15. September 2018 | 12:56 Uhr

weiz.jpg © BFV Weiz

Wieder trifft es Gasen

Unwetter: Steirische Gemeinde wieder Katastrophengebiet

Starkregen und Hagel lösten Muren aus und riss Straßen weg - Oststeirische Gemeinde Gasen abermals zum Katastrophengebiet erklärt.

Nach schweren Unwettern am Freitag ist die oststeirische Gemeinde Gasen (Bezirk Weiz) am Samstag abermals zum Katastrophengebiet erklärt worden. LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) zeigte sich über die Schäden bestürzt. Das geplante Hochwasserschutzprojekt soll statt im Herbst bereits im Frühjahr 2019 starten, sagte Schützenhöfer nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) der APA.

 

Wie keine andere Gemeinde betroffen

Die Gemeinde Gasen sei in den vergangenen Jahren wie österreichweit keine andere Gemeinde betroffen von Unwettern, schilderte Schützenhöfer im Gespräch mit der APA. Alleine nur in diesem Jahr sei die Gemeinde schon das fünfte Mal von schweren Unwettern und Überflutungen heimgesucht worden. "Es ist zum Weinen. Es hat die Gemeinde schon wieder ordentlich erwischt", sagte Schützenhöfer. Eine erste Schätzung des aktuellen Ausmaßes des Schadens belaufe sich auf "eineinhalb bis zwei Millionen Euro. Es werden wohl eher zwei Millionen sein", bezifferte der Landeshauptmann.

Die Breitenauerstraße (L104) wurde auf einer Länge von rund einem Kilometer weggerissen, ein Gehöft wurde evakuiert, Brücken zerstört, wie Schützenhöfer nach einem Besuch an Ort und Stelle berichtete. Eine Familie habe aus ihrem Haus in Sicherheit gebracht werden müssen, weil der Hang dahinter abzurutschen droht. Die Familie ist bei Nachbarn untergekommen. Der Weg zu einer pflegebedürftigen Frau ist unterbrochen, weil eine Brücke weggerissen wurde. Sie soll nun zwischenzeitlich in einem Pflegeheim untergebracht werden. "Die Helfer sind Tag und Nacht im Einsatz, wir werden wohl auch einen kleinen Trupp des Bundesheers anfordern", so Schützenhöfer.

 

5 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen verbaut

In den vergangenen Jahren seien in dem Gebiet bereits fünf Millionen Euro für Schutzmaßnahmen verbaut worden, "die Gemeinde ist am Ende ihres Spielraumes", betonte der Landeshauptmann. Ein neues, rund zehn Millionen teures Hochwasserschutzprojekt sei in der abschließenden Planungsphase. "Ich habe mit Bundeskanzler Kurz telefoniert und gebeten, bei den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen im Rahmen einer Ausnahme stärker zu helfen", schilderte der Landeshauptmann. "Wir müssen Mittel umschichten und ich habe die Zusage, dass der Bund mehr tut", sagte Schützenhöfer. Über konkrete Summen habe man noch nicht gesprochen. Jedenfalls solle das Projekt ins Frühjahr vorgezogen werden. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind und die Gemeinde aufatmen kann, werde dann "im Mindestfall noch ein Jahr" vergehen.

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