05. Jänner 2018 | 07:03 Uhr

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Tirol & Vorarlberg

Verkehrs-Chaos durch Schnee & Lawinen

Vor allem im Westen des Landes kommt es zu Verkehrsbehinderungen. Lawinengefahr extrem hoch.

Der Winter macht ab heute zwar eine Pause, doch am frühen Freitagmorgen war davon in weiten Teilen des Landes nichts zu spüren. Der Winter hatte vor allem Vorarlberg, Tirol, Kärnten und die Steiermark im Griff. Schneemassen sorgten in Vorarlberg für zahlreiche Verkehrswarnungen. Bei Müselbach sorgte eine Schlammlawine für eine Straßensperre. Auch am Arlberg sorgten Neuschneemassen und Nasslawinen für Straßensperren, unter anderem von der Arlbergstraße. Lech und Zürs sind nicht erreichbar.

In Tirol waren wegen der erhöhten Lawinengefahr und vielen Abgängen zig Straßen gesperrt. So war auch in vielen Skigebieten auch nur schleppend ein Weiterkommen möglich. Am Hahntennjoch, im Kühtai, im Pitztal, Ötztal, Sellraintal und am Gerloßpass waren Straßen wegen der Lawinen gesperrt.

Auch in Salzburg und Kärnten kam es zu Behinderungen und Warnungen vor glatten Fahrbahnen. So war die B99 Katschberg-Straße zwischen Obertauern und Mauterndorf aufgrund von Lawinen gesperrt.

Wochenende mit kritischer Lawinensituation

Und die Gefahr ist nicht gebannt. Zwar ist in den nächsten Tagen nicht bis Schneefall ins Tal zu rechnen, allerdings kommt das Tauwetter. Besonders Tirol rüstet sich für ein Wochenende mit kritischer Lawinensituation. Verbreitet herrscht Lawinenwarnstufe "4", also die zweithöchste Gefahrenstufe. Insbesondere in den Gebieten rund um die Bezirke Reutte, Landeck und Imst steige die Gefahr ab morgen, Freitag, durch starken Schneefall an.

Der Lawinenwarndienst der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes riet daher dringend von Skitouren und Variantenfahrten ab und rief zu genereller Vorsicht im Gelände auf. "Bei einer Lawinenwarnstufe 4 sprechen wir von einer großen Lawinengefahr. Aufgrund der prognostizierten Wetterverhältnisse rechnen wir mit einem erhöhten Einsatzaufkommen am Wochenende", betonte Rudi Mair vom Lawinenwarndienst.

Das aktuelle Schneeradar

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Höchste Alarmbereitschaft

Im ganzen Land gelte erhöhte Alarmbereitschaft. Zudem suchte Tirol beim Österreichischen Bundesheer um einen Assistenzeinsatz und die Bereitstellung eines Hubschraubers am Stützpunkt in Vomp an. So könnten die zivilen Einsatzkräfte unterstützt bzw. Erkundungsflüge für die Lawinenkommissionen durchgeführt werden. Weitere Sperren von exponierten Straßen und Wanderwegen seien durchaus möglich, hieß es.

"Die Lage bleibt jedenfalls bis Sonntag kritisch: Triebschnee-und selbstausgelöste Nassschneelawinen sind jederzeit möglich", betonte Mair. Über 2.000 Meter Höhe würden große Mengen an Neuschnee und Wind für eine gefährliche Konstellation sorgen. Darunter seien es die großen Regenmengen und der damit verbundene Festigkeitsverlust der Schneedecke, die die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen erzeugten. Die Experten warnten davor, die gesicherten Pisten zu verlassen.

Hier droht am meisten Niederschlag

Im Niederschlagsschwerpunkt, von den Lechtaler Alpen über die Arlberg- und Verwallregion bis in das Paznauntal, seien bis Freitagfrüh 80 bis 120 Zentimeter Neuschnee vorhergesagt. Vom Wetterstein bis zum Wilden Kaiser Gebirge könnten es bis zu 70 Zentimeter sein, in Osttirol zwischen 20 (Lienzer Dolomiten) und 50 (Tauernhauptkamm). In den übrigen Regionen Tirols werden maximal 20 bis 40 Zentimeter zusammenkommen.

Die Aussichten für Samstag

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Die Aussichten für Freitag

Im Westen und Norden ziehen im Bereich einer Störung dichte Wolken durch, die etwas Regen oder oberhalb von 1.500 m bis 1.900 m Seehöhe auch Schnee bringen. Im Süden halten sich über vielen Tälern und Becken zähe Nebelfelder. Ansonsten ist es wechselnd bewölkt mit Sonne zwischendurch. Der Wind weht im Süden schwach, sonst teils mäßig bis lebhaft aus Südost bis West. Die Frühtemperaturen liegen zwischen minus 4 und plus 6 Grad, die Höchsttemperaturen zwischen 3 und 13 Grad.

Die Aussichten für Samstag

In den Becken im Süden sowie vom Waldviertel bis ins östliche Flachland bleibt es oft den ganzen Tag über trüb durch Nebel und Hochnebel. Lokale inneralpine Talnebel lösen sich zügig auf. Überall sonst ist es oft von der Früh weg wolkenlos und tagsüber bis auf wenige Schleierwolken ungestört sonnig. Der Wind weht schwach bis mäßig, in Föhnstrichen und auf den Bergen lebhaft bis kräftig aus Südost bis Süd. Minus 2 bis plus 4 Grad hat es in der Früh, nachmittags werden Temperaturen zwischen 4 und 14 Grad erreicht.