21. Juli 2022 | 15:10 Uhr

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Hintertuxer Gletscher

Video von geschmolzenen Ski-Pisten auf Gletscher geht viral

Gepostet wurde das Video auf Twitter mit dem Titel ''Tiroler Gletscher oder neuer Katastrophenfilm?''.

Tirol. Ein seit Donnerstag auf Social Media kursierendes Video, das offenbar die Gletscherschmelze in einem Tiroler Gletscherskigebiet zeigt, sorgt inmitten der Hitzewelle für Aufregung und ging viral. Zu sehen sind Menschen, die an einem Schlepplift durch stark geschmolzenen, schwärzlichen Schnee pflügen. Kritisiert werden "Sommerskitourismus" in Zeiten der Klimakrise und "Geldgier". Es handle sich um den Hintertuxer Gletscher, wurde der APA bestätigt, allerdings sei die Aufnahme nicht von heuer.

 

 

Das sehe er daran, dass im Hintergrund Gletscherflächen abgedeckt sind, die im heurigen Winter nicht abgedeckt worden seien, sagte Matthias Dengg, Mitglied der Geschäftsführung. Aus welchem Jahr die Aufnahme stammen könnte, traue er sich nicht zu sagen. Aber: "Solche Phasen kommen immer wieder vor", relativierte Dengg und räumte ein: "Die Verhältnisse sind zurzeit sehr schwierig". Die Pisten sähen auch im Moment ähnlich aus, wie es die Szene im Video suggeriere.

"Es ist aktuell auch in der Höhe ungewöhnlich warm"

Im Normalfall hat man diese Verhältnisse erst ab Mitte August bis zum Herbsteinbruch im September. Den schneearme Winter in Kombination mit einem außergewöhnlich warmen Frühling nannte Dengg als Grund für die derzeitige Situation. Die aktuelle Hitzewelle habe ihr übriges getan. "Es ist aktuell auch in der Höhe ungewöhnlich warm", hielt Dengg fest. "Eis und Schnee schmelzen - das wurde in den letzten Tagen auch ausführlich von Expertinnen und Experten kommentiert". Die Schmelze betreffe alle Gletscher. In Tirol gibt es "fünf Gletscherskigebiete und über 600 Gletscher", rief Dengg in Erinnerung.

 

Gepostet wurde das Video auf Twitter mit dem Titel "Tiroler Gletscher oder neuer Katastrophenfilm?" am Donnerstagvormittag. Wenige Stunden nach Veröffentlichung wurde es bereits 42.000 Mal angezeigt. In den Kommentaren postete ein User ein ähnliches Video, das ebenfalls am Hintertuxer Gletscher aufgenommen wurde - scheinbar "vor einigen Tagen". In diesem Video sind Skifahrer talwärts unterwegs - in tiefen Rinnen, die weniger einer Spur sondern einer Wasserrutsche gleichen.

"Österreichs einziges Ganzjahresskigebiet" 

Auf der Website präsentiert sich der Hintertuxer Gletscher als "Österreichs einziges Ganzjahresskigebiet" und wirbt mit "365 Tage Schneespaß" und bis zu 20 Pistenkilometern im Sommer. Die Nachfrage in den Sommermonaten sei nach wie vor vorhanden, erklärte Dengg. Doch seien es vor allem (angehende) Profisportlerinnen und -sportler und Skilehrerinnen und -lehrer, die zum Training auf den Gletscher fahren.

Dies bestätigte auf APA-Anfrage auch der Österreichischer Skischulverband (ÖSSV). Während der Sommermonate könnten sich die meisten Interessierten Zeit für die Ausbildung nehmen, so die Erklärung des Verbands, warum die Kurse im Sommer stattfänden. Seit Jahren würde diese am Hintertuxer Gletscher durchgeführt. In diesem Jahr seien es drei Sommer-Skikurse - an denen im Schnitt 70 Personen aus allen Bundesländern Österreichs teilnehmen, sowie je ein Snowboard und ein Dual-Kurs. "Im Vorfeld sind viele Anfragen gekommen, ob der Kurs stattfindet", erklärte die Mitarbeiterin. Die Verunsicherung sei ob der aktuellen hohen Temperaturen groß gewesen. Die Ausbildungsleiter hätten sich aber "trotz wenig Schnee" dafür entschieden: "Sie kennen sich gut aus".

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Letzte Schneeschauer, eisiger Wind. -2/+3°

Nach Störungsabzug gelangt der Ostalpenraum heute Sonntag vorübergehend unter Zwischenhocheinfluss. Auch alpennordseitig lösen sich am Nachmittag die meisten Wolkenfelder im Osten und Norden auf, letzte Schneeschauer klingen in den Nordstaulagen ab. Den Westen erreichen am Abend dichte Wolken der nächsten Störungszone. Vor allem im Burgenland und der Oststeiermark sowie im Bergland bläst um die Mittagszeit noch stürmischer, eisiger Nordwind, der ebenfalls bald abflaut. Nachmittagstemperaturen minus 3 bis plus 7 Grad. Heute Nacht: In der Nacht auf Montag zieht aus dem Westen eine Störungszone mit dichten Wolken und Schneeregen oder Schneefall auf. Die Schneefallgrenze liegt zwischen Vorarlberg und Niederösterreich zwischen 1100m und den Niederungen. Dabei besteht auf gefrorenen Böden vorübergehend Glatteisgefahr. Weiter nach Osten zu schneit es in geringerer Intensität, im äußersten Osten und Südosten bleibt es niederschlagsfrei. Der Wind weht schwach bis mäßig aus unterschiedlichen Richtungen. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 12 im Waldviertel und plus 2 Grad in Vorarlberg.
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