20. Juli 2022 | 12:47 Uhr

Grado © Astrid Dirsch

Friaul im Ausnahmezustand

Adria-Küste brennt - Grado erstickt im Rauch

Die Region Friaul-Julisch Venetien rief den Ausnahmezustand aus +++ Noch immer kämpft die Feuerwehr gegen die Flammen an.

Feuerwehreinheiten aus Udine, Triest und Görz (Gorizia) waren in der Nacht auf Mittwoch bei einem Großbrand im Karstgebiet im Einsatz. Auch slowenische Feuerwehrleute und Freiwillige waren an den Löscharbeiten beteiligt. Die Feuerwehreinheiten wurden bei der Bekämpfung der Brände von Löschflugzeugen und Hubschraubern unterstützt, wie lokale Medien berichteten. Die Flammen seien noch nicht unter Kontrolle.

Wegen des starken Rauches, der sich nach einem Brand in der Nähe der Hafenstadt Monfalcone entwickelte, musste ein Produktionswerk der Reederei Fincantieri am Mittwoch geschlossen bleiben. 3.000 Mitarbeiter des Schiffsbauer gingen nicht zur Arbeit. Der Beschluss sei gefasst worden, um die Gesundheit der Arbeitskräfte zu schützen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Auch der beliebte Urlaubsort Grado ist von Rauchschwaden eingeschlossen. 

Grado © Helga Happ

Die Region Friaul-Julisch Venetien rief wegen der Brände den Ausnahmezustand aus. Der Autobahnbetreiber "Autovie Venete" ordnete am Dienstag die Sperre des Abschnitts der Autobahn A4 zwischen Redipuglia und Sistiana in Richtung Triest an, die auch am Mittwoch gesperrt blieb. Mitarbeiter der Mautstelle Lisert mussten evakuiert werden.

Zugverkehr eingestellt

Der Eisenbahnverkehr auf der Linie Venedig-Triest blieb zwischen Monfalcone und Duino Aurisina ebenfalls eingestellt, der Bahnhof Triest nicht zugänglich. Mehrere Züge wurden gecancelt und ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, teilte die Bahngesellschaft Trenitalia mit. Die Bahngesellschaft riet den Bürgern in Friaul, auf Reisen zu verzichten.

Die Ursache der schweren Brände, die bereits am Montag im friaulischen Karstgebiet in den Provinzen von Görz und Triest tobten, sind noch unbekannt, Ermittlungen sind im Gang. 350 Hektar Wald wurden zwischen Italien und Slowenien zerstört. Am Freitag war in einem bewaldeten Randgebiet in der Badeortschaft Bibione bei Venedig ein großes Feuer ausgebrochen, das inzwischen gelöscht ist.

Auch in der Toskana kämpften am Mittwoch mehr als 100 Feuerwehrleute weiter gegen einen großen Waldbrand nahe der Stadt Lucca. Rund 500 Bewohner in der Gegend der Gemeinde Massarosa seien vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Feuerwehr in der Früh laut dpa mit. Auf einem Video aus der Nacht war zu sehen, wie die Flammen nahe einer Siedlung loderten und sich an Bäumen hochfraßen. Einige Gas-Tanks seien explodiert, twitterte Regionalpräsident Eugenio Giani. Der Einsatz läuft bereits seit vergangenem Sonntag. 

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Nebel, sonst sehr sonnig, 5/16°

Zwischenhocheinfluss sorgt zum Start in die neue Arbeitswoche zunächst für überwiegend sonniges Wetter. Allerdings können sich vor allem im westlichen Donautal, im Süden sowie generell in inneralpinen Becken und Tälern lokale Frühnebel zäh halten. Im Laufe des Nachmittags ziehen schließlich von Norden zunehmend dichtere Wolken auf und auch im Südosten muss sich die Sonne den Himmel immer öfters mit Wolken teilen. Die vorherrschende Windrichtung ist Nordwest bis Nord. Aus dieser weht der Wind schwach, in Ober- und Niederösterreich stellenweise mäßig. 0 bis 11 Grad in der Früh. Mit 11 bis 22 Grad sind die Tageshöchsttemperaturen erreicht.
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