26. Dezember 2024 | 07:01 Uhr

Schnee in Wien © APA/PICTUREDESK.COM/APA/BRANDSTAETTER IMAGES/VOTAVA/HELMUT FOHRINGER

Klimawandel

Schnee war gestern: Immer weniger verschneite Tage in Wien

Wenn ältere Semester davon erzählen, dass es früher in Wien viel öfter geschneit hat als heute, dann ist das mehr als ein persönlicher Eindruck.  

Gab es in den 1950er-Jahren durchschnittlich bis zu 50 Tage in Wien mit einer geschlossenen Schneedecke, so hat sich diese Zahl in den 2000er-Jahren auf 32 reduziert. Grund dafür ist laut Geosphere Austria der Klimawandel.

Schnee in Wien © APA/PICTUREDESK.COM/APA/BRANDSTAETTER IMAGES/VOTAVA/HELMUT FOHRINGER

Die durchschnittliche Wintertemperatur in Österreich ist seit den 1930er-Jahren um etwa 0,25 Grad pro Jahrzehnt gestiegen, was sowohl zu einer Abnahme der Schneehöhe als auch der Anzahl der Tage mit Schneedecke geführt hat. "In Wien gibt es immer weniger Schnee - wie allgemein in den tiefen Lagen Österreichs, unterhalb von rund 1.500 Metern Seehöhe. Durch die markante Klimaerwärmung der vergangenen Jahrzehnte fällt in tiefen Lagen der Niederschlag öfter als Regen und nicht als Schnee, und gefallener Schnee schmilzt schneller wieder", sagte Geosphere-Austria-Klimatologe Alexander Orlik. Langfristig ist auch zu erwarten, dass die Anzahl der Tage mit Schneedecke weiter abnehmen wird.

An der Wetterstation der Geosphere Austria auf der Hohen Warte in Wien gab es im Zeitraum 1931 bis 1960 in einem durchschnittlichen Winter demnach auch 47 Tage mit einer Schneedecke, im Zeitraum 1961 bis 1990 waren es 46 Tage und im Zeitraum 1991 bis 2020 nur noch 32. "Die meisten Tage mit Schneedecke gab es auf der Hohen Warte mit 108 im Winter 1939/40, die wenigsten mit nur einem Tag im Winter 2019/20", so Orlik.

Schnee in Wien © APA/PICTUREDESK.COM/APA/BRANDSTAETTER IMAGES/VOTAVA/HELMUT FOHRINGER

Auch Neuschneesummen haben abgenommen

Auch die Neuschneesummen haben abgenommen. Lag die Menge in einem durchschnittlichen Winter im Zeitraum 1961 bis 1990 noch bei 86 Zentimetern, waren es im Zeitraum von 1991 bis 2020 nur mehr 50 Zentimeter. "Die größte Neuschneesumme gab es auf der Hohen Warte mit 222 Zentimetern im Winter 1969/70, die geringste mit zwei Zentimetern in den Wintern 2013/14 und 2019/20", meinte der Klimatologe.

In den kommenden Jahren ist mit einer weiteren Reduktion von Schneetagen zu rechnen. Die Anzahl könnte in Wien demnach auf unter zehn Tage pro Jahr sinken, insbesondere in den tieferen Lagen der Stadt. Die Schneehöhen werden ebenfalls abnehmen.

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18

Im W zunehmend bewölkt, sonst sonnig, -2/6°

In vielen Landesteilen überwiegt sonniges und trockenes Wetter. Im östlichen Flachland liegen aber zum Teil zähe Hochnebel, die sich auch bis zum Abend kaum lichten. In Vorarlberg und Tirol tauchen hingegen im Laufe des Nachmittags erste Wolken einer aufziehenden Kaltfront auf, die sich in der Folge langsam nach Osten ausbreiten. Mitunter setzt im äußersten Westen bis zum Abend auch leichter Regen ein. Der Wind weht generell nur schwach aus meist südlichen Richtungen. In Abhängigkeit von Sonnenschein, Hochnebel und Wolken liegen die Tageshöchsttemperaturen zwischen 3 und 11 Grad. Heute Nacht: In der Nacht auf Montag breiten sich Wolken einer Kaltfront allmählich in Richtung Osten und Südosten aus und lösen im östlichen Flachland, im Donautal sowie am Alpenostrand letzte Hochnebelreste ab. Bis zum Morgen setzt bei einer Schneefallgrenze zwischen 700 und 1000m Seehöhe schließlich vom Bregenzer Wald, entlang der Alpennordseite bis ins westliche Niederösterreich Regen ein. In den Landesteilen nördlich der Donau ist während der Morgenstunden vereinzelt Glätte möglich. Der Wind weht unverändert schwach bei Tiefsttemperaturen zwischen minus 4 bis plus 3 Grad.
mehr Österreich-Wetter