11. November 2015 | 10:32 Uhr

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Rätsel gelöst

Darum gibt es heuer (noch) keinen Winter

Wo bleibt der Winter? Wann kommt der Schnee? Warum ist es jetzt so warm?

Über 20 Grad im November - und kein Winter in Sicht. Hoch "Ulrike" sorgt derzeit für neue Temperatur-Rekorde. Die Skigebiete zittern um die Saisonstarts, die Adventmärkte schenken bei T-Shirt-Wetter Glühwein aus. Alle fragen sich: Wo bleibt der Winter?

Die Antwort: Bis Ende November wird sich laut aktuellen Wetter-Vorhersagemodellen an der vorherrschenden Lage nicht viel ändern. Von der Kaltfront, die am Wochenende über Österreich zieht, lässt sich "Ulrike" nicht verdrängen.

Lage des Jetstreams entscheidend
Grund für den ungewöhnlich warmen November ist die Lage des Jetstreams. Dabei handelt es sich um Höhenwinde in der Atmosphäre (in einer Höhe von 5 bis 12 Kilometern), die wellenförmig rund um die Erde verlaufen. Normalerweise befindet sich der Jetstream um diese Jahreszeit südlich von Mitteleuropa und zieht dadurch kalte Luft aus dem Norden zu uns. Heuer zieht der Jetstream allerdings in einem Bogen von den britischen Inseln bis zum Schwarzen Meer, wodurch einerseits atlantische Tiefdruckgebiete nördlich um uns herumgelenkt werden und andererseits warme Luft aus dem Mittelmeer oder der iberischen Halbinsel zu uns strömen kann.

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Rote/Orange Bereiche zeigen die Lage des Jetstreams über Europa; Daten: GFS

So lange sich die Zugbahn des Jetstreams nicht ändert, fixiert dies praktisch auch die Großwetterlage. Ein Phänomen, das ein Zeichen für den Klimawandel sein kann. Denn: Immer häufiger ziehen Höhenwinde in der Atmosphäre die immer gleiche Schleife, anstatt - wie eigentlich üblich - bei ihrem Weg um den Globus die Bahnen zu ändern.

Die Erwärmung der Arktis führt dazu, dass der Jetstream insgesamt schwächer wird und in größeren Wellen verläuft. Diese größeren Wellen bewegen sich langsamer und führen dazu, dass die Wetterlage sich über einen längeren Zeitraum nicht ändert.

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Aktuelle Lage der Jetstreams rund um den Globus; Grafik: NOAA

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Im W mehr Wolken und etwas Regen, im O mehr Sonne. 5/17°

Eine nur langsam ziehende Störungszone bringt im Westen und Südwesten dichte Wolken sowie nachmittags auch etwas Regen. In Vorarlberg sinkt die Schneefallgrenze bis zum Abend auf rund 500 bis 800m Seehöhe ab, sonst liegt sie meist noch zwischen 1200 und 1500m Seehöhe. Überall sonst überwiegt noch der Sonnenschein, auch wenn einige hohe Wolkenfelder durchziehen und am Nachmittag Quellwolken entstehen. Der Wind bläst in Föhnstrichen entlang des Alpenhauptkammes sowie auch im Osten lebhaft bis kräftig aus Süd, sonst meist nur schwach bis mäßig. Tageshöchsttemperaturen im Westen und Südwesten 8 bis 13 Grad, sonst 14 bis knapp 20 Grad, mit den höchsten Werten ganz im Osten.
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