15. April 2014 | 13:57 Uhr

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Chile

Valparaiso unter dicker Ascheschicht

Das Feuer wütet weiter, nur Regenwetter kann die Flammen löschen.

Die verheerende Feuerwalze in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso hat mindestens 15 Menschen getötet. Innenminister Rodrigo Penailillo gab diese Zahl am Montagabend (Ortszeit) in einer aktualisierten Bilanz bekannt. "Wir wissen nicht, ob die Opferzahl noch ansteigen wird", fügte er hinzu. Drei Brandherde seien noch nicht unter Kontrolle.

Über 11.000 Obdachlose nach Feuer:
Dem Minister zufolge wurden bisher rund 2.500 Wohnungen vollkommen zerstört, mehr als 11.000 Menschen sind obdachlos. Insgesamt seien 1.140 Hektar Land abgebrannt. Der Chef des Katastropheneinsatzes, Konteradmiral Julio Leiva Molina, rief am Montag die Bewohner von drei südlichen Vororten von Valparaiso auf, sich auf eine Evakuierung ihrer Wohnungen vorzubereiten. Das Feuer könne sich den Siedlungen von La Isla, San Roque und Hernan Mery gefährlich nähern, berichtete der Sender Radio Cooperativa.

Diashow: Großbrand fordert 12 Tote

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Ein Feuerwehrmann im Einsatz.
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Die Schäden sind gewaltig.
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Eine obdachlose Familie mit Kind.
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Eine Feuerwalze wütete in der Stadt.
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Betroffene bringen ihr Hab und Gut in Sicherheit.
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Tausende sind auf der Flucht vor dem Feuer.
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Die Zerstörung zeigt sich bei Tageslicht.
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Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz.
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Tausende Häuser mussten evakuiert werden.
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Das Heer half mit Soldaten aus.


Auf den südlichen Hügeln Ramadita und Rocuant werde weiter gegen die Flammen gekämpft, erklärte der lokale Leiter der Forstverwaltung Conaf, Aaron Cavieres, wie die Zeitung "La Tercera" online meldete. "Wir haben Fortschritte in der Eindämmung des Feuers erreicht", sagte Cavieres. Bisher sei die Ausbreitung der Flammen aber nicht gebremst, der Brand noch außer Kontrolle. Das Ziel sei, die Feuerherde zu isolieren, bevor am Dienstag der übliche Nachmittagswind zu blasen beginne. Die Wetterprognose ist günstig, der Wind soll schwächer werden und erst am Mittwoch wieder zunehmen.

Insgesamt 30 Löschflugzeuge und -hubschrauber sollten am Dienstag mit der Ankunft von sechs argentinischen Maschinen im Einsatz sein. Rund 3.000 Soldaten und Polizisten sorgten für Sicherheit und unterstützten die 1.250 Feuerwehrleute bei den Räumarbeiten. Die Staatschefin Michelle Bachelet hat in dem Gebiet den Notstand ausgerufen. Der Schulunterricht soll in Valparaiso erst am kommenden Montag wieder aufgenommen werden, wie das Nachrichtenportal Emol unter Berufung auf das Bildungsministerium berichtete.

Wer oder was löste den Brand aus?
Über den Ursprung des Brandes besteht Unklarheit. Während der Chef des Notdienstes Onemi, Guillermo de la Maza, am Montag Brandstiftung vermutete, schloss Innenminister Penailillo dies aus. Nach Angaben der Polizei könnten auch zwei bei einem Kabelkontakt verbrannte Geier die Ursache sein. Der Staatsanwalt Eduardo Fernandez schloss keine dieser Theorien aus.

Der Großbrand war am Samstag in der Umgebung der Stadt ausgebrochen. Wegen starken Windes von bis zu 70 Kilometern pro Stunde und der trockenen Vegetation erreichten die Flammen rasch die bewohnten Hügel Valparaisos, dessen historisches Zentrum die Unesco zum Weltkulturerbe erklärt hat.

In Chile sind in den vergangenen 50 Jahren knapp 2,3 Millionen Hektar in Bränden zerstört worden, berichtete Emol aufgrund von offiziellen Statistiken.