03. November 2018 | 20:39 Uhr

wetter.jpg © APA/BUNDESHEER/CHRISTIAN DEBELAK

Wetter-Irrsinn

Millionen-Schäden nach Unwetter

Flut und Zerstörung in Kärnten und Italien, Sturm in Salzburg und OÖ, dafür goldener Herbst in Ostösterreich.

Wien. So verrückt offenbarte sich der Klimawandel noch nie: Das Lesachtal in Oberkärnten und Teile Osttirols versanken ab Montag im Dauerregen. Der Gail-Fluss schwoll an, überschwemmte Rattendorf, Sintflut-Alarm. Landwirt Jakob Stattmann (62) aus Waidegg konnte seine Schafe nicht mehr retten: „30 trächtige Muttertiere und ein Widder ertranken“, schildert er ÖSTERREICH: „Das Wasser kam einfach zu schnell.“

Ein Nachbarlandwirt habe 6 Rinder und 40 Schafe verloren, erzählt er. Die ganze Woche schüttete es im Lesachtal, Muren gingen ab, Orte waren abgeschnitten, die Stromversorgung brach zusammen, weil Masten kippten. So viele Einsatzkräfte wie nie zuvor waren im Einsatz: 19.000 Feuerwehrleute und Soldaten bei 1.300 Einsätzen in ganz Kärnten. Der Schaden, der durch Muren entstand: 200 Mio. €.

Land unter. „Samstag gab es erstmals keinen Regen“, so Hermagors Bezirkshauptmann Heinz Pansi zu ÖSTERREICH: „Jetzt geht es ums Aufräumen.“ Auch dabei gibt’s Probleme: Freitag wurde ein Bundesheertrupp – wie berichtet – beinahe durch einen Steinschlag erschlagen.

Sturm. Doch nicht nur die Flut löste Millionenschäden aus: Orkanartige Föhnböen vernichteten Zehntausende Festmeter Wald: „Der Schaden ist noch nicht abschätzbar“, so Heinz Pansi.

Schlimmer als Kärnten traf es Italien: Venedig unter Wasser, landesweit gab es 20 Tote. Auf Sardinien wurden zwei Frauen vom Blitz erschlagen.

Entspannt. Gleichzeitig zeigte sich in Ostösterreich der goldene Herbst: Föhn trieb die Temperaturen auf bis zu 22 Grad. Warmer Extrem-Herbst, der bis Mittwoch so bleibt.

Experte über Klimawandel: "So ein extremes Wetter hatten wir noch nie"

ÖSTERREICH: Warum spielt das Wetter so verrückt?

Klaus Stadlbacher: Schuld ist ein Genua-Tief. Warme, feuchte Luft strömte aus dem Süden zu uns, das ist normal. Aber: Eine derart extreme Auswirkung gibt es sehr selten. Begleitet wurde das Tief von einem Föhnsturm. Innerhalb kürzester Zeit schnellte die Temperatur auf bis zu +22 Grad – ein absoluter Rekordwert für eine Oktober-Nacht.“

ÖSTERREICH: Warum entlud sich der Regen bei uns nur in Oberkärnten?

Stadlbacher: Das hat mit den lokalen Staueffekten zu tun, die gesamte Regenmenge kam südlich der Alpen. Nördlich war der Föhnsturm.

ÖSTERREICH: Klimawandel?

Stadlbacher: Es ist einer der wärmsten Oktober, davor lange Hitze- und Trockenphasen. Das ist bereits die Veränderung des Klimas.

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Teils Schneefall oder Schneeregen, windig. 1/5°

Einmal mehr überwiegen dichte Wolken. Am Vormittag ist verbreitet Niederschlag zu erwarten, trocken bleibt es vermutlich nur ganz im Süden und Nordwesten. Im Osten regnet oder schneit es intensiv. Im Tagesverlauf klingen die Niederschläge im Westen ab und es zeigt sich teilweise sogar kurz die Sonne. Im Osten ist weiterhin oft mit anhaltendem und kräftigem Niederschlag zu rechnen, der erst in der Nacht allmählich abklingt. Die Schneefallgrenze liegt zunächst oft in tiefen Lagen und steigt im Tagesverlauf auf etwa 400 bis 800m Seehöhe an. Der Wind weht mäßig bis lebhaft, im Südosten und Süden stark bis stürmisch, aus Nordwest bis Nord. Frühtemperaturen minus 5 bis plus 4 Grad, Tageshöchsttemperaturen 2 bis 7 Grad.
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