzes relativ stark mit Munition belastet ist, die durch Explosionen umhergeflogen ist.

Auf dem Sprenggelände, wo die Polizei 30 Tonnen alte Granaten, Weltkriegsbomben, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerte, hatte es in der Nacht zum vergangenen Donnerstag heftig gebrannt. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Zahlreiche Explosionen waren zu hören. Auch in den Tagen darauf gingen vereinzelt Sprengkörper hoch.

Langsame Entspannung in Sicht

Einsatzkräfte konnten das Areal wegen Gefahr für Leib und Leben bisher nur aus einiger Entfernung löschen und mit Wasser kühlen. Dabei kamen ein Löschpanzer und Löschroboter zum Einsatz. Seit Dienstag helfen nun auch die beiden Löschhubschrauber der Bundespolizei. Ihr Wasser nehmen sie an der nahen Havel auf. Ein dritter Helikopter untersucht mit Hilfe von Wärmebildkameras, welche Erfolge das ganze am Boden bringt.

Auch die Situation im Waldbrandgebiet Sächsische Schweiz verbessert sich langsam, aber stetig. "In einem weiteren Gebiet konnten die Einsatzkräfte "Feuer aus" vermelden. Es geht voran", sagte Thomas Kunz vom Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Mittwoch auf Anfrage. In fünf weiteren Gebieten gebe es aber vor allem noch Glutnester, die bekämpft werden müssten.

Die genaue Zahl der Einsatzkräfte für Mittwoch konnte der Sprecher noch nicht benennen. In den vergangenen Tagen waren es rund 800. Das Einsatzgebiet umfasst nach wie vor eine Fläche von rund 150 Hektar, was einer Größe von rund 210 Fußballfeldern entspricht. 

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