24. Juli 2016 | 09:49 Uhr

APA771C.tmp.jpg © APA/BFKDO SCHÄRDING

Oberösterreich

Schwere Unwetter fordern ein Todesopfer

Ein 45-Jähriger wurde im Bezirk Schärding von den Wassermaßen mitgerissen.

 Ein Todesopfer haben schwere Unwetter im Innviertel in der Nacht auf Sonntag gefordert. Im Bezirk Schärding trat in Freinberg der Haibach über die Ufer. Ein 45-Jähriger aus Passau, der nach dem Hochwasser sehen wollte, wurde mitgerissen und ertrank. Unwetter wüteten auch im Salzkammergut und dem Mühlviertel. In Oberösterreich waren über 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Der Passauer hatte zuvor noch sein Auto vor herankommenden Wassermassen in Sicherheit bringen können, berichtete die Polizei in einer Presseaussendung. Danach ging er in ein Lokal, um später nochmals nach dem Hochwasser zu sehen, wobei es zum Unglück kam. Augenzeugen berichteten, dass der Pegel innerhalb von Minuten um etwa zwei bis drei Meter gestiegen sei.

Ganze Straßen von Fluten mitgerissen

Das Hochwasser in diesem Bereich wurde als katastrophal beschrieben. Ganze Straßen waren von der Flut weggerissen. Umgekippte Stromleitungen und Autos in Bächen mussten von den Einsatzkräften gesichert werden. Ebenso mussten Menschen aus vom Wasser eingeschlossenen Fahrzeugen gerettet werden, berichtete das Bezirksfeuerwehrkommando in einer Aussendung. Eine besondere Gefahr für die Einsatzkräfte stellte dabei ein Gasbehälter dar. Dieser wurde durch die Flut aus der Verankerung gerissen, aus einem Leck strömte Gas aus.

Starkregen, Sturm und Gewitter suchten auch das Salzkammergut heim. Besonders betroffen war der Bezirk Gmunden: In Laakirchen und Gschwandt sorgte Hagel für zahlreiche Beschädigungen. Zum Teil waren die Eis-Geschoße so groß wie Hühnereier. Auf der Fahrt zu einem Einsatz erwischte es in Laakirchen auch ein Feuerwehr-Fahrzeug: Der Wasserdruck auf der Straße war so stark, dass ein Lösch-Lastfahrzeug in ein angrenzendes Feld abgetragen wurde und dort stecken blieb. Auch wüteten Unwetter in den Mühlviertler Bezirken Perg und Freistadt. Die Bezirke Linz-Land und Wels-Land zählten ebenfalls zu den Regionen, aus welchen landesweit mehr als 600 Schadensfälle gezählt wurden. Überflutete Straßen und Unterführungen, Vermurungen, sowie teilweise zerstörte Straßen und umgestürzte Bäume hielten die Feuerwehren in den betroffenen Regionen in Atem.
 

Diashow: Unwetter in Oberösterreich

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Unwetter in Oberösterreich

Unwetter auch in Niederösterreich

Ein Blitzschlag während eines Unwetters hat am Sonntag in den frühen Morgenstunden die Pfarrkirche Droß im Bezirk Krems in Brand gesetzt. Das Dach des Turms stand in Flammen, berichtete Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando NÖ. Der Dachstuhl sei massiv beschädigt worden.

Beim Eintreffen der letztlich 100 aufgebotenen Helfer von sechs Feuerwehren kurz nach 1.00 Uhr hätten bereits Flammen aus dem Turmdach geschlagen, teilte Resperger mit. Die Bekämpfung des Brandes erfolgte mithilfe einer Drehleiter und unter Einsatz von vier Wasserwerfern. Der Lösch- und Sicherungsarbeiten dauerten etwa vier Stunden. Der Dachstuhl ist laut dem Feuerwehrsprecher einsturzgefährdet und muss möglicherweise abgetragen werden.

Sintflutartige Regenfälle

Das Bezirkskommando Krems berichtete von einem schweren Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen und unzähligen Blitzeinschlägen. Betroffen gewesen sei der südöstliche Teil des Bezirkes. Neben dem Brand in Droß gab es zahlreiche überflutete Keller und vermurte Straßen. Mehr als 30 Einsätze seien abzuarbeiten gewesen.

In Stein musste laut Resperger ein Auto aus einer überfluteten Unterführung geborgen werden. Der Lenker habe sich selbst retten können. Unwetterschäden meldete das Landesfeuerwehrkommando auch aus den Bezirken Mistelbach und Korneuburg. Bäume stürzten auf Straßen bzw. in Strom- und Telefonleitungen, Äcker wurden abgeschwemmt und Straßen verschlammt. Zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden. Insgesamt waren dem Sprecher zufolge bei 65 Einsätzen in den vom Unwetter getroffenen Regionen etwa 500 Helfer der Feuerwehr im Einsatz.

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Wolken, im SW etwas Regen -1/5°

In den Niederungen im Norden und Osten sowie am Alpenostrand steigen die Chancen auf Lücken in der feuchten Schicht und damit auf ein paar Sonnenstrahlen. Von Südwesten ziehen aber mehr und mehr Wolken auf und sorgen bis zum Abend vor allem in Tirol und Vorarlberg sowie später auch in Salzburg und Osttirol für Regen. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 900 und 1500m Seehöhe. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Süd bis West. Die Nachmittagstemperaturen umspannen 2 bis 11 Grad, mit den höchsten Werten in mittleren Höhenlagen. Heute Nacht: In der Nacht auf Samstag breiten sich von Westen mehr und mehr dichte Wolken aus, die anfangs in Vorarlberg und Tirol Regen, in Lagen oberhalb von 900 bis 1400m Seehöhe Schneefall bringen. Bis zum Morgen breiten sich die leichten Niederschläge entlang der Alpennordseite bis Oberösterreich aus. Weiter im Osten und Südosten startet die Nacht hingegen anfangs noch aufgelockert bewölkt, stellenweise gibt es aber auch noch besonders hartnäckige Hochnebelfelder. Der Wind weht allgemein nur schwach bis mäßig bei Tiefsttemperaturen zwischen minus 4 und plus 3 Grad.
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