23. Februar 2024 | 23:13 Uhr

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Wintereinbruch

Nach stundenlanger Sperre: Brennerautobahn wieder frei

Die A13 (Brennerautobahn) in Tirol ist seit dem Freitagabend um kurz nach 22.00 Uhr nach stundenlanger Sperre wegen starker Schneefälle und in Folge hängen gebliebener Lkw wieder frei befahrbar. Das berichtet die ASFINAG gegenüber der APA.

Die Sperre hatte seit den Mittagstunden angedauert, mehr als 150 Lkw mussten unter schwierigsten Bedingungen abgeschleppt werden. Innerhalb kürzester Zeit waren 70 cm Neuschnee gefallen. 

Grund für Sperre: "schlecht ausgerüstete Schwerfahrzeuge" 

Die Sperre hatte vom Autobahnknoten Innsbruck-Amras bis zum Brennerpass zurückgereicht. Zu den Behinderungen war es durch mehrere "schlecht ausgerüstete Schwerfahrzeuge" gekommen, die auf der Autobahn hängen blieben. Weitere Lkw versuchten diese Fahrzeuge zu überholen und blieben ebenfalls hängen. Diese Lkw-Fahrer nutzten trotz Fahr- und Überholverbots den zweiten und dritten Fahrstreifen. Pkw und vor allem auch Räumfahrzeugen war der Weg versperrt, ein Durchkommen nicht mehr möglich. In der Folge mussten die Schwerfahrzeuge mit großem Aufwand aus einem Abschnitt von rund drei Kilometern einzeln abgeschleppt werden. Es seien vorsorglich Spezial-Abschlepptrupps entlang der Strecke postiert worden - diese sollten die Lkw wieder flott machen, hatte ASFINAG-Sprecher Alexander Holzedl gegenüber der APA am Nachmittag erklärt. Der Autobahnbetreiber war mit rund 30 Räumfahrzeugen im Dauereinsatz.

Später - mit anhaltendem Schneefall - kam zudem das Problem hinzu, dass die Fahrzeuge in den Steigungsbereichen nicht mehr selbstständig anfahren konnten, hieß es. Die Spezial-Abschlepper mussten hier alle Fahrzeuge einzeln wieder flottmachen. Aufgrund der besonderen Umstände wurde übrigens das Nachtfahrverbot für Lkw ausgesetzt, informierte das Land.

Laut dem Online-Portal "stol.it" war die Brennerautobahn auf italienischer bzw. Südtiroler Seite ab der Mautstelle Sterzing in Fahrtrichtung Norden ebenfalls zumindest vorübergehend gesperrt. Auch die Brenner Straße (B 182) von Innsbruck Richtung Brenner zwischen der Ausfahrt A 13 Innsbruck-Süd und Matrei am Brenner war vorerst nicht befahrbar.

Rotes Kreuz versorgte wartende Autofahrer

Wartende Autofahrer auf der Autobahn, die schon seit Stunden im Stau stehen, waren seit dem frühen Freitagabend von Einsatzkräften des Roten Kreuzes versorgt worden. Diese verteilten Tee, weitere Getränke, Snacks und Süßigkeiten, hieß es. "Wir werden immer wieder über die Mittelleitschiene steigen, um zu den Menschen zu gelangen", erklärte die Bezirkskommandantin des Roten Kreuzes von Innsbruck-Land, Monika Müller, gegenüber dem ORF Tirol.

Für Ärger sorgte die Sperre beim Transitforum Austria-Tirol. Dass starker Schneefall drohe, sei bekannt gewesen, bemängelte Obmann Fritz Gurgiser der APA gegenüber mangelnde Vorkehrungen und ortete "Tiroler Chaospolitik". Vielmehr werde "zugeschaut, bis die A13 mit quer gestellten Lkw außer Kraft ist." Nun würden hohe, vermeidbare volkswirtschaftliche Kosten entstehen, kritisierte Gurgiser und ortete Tirol an einem "Brennpunkt".

Auch andernorts sorgte der Neuschnee für vereinzelte Probleme: Auf der Inntalautobahn (A12) bei Kufstein in Richtung Bayern wurden ebenfalls Staus verzeichnet. Verzögerungen gab es unter anderem auch auf der Zillertalstraße (B169), der Stubaitalstraße (B183) und der Seefelder Straße (B177). Nach einem Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen musste zudem die Sellraintalstraße (L13) zwischen Gries und Sellrain in beiden Richtungen gesperrt werden. Und auf der Felbertauern-Mautstraße in Osttirol galt eine Totalsperre für alle Fahrzeuge zwischen dem Felbertauerntunnel und Mittersill.

Schneekettenpflicht galt unter anderem auf der Arlbergstraße (B197) zwischen St. Anton am Arlberg und Alpe Rauz in beiden Richtungen, auf der Tuxer Straße (L6) zwischen Hintertux und Kaltenbach sowie auf der Sellraintalstraße (L13) zwischen Zirl und Kühtai.

Neuschnee machte auch bei der Stromversorgung Probleme

Zwischenzeitlich hatte der Neuschnee lokal auch Auswirkungen auf die Stromversorgung. Über 500 Haushalte waren laut Medienberichten in vier Orten des mittleren Zillertals sowie in Gallzein bei Jenbach kurzfristig ohne Strom. Grund waren laut dem landeseigenen Netzbetreiber Tinetz Bäume, die wegen des Nassschnees auf Leitungen fielen. Am Nachmittag war der Großteil der betroffenen Haushalte aber bereits wieder versorgt.

Die prognostizierten Neuschneemengen für Tirol hatten auch die Lawinengefahr stark ansteigen lassen. In den östlichen und südöstlichen Landesteilen wurde oberhalb der Waldgrenze Lawinenwarnstufe 4 auf der fünfteiligen Skala ausgegeben. Damit herrschte "große Gefahr". In weiten Teilen Tirols wurde die Lawinengefahr als "erheblich" (Stufe 3) eingeschätzt. Auch für Samstag wurde vor großer Lawinengefahr in weiten Teilen des Bundeslandes gewarnt.

Unterdessen zeitigte der Schnee auch in zwei weiteren Bundesländern seine Auswirkungen. In Kärnten wurde am Nachmittag die Wurzenpass Straße (B109), die Villach und Kranjska Gora (Slowenien) verbindet, komplett gesperrt. Kettenpflicht herrschte auf der Katschberg Straße (B99), auf der Turracher Straße (B95), auf der Weißensee Straße (B87) zwischen Weißbriach und Greifenburg und auf der Nassfeld Straße (B90) an der italienischen Staatsgrenze. Bereits ab Mittag gesperrt war die Villacher Alpenstraße, diese Sperre wird voraussichtlich bis Samstag dauern.

In Salzburg wiederum sorgte der Schneefall ab dem mittleren Nachmittag in den südlichen Landesteilen für Unfälle und Straßensperren. Wie die Polizei zur APA sagte, wurde eine Schneekettenpflicht für alle Fahrzeuge für die Fahrt über den Radstädter Tauern (B99) und über den Pass Thurn (B161) bei Mittersill verhängt. Beide Strecken waren kurzfristig auch gesperrt. Gegen 15.00 Uhr erfolgten dann auch Sperren für die Rauriser Landesstraße und die Embacher Landesstraße. Laut Polizei waren zunächst kleinere Unfälle mit Sachschaden zu verzeichnen, vor allem weil sich die Lenker nicht an die Schneekettenpflicht gehalten hätten.