05. Mai 2019 | 23:06 Uhr

salzburg.jpg © APA/FRANZ NEUMAYR

Unglaublicher Mai

Verrücktes Klima: Schnee so spät wie nie

Schneekettenpflicht, Lawinengefahr und auch Minusgrade.

Kapriolen. Sogar die Meteorologen sprechen von einem „brutalen“ Mai. Nachdem es in Österreich 13 Monate lang viel zu heiß war (29 °C vor ­einigen Tagen), begann gestern ein Turbowinter. Es kam so, wie es die Meteorologen vorhersagten. In der Nacht auf Sonntag erreichte die Megakaltfront Österreich.

leserfoto-schnee.jpg © Leserfoto oe24-Leser Bernhard W. schickte ein Foto aus Heiterwang – er schätzt, dass hier gute 20 Zentimeter Schnee gefallen sind.

leserfoto-schnee1.jpg © Leserfoto Elisabeth S. schickte Schnee-Eindrücke aus Enzersberg (Gemeinde Thalgau).

Extremkälte. „So kalt ist es sonst im Februar“, erklärten die Experten der Zamg. In Innsbruck etwa lag der Höchstwert bei 3,8 Grad. Bei 3,6 Grad wäre der Mai-Kälterekord gebrochen. Zu Mittag hatte es in der Ramsau (St.) nur –1,9 Grad. Allgemein ist es jetzt um 10 Grad zu kalt für die Jahreszeit.

IMG_20190505_114238_resized.jpg © Leserfoto Friedrich R.

schnee-leser1.jpg © Leserfoto Danke an Ulli G. für das tolle Leserfoto aus Nützling bei Pyhra (etwa acht Kilometer vor St. Pölten)!

Schneehöhen. Viele hielten es zunächst für einen Blödsinn: Meteorologen sagten bis zu 80 cm Schnee auf Berggipfeln voraus. Auf den Hohen Tauern oder in der Obersteiermark war es dann wirklich so.

Lawinengefahr. In Tirol und Vorarlberg ist die Lawinenwarnstufe auf „erheblich“ erhöht worden. Sogar viele Täler waren schneebedeckt. In Salzburg-Freisaal gab es Sonntagfrüh eine geschlossene Schneedecke – die erste seit 32 Jahren. Die späteste Schneedecke der Messgeschichte der Stadt Salzburg wurde bisher am 8. Mai 1944 gemessen.

Warnung. Kein Ende der Zamg-Schneewarnung: Die Straßenverhältnisse waren gefährlich. Für viele Straßen im Süden und in Salzburg wurde Schneekettenpflicht ausgerufen. Eine Gefahr ist der feuchte, schwere Schnee. Unter seiner Last können Bäume, aber auch Strommasten umknicken.

Kältewelle. Ab jetzt wird es wieder ein wenig wärmer. Aber die ersten Langzeitprognosen für den Mai zeigen, dass wohl in einer Woche eine zweite Kältewelle im Anmarsch ist.

Schneeregen: Serienunfall mit 12 Autos auf Autobahn

OÖ. Auf der Pyhrnautobahn bei Wartberg an der Krems setzte um 13.30 Uhr heftiger Schneeregen ein. Die Lenker von zehn bis zwölf Autos verloren die Kontrolle, krachten ineinander und in die Leitplanken. Die Autobahn wurde gesperrt.

FOKE_2019050514507981_049-B.jpg © fotokerschi.at/Kerschbaummayr

Tief "Xerxes" bringt uns weiter Schnee und Regen

Prognose. „Xerxes“ ist höchst aktiv. Das Tief sitzt über der Adria und schiebt extrem feuchte Luftmassen zu uns nach Österreich. Gekoppelt mit extremer Kälte aus dem Norden ergibt das das Ausnahmewetter bei uns.

Heute wütet „Xerxes“ noch immer und lässt es in vielen Orten bis hinunter auf 500 Meter schneien. Am Nachmittag sollte es überall trocken sein, wobei dann der Wind an Stärke zunimmt. In den Bergen bläst er mit bis zu 100 km/h, im Burgenland immerhin noch mit 80 km/h.

20 Grad. Morgen wird es deutlich ruhiger, bis zu 15 Grad sollten möglich sein. Am Mittwoch erreichen wir wieder die 20-Grad-Marke.

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Viele Wolken und trüb, zeitweise Regen, 2/10°

Störungseinfluss sorgt recht verbreitet für trübe Wetterverhältnisse. In den meisten Landesteilen ist es dicht bewölkt. Lediglich im Südwesten scheint die Sonne immer wieder kurz. Mit Regenschauern ist fast im ganzen Land zu rechnen. Der Schwerpunkt liegt am Vormittag in der Osthälfte und verlagert sich am Nachmittag in die Westhälfte bzw. in das Bergland. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 800 und 1300m Seehöhe. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nord bis Ost. Tageshöchsttemperaturen 6 bis 13 Grad, mit den höchsten Werten im Westen. Heute Nacht: In der Nacht auf Sonntag lockert die Bewölkung nördlich des Alpenhauptkammes auf und die Schauer gehen dort gänzlich zurück. Weiter im Süden und Osten und Nordosten halten sich länger kompakte Wolken und der eine oder andere Regenschauer ist auch noch möglich. Erst in den frühen Morgenstunden lockert die Bewölkung hier allmählich auf. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 700 und 1000m Seehöhe. Der Wind weht meist nur schwach, nur im westlichen Donautal sowie dem Innviertel teils mäßig, aus Nordost bis Südost. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 3 und plus 4 Grad. Am kältesten wird es inneralpin.
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