06. September 2016 | 14:14 Uhr

Afritz.jpg © APA / Gert Eggenberger

Murenabgang

Nach Unwetter-Katastrophe: Afritz räumt auf

28 Häuser nach wie vor unbewohnbar - Land hebt Kreditsperren auf.

Nach dem schweren Unwetter mit Murenabgängen von Sonntagabend sind die Aufräumarbeiten in Afritz (Bezirk Villach-Land) voll angelaufen. Am Dienstag waren Feuerwehren, Bundesheersoldaten und Mitarbeiter des Landes im Einsatz, um den Ort vom Schlamm zu befreien. Rund 40 Gebäude waren durch Muren beschädigt worden, 28 sind immer noch unbewohnbar.

Bereits am Montag ist es gelungen, einen Bach wieder ins Bachbett zurückzubringen, sagte Bürgermeister Maximilian Linder (FPÖ) im Gespräch mit der APA: "Heute werden mit vier Baggern Schutzwälle errichtet, weitere Bagger legen die Wege zu den Häusern frei." Im Ortsteil Kraa ist die Schlammschicht teilweise noch zwei Meter hoch. 70 Soldaten sind mit schweren Pioniergeräten im Assistenzeinsatz - wenn die Häuser erreichbar sind, werden weitere Soldaten eingesetzt, um den Schlamm aus den Kellern zu schaufeln. "Neben dem Bundesheer sind auch andere Institutionen, wie zum Beispiel das Wasserbauamt und der Agrarbauhof mit Maschinen angerückt", sagte Linder. Die Feuerwehren der Gegend werden in den kommenden Tagen von einem Katastrophenzug unterstützt.

Auch in der Sitzung der Kärntner Landesregierung am Dienstag waren die Murenabgänge in Afritz bestimmendes Thema. Wie Finanzreferentin Gabriele Schaunig (SPÖ) mitteilte, werden die Kreditsperren in den Budgetposten Straßenbau sowie Hilfe in besonderen Lebenslagen aufgehoben: "Die Mittel können zweckgebunden für die Schadensbehebung in den betroffenen Gebieten herangezogen werden." Weiters wurde als erste Sofortmaßnahme rund 50.000 Euro aus dem aus dem Fördertopf "Hilfe in besonderen Lebenslagen" freigegeben.

Als dritte Maßnahme hat das Land Kärnten angekündigt, das Regionalfonds-Gesetz zu ändern. Ein parteienübergreifender Initiativantrag wurde für die Landtagssitzung am 22. September angekündigt. Durch diese Maßnahme sollen Gemeinden dringend benötigte Gelder zur Behebung von Katastrophenschäden über den Regionalfonds vorfinanziert bekommen. "Sobald sie die Rückerstattung aus dem Katastrophenfonds des Bundes erhalten, führen sie die Mittel zurück an den Regionalfonds. Damit verhindern wir die oftmals monatelange Belastung der Gemeindebudgets nach Naturkatastrophen", sagte Schaunig.

In der Regierungssitzung wurde auch beschlossen, dass erhoben wird, wie viele Genossenschaftswohnungen in der Region um Afritz freistehen - sie könnten vorübergehend für die Unwetter-Opfer genutzt werden, die länger nicht in ihre Häuser zurückkehren können.

Auf die Situation in Afritz hat auch die Caritas reagiert und den Katastrophenfonds Kärnten für besondere Härtefälle geöffnet. "In Afritz werden mehr als 160 Menschen vor eine harte Probe gestellt. Sie jetzt nicht allein zu lassen, ist unsere Aufgabe", sagt Caritasdirektor Josef Marketz. Ihm imponiere die gelebte Nachbarschaftshilfe vor Ort, "ich wünsche mir, dass diese Solidarität auf ganz Kärnten übergeht", sagte Marketz in einer Aussendung.

Auch die Arbeiterkammer sicherte Hilfe zu: Wie der Kärntner AK-Präsident Günther Goach in einer Aussendung mitteilte, können von Murenabgängen betroffene Arbeitnehmerhaushalte 1.500 Euro Soforthilfe beantragen. "Wir haben sofort mit den Zuständigen in der Gemeinde Kontakt aufgenommen. Schnell hat sich herauskristallisiert, dass rasche finanzielle Unterstützung notwendig ist - diese können wir mit 1.500 Euro pro Arbeitnehmerhaushalt anbieten", sagte Goach. Auch die evangelische Kirche versprach am Dienstag finanzielle Hilfe.

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Schnee und teils gefr. Regen, -10/+1°

Wolken einer Warmfront breiten sich nach und nach von Westen entlang der Alpennordseite auf den Norden und Osten Österreichs aus. Von Vorarlberg bis Oberösterreich regnet und schneit es bereits häufig. Auf den noch kalten Verkehrswegen besteht erhöhte Glatteisgefahr. Bis zum Abend breitet sich der Niederschlag zunächst in Form von Schnee langsam in Richtung östliches Flachland aus. Mit einer steigenden Schneefallgrenze von Westen steigt schließlich auch hier die Glatteisgefahr. Südlich des Alpenhauptkammes geht es hingegen weitgehend trocken mit dem Wetter bis zum Abend weiter. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südost bis West bei Nachmittagstemperaturen zwischen minus 5 und plus 4 Grad, mit den höchsten Temperaturen im Westen. Heute Nacht: Eine Warmfront zieht in der Nacht auf Dienstag mit dichten Wolken und Niederschlag in Richtung Osten über Österreich. Von Westen geht der Niederschlag in tiefen Lagen allmählich in gefrierenden Regen über. Auf den kalten Fahrbahnen steigt die Glatteisgefahr deutlich. Bis zum Morgen lässt schließlich von Vorarlberg bis Oberösterreich der Niederschlag nach, die Wolken bleiben zunächst aber noch oft dicht. Aufgelockert bewölkt und trocken geht es hingegen südlich des Alpenhauptkammes durch die Nacht. Der Wind weht nur schwach. Die Temperaturen steigen bis zum Morgen auf minus 6 bis plus 5 Grad, am wärmsten ist es in höheren Lagen.
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