09. Jänner 2019 | 22:40 Uhr

Niki Fellner aus Zürs:

'Mitten im Schnee-Wahnsinn am Arlberg'

oe24-Chefredakteur Niki Fellner berichtet aus Zürs am Arlberg.

Schnee-Wahnsinn am Arlberg. Seit mehr als 48 Stunden schneit es in Zürs am Arlberg durch – und ein Ende ist nicht absehbar. Bis Freitag wird es weiterschneien. Am Berg liegen schon jetzt drei Meter Schnee, bis Freitag sollen es mehr als 4 Meter sein. Die wenigen, die trotz des Schneetreibens vor die Tür gehen, kehren nach Kurzem wieder um. Es ist, als würde man durch eine Schneewand laufen, man sieht die eigene Hand vor den Augen nicht. Autos sind komplett unter dem Schnee begraben, auf den Dächern bilden sich meterhohe Schneetürme. Die Straßendienste kämpfen verzweifelt gegen die Schneemassen, doch vergeblich: bereits nach wenigen Minuten sind die Fahrbahnen wieder komplett eingeschneit. In den letzten 10 Jahren hat es in einem so kurzen Zeitraum noch nie so viel geschneit.

Dementsprechend angespannt ist die Stimmung am Arlberg. Die Lawinensituation ist kritisch, seit Tagen gilt Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala. Alle Straßen sind gesperrt. Die Orte Zürs, Lech, Stuben und Klösterle sind komplett abgeschnitten. Keiner kann rein, geschweige denn raus. Frühestens am Freitag dürften die Straßen wieder geöffnet werden. Aber wohl nur kurz: Denn bereits am Wochenende soll der Schneefall wieder voll einsetzen.

Am Mittwochabend spitzte sich die Lage am Arlberg jedenfalls noch einmal zu: In Zürs wurde sogar eine Ausgangssperre verhängt. Touristen und Einheimische durften die Hotels und Häuser nicht verlassen. Eine Vorsichtsmaßname, wie es hieß. Aber die Angst vor einem verheerenden Lawinenabgang ist allgegenwärtig.

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Vorarlberger Straßensperren über Nacht aufrecht

Die wegen großer Lawinengefahr verhängten Sperren der Verbindungen in exponierte Vorarlberger Gemeinden bleiben auch in der Nacht auf Donnerstag aufrecht. Das haben die jeweiligen Lawinenkommissionen aus Sicherheitsgründen entschieden. Damit waren die Arlberg-Orte Lech, Zürs und Stuben sowie im Bregenzerwald Schröcken und Warth sowie Gargellen im Montafon weiter von der Außenwelt abgeschnitten.

Ebenfalls nicht auf dem Straßenweg erreichbar war Baad als Ortsteil von Mittelberg im Kleinwalsertal. Auf 1.244 Meter gelegen ist Baad der am höchsten situierte Ortsteil von Mittelberg.

In Vorarlberg aus Sicherheitsgründen nicht befahrbar waren nach Angaben des ÖAMTC unter anderen die Arlbergstraße (L197) zwischen Langen und St. Christoph sowie die Lechtalstraße (L198) zwischen der Alpe Rauz und Zürs. Ebenfalls gesperrt war die Bregenzerwaldstraße (L200) ab Schoppernau sowie die Gargellenerstraße (L192) zwischen Galgenul und Gargellen. Für die Faschinastraße (L193) zwischen Fontanella (Großes Walsertal) und der dazugehörigen Ortschaft Faschina war eine Nachtsperre angekündigt.

16-Jähriger stirbt bei Lawinenabgang

Ein Lawinenabgang in St. Anton am Arlberg im Tiroler Bezirk Landeck hat am Mittwoch ein Todesopfer gefordert. Wie die Polizei berichtete, wurde ein 16-Jähriger im freien Skiraum von den Schneemassen mitgerissen und verschüttet. Für den Burschen kam jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

Der Bursche war gemeinsam mit seinem Vater, seiner Mutter und seinem Bruder unterwegs, als er kurz nach 16.30 Uhr von einer Lawine im freien Skiraum erfasst wurde. Die drei anderen Familienmitglieder blieben unverletzt. Die Erhebungen zum genauen Unfallhergang waren vorerst nicht abgeschlossen.



 

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