12. Jänner 2018 | 23:00 Uhr

Schuld ist Luft vom Mittelmeer

Wetter: Jänner total verrückt

Erste Winterbilanz: Dieser Jänner ist auf Rekordkurs, könnte der wärmste aller Zeiten werden.

Endlich ist (ein wenig) Schneefall auch für den Osten vorhergesagt. Von Klagenfurt bis Wien soll es ab und zu schneien und deutlich kälter werden. Dafür scheint im Westen die Sonne mit bis zu fünf Grad.

Es ist ein völlig untypisches Wetter für diesen Winter. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) hat für ÖSTERREICH in den Statistiken ­recherchiert. „Dieser Jänner ist österreichweit zu warm. Die Niederschläge lagen dafür stellenweise deutlich über dem Mittelwert“, so Klimaforscher Alexander Orlik von der Zamg. Die Details:

Einzelne Tage waren 9 Grad zu warm für die Jahreszeit

  • Rekordkurs bei Temperatur. Österreich war heuer ein Wärme-Pol. Am 9. Jänner etwa lag bundesweit der Durchschnitt bei 7,3 Grad. Das sind – im Vergleich zum langjährigen Mittelwert – um fast 9 Grad zu viel für ­diese Jahreszeit. Im Durchschnitt ist der Jänner bisher um 5 Grad zu warm. Zum Vergleich: Der kälteste Jänner aller Zeiten war 2007, da lag die Temperatur 4,7 Grad unter dem Schnitt.
  • Zu wenig Frosttage. Norma­lerweise gibt es im Jänner etwa 20 Tage unter 0 Grad (Frosttage) in Wien. Heuer gab es noch keinen einzigen.
  • Plus 100 % Niederschlag. Schnee und Regen fiel dafür reichlich. Vor allem in Ober-Kärnten, der Ober-Steiermark, Salzburg und Osttirol gibt es etwa doppelt so viel wie normal. So viel Schnee gibt es sonst in diesen Tagen nur alle zehn Jahre.
  • Extremwerte. Dieser Winter war außergewöhnlich: In Bludenz wurden Anfang dieser Woche noch 18 Grad gemessen.
  • Im Westen fegte ein Orkan mit 156 km über die Berge – Skilifte standen fast senkrecht im Wind, Skifahrer mussten aus Gondeln gerettet werden. Auch international beherrschte das Wetter viele Schlagzeilen: In der Sahara lag Schnee, in den USA gab es eine Kältewelle mit bis zu –29 Grad.

In Österreich erlebten wir einen Winter, der bisher von Luftmassen aus dem Mittelmeer dominiert wurde: Zu warm, aber sie transportierten extrem viel Feuchtigkeit nach Österreich.

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Gebietsweise nebelig, sonst sonnig. -9/0°

Im Osten, dem Donauraum und dem Rheintal halten sich teils zähe Hochnebelfelder, aus denen es ab und zu leicht und unergiebig schneien kann. Abseits vom Nebel überwiegt erneut der Sonnenschein. In Tirol und Vorarlberg treffen am Abend ein paar Wolken einer schwachen Störung ein. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Ost bis Süd. Nachmittagstemperaturen minus 6 bis plus 7 Grad, mit den höchsten Werten im Westen. Heute Nacht: In der Nacht breiten sich im Osten wieder Nebel oder Hochnebelfelder aus, von Westen her ziehen außerdem ein paar Wolken einer schwachen Störung durch. Der Wind weht nur schwach. Tiefsttemperaturen minus 14 bis minus 2 Grad, lokal kann es auch noch kälter werden.
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