27. Juni 2017 | 12:51 Uhr

blitz56.jpg © dpa

4.500 Entladungen am Samstag

Zahl der Blitze überdurchschnittlich hoch

2017 ist bisher aber kein rekordverdächtiges Blitzjahr.

Gewitter und Unwetter und damit viele Blitze sind das Resultat der derzeitigen Wetterlage. Über 4.500 Entladungen wurden allein am vergangenen Samstag von ALDIS, dem österreichischen Blitzortungssystem, registriert, rund 39.000 waren es im Jahr 2017 bisher. Wenn die Hitzewelle in den nächsten Tagen endet, wird die Zahl weiter steigen - und mit Juli beginnt dann ohnehin die gewitterreichste Zeit.

Blitzhäufigkeit steigt mit Wärme

Die ALDIS-Auswertung für 2017 zählte insgesamt sogar rund 281.000 Blitze, denn bei den 39.000 handelte es sich um Wolke-Erde-Blitze, also Blitzeinschläge. Damit liege 2017 derzeit ziemlich genau im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Ein Trend zu mehr Gewittern lässt sich nicht ausmachen. Das lasse sich mit den Blitzzahlen nicht eindeutig sagen, erklärte ALDIS-Experte Gerhard Diendorfer: "Wir sind zwar bereits im 26. Jahr der Blitzmessung, das ist aber für eine statistisch signifikante klimatologische Auswertung noch immer nicht genug. Außerdem wurden die Messsysteme seit 1992 ständig verbessert und erweitert, dadurch lassen sich nicht alle Jahre einwandfrei miteinander vergleichen. Internationale Studien mit Klimamodellen gehen aber davon aus, dass bei einer weltweiten Temperaturerhöhung von einem Grad Celsius die Blitzhäufigkeit um fünf bis zehn Prozent steigt. Einfach gesagt: Wird die Atmosphäre wärmer, gibt es auch mehr Gewitter."

Steiermark eindeutiger "Blitzsieger"

Dass die Blitze in diesem Jahr bisher in Summe nicht rekordverdächtig sind, zeigt die Statistik: So wurden etwa im Juli 2012 binnen zwölf Stunden 22.000 Blitze gezählt. Trotzdem gehören Teile Österreichs, nämlich die Bundesländer Steiermark und auch Kärnten, insgesamt zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Hier herrschen durch die südliche Lage und die Nähe zur Adria oft ideale Voraussetzungen für Gewitter: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Das zeigt auch die bisherige ALDIS-Jahresstatistik, wo die Steiermark mit knapp über 10.000 von den 39.000 österreichweit der eindeutige "Blitzsieger" unter den Bundesländern ist.

Eine ALDIS-Auswertung der Bezirke mit der höchsten Blitzdichte (Zeitraum 2010 bis 2016) zeigt gleich sechs steirische Bezirke an der Spitze, wobei Weiz mit über drei Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer und Jahr den ersten Platz einnimmt. Am wenigsten blitzt es aufgrund der dortigen Bedingungen in Westösterreich, wo die Bezirke mit den wenigsten Entladungen Feldkirch und Bludenz sind (0,7 und 0,8 Entladungen pro Quadratkilometer und Jahr). Auch der Nordosten Österreichs ist im Vergleich zu den südlicheren Regionen blitzarm.

Zahl der Blitze schwankt

Die Zahl der Blitze in Österreich schwankt dabei insgesamt von Jahr zu Jahr stark und liegt meist zwischen 100.000 und 200.000 Blitzeinschlägen in den Boden (Flashes) pro Jahr. Rechnet man auch die Wolke-Wolke-Blitze dazu, blitzt es in Österreich pro Jahr durchschnittlich zwischen 700.000 und 800.000 Mal, berichtete ALDIS.

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Unbeständig, im S und SO trocken 3/12°

Im Osten und am Alpenostrand schließen sich letzte Wolkenlücken rasch und von Tirol, von Vorarlberg sowie von Salzburg breitet sich Regen im Laufe des Nachmittags auf alle Landesteile aus. Am längsten trocken bleibt es südlich des Alpenhauptkammes sowie im Südosten Österreichs. Mit den Niederschlägen sinkt die Schneefallgrenze langsam auf Lagen unter 2000m Seehöhe. Der Wind weht zunächst in der Osthälfte teilweise lebhaft aus Südost bis Süd. Bis zum Abend dreht der Wind schließlich zunehmend auf westliche Richtungen und lebt nördlich des Alpenhauptkammes sowie von Oberösterreich ostwärts deutlich auf. Die Nachmittagstemperaturen zwischen 8 und 14 Grad. Heute Nacht: Eine Kaltfront zieht mit dichten Wolken in der Nacht auf Montag von West nach Ost über Österreich und sorgt bis Mitternacht verbreitet für Regen und Regenschauer. Die Schneefallgrenze sinkt langsam auf Lagen zwischen 1700 und 1200m Seehöhe ab. Während der zweiten Nachthälfte lässt schließlich von Westen der Niederschlag nach und die Wolken beginnen aufzulockern. Vor allem am nördlichen Alpenrand ist jedoch noch bis zum Morgen mit Regen und Regenschauern zu rechnen. Der Wind kommt aus West bis Nordwest und weht nördlich des Alpenhauptkammes, im Norden und Osten sowie in den Tälern im Süden mäßig bis lebhaft, in der Höhe auch stark. Die Tiefsttemperaturen 0 bis 9 Grad.
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