12. Februar 2020 | 11:01 Uhr

zecke1.jpg © APA (Archiv)

Forscher schlagen Alarm

Zecken sind jetzt auch im Winter aktiv

Eingewanderte Hyalomma-Zecken überwintern neuerdings auch in unseren Breiten.

Der anhaltend milde Winter begünstigt Zecken. Dauerte die Zeckensaison früher von etwa März bis Ende Oktober, so sind die Spinnentiere inzwischen ganzjährig aktiv, so der deutsche Zeckenforscher Jochen Süss. "Bei Bodentemperaturen ab sieben Grad marschieren sie los." Zecken sind Überträger von Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
 
Hinzu komme, dass eingewanderte Arten wie Hyalomma-Zecken durch fehlenden Frost in unseren Breiten überwintern könnten, so Süss. Solche in Nordafrika, Südeuropa und Regionen Asiens heimischen Zecken seien schon in der Vergangenheit durch Vögel eingeschleppt worden, hätten dann aber den Winter nicht überlebt. Das habe sich durch die milde Witterung infolge des Klimawandels geändert. "Jetzt schafft sie es, auch in Deutschland ihren natürlichen Zyklus vom Ei über die Larve und Nymphe hin zum erwachsenen Tier zu durchlaufen."
 

2018 erstmals nachgewiesen

In Österreich wurde Hyalomma marginatum im Oktober 2018 erstmals von Experten der Veterinärmedizinischen (Vetmed) Universität Wien im Raum Melk (NÖ) nachgewiesen. Im vergangenen Jahr zeigte Georg Duscher vom Institut für Parasitologie der Vetmed dann, dass ein Exemplar der neu eingewanderten subtropischen Zeckenart bereits in Österreich überwintert hat. Der Nachweis gelang dem Forscher im April 2019 in einem Privathaushalt im Bezirk Braunau in Inn (OÖ).
 
Die Hyalomma-Zecke sei nicht nur deutlich größer als der Gemeine Holzbock, sie bewege sich auch mit relativ hohem Tempo auf ihren Wirt zu, sagte Süss. Und sie ist potenzieller Überträger des gefährlichen Krim-Kongo-Fieber-Virus. Eine Infektion mit diesem Virus ruft eine Erkrankung hervor, die häufig als hämorrhagisches Fieber verläuft und tödlich enden kann. In Deutschland wurden bisher nur vereinzelte eingeschleppte Fälle nach Reisen bekannt.
 
In FSME-Risikogebieten wird eine Schutzimpfung empfohlen; gegen die von Bakterien übertragene Borreliose gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Im Jahr 2018 sind in Österreich 154 Fälle von FSME registriert worden.

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Überwiegend trüb und oft Regen. 3/9°

Immer wieder ziehen Wolkenfelder über das Land, dazwischen gibt es aber auch zeitweise sonnige Auflockerungen, vor allem nördlich des Alpenhauptkamms. Im Laufe des Nachmittags setzt im Westen mit Kaltfrontdurchzug schauerartiger Niederschlag ein, bei einer Schneefallgrenze um 1200m. Zudem lebt dort mit Störungsdurchzug kräftiger, teils stürmischer Westwind auf. Sonst weht der Wind meist schwach bis mäßig aus eher Ost bis Süd und erst in den Abend- und Nachtstunden breitet sich der lebhafte bis starke Westwind ostwärts aus. Tageshöchsttemperaturen zwischen 5 und 13 Grad. Heute Nacht: Die Nacht verläuft in vielen Landesteilen zunächst dicht bewölkt und vor allem nördlich des Alpenhauptkammes regnet oder schneit es gebietsweise bei einer Schneefallgrenze zwischen 900m und 1300m Seehöhe. In der zweiten Nachthälfte lockert die Wolkendecke zeitweise auf, vor allem im Süden und im Nordosten des Landes. Der Westwind weht nördlich des Alpenhauptkamms vielfach lebhaft, in exponierten Lagen auch stark, nur im Süden und Südosten bleibt es schwach windig. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 2 und plus 6 Grad.
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