16. März 2017 | 06:30 Uhr

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Tuxer Alpen

Lawinen-Drama in Tirol: Vier Tote

Acht Tourengeher aus der Schweiz wurden von Schneemassen mitgerissen.

Ein Lawinenabgang am 2.453 Meter hohen Jochgrubenkopf in den Tuxer Alpen im Gemeindegebiet von Schmirn (Bezirk Innsbruck-Land) hat am Mittwoch vier Menschenleben gefordert. Die Lawine hatte sich gegen 12.30 Uhr gelöst und nahm laut Bergrettern riesige Ausmaße an: Sie war rund 700 Meter breit, im Bereich des Lawinenkegels türmten sich die Schneemassen bis zu zwölf Meter hoch.

Laut vorläufigem Erkenntnisstand wurde eine achtköpfige Gruppe von Tourengehern aus der Schweiz von der Lawine erfasst. Während sich vier Mitglieder selbst befreien konnten bzw. nur zum Teil verschüttet wurden, begruben die Schneemassen vier Wintersportler unter sich. "Die ersten Einsatzkräfte waren etwa 15 Minuten nach der Alarmierung am Lawinenkegel", sagte der Geschäftsführer der Tiroler Bergrettung, Peter Veider.

Tourengeher gut ausgerüstet
Alle Gruppenmitglieder seien gut ausgerüstet gewesen und hätten LVS-Geräte (Lawinenverschüttetensuchgerät, Anm.) bei sich gehabt, so Veider: "Dadurch haben wir die Verschütteten relativ schnell orten können". Da sich die ersten drei Opfer aber in rund fünf Metern Tiefe befunden hatten, nahm ihre Bergung dementsprechend viel Zeit in Anspruch.

12 Meter tief verschüttet
Die ersten drei Todesopfer wurden am Nachmittag geborgen. Die Suche nach dem vierten Verschütteten gestaltete sich schwieriger. Laut Veider wurde er in rund zwölf Metern Tiefe lokalisiert. Neben Schaufeln kam auch eine Handschneefräse zum Einsatz. An der Suchaktion waren knapp 60 Mann der Bergrettung, Alpinpolizei und fünf Rettungshubschrauber beteiligt.

Laut dem Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes, Rudi Mair, ist es auf diesem Hang schon mehrmals zu Lawinenunglücken gekommen. Bei diesem handle es sich um "extrem steiles Gelände", erklärte Mair: "Teilweise ist der Hang dort bis zu 40 Grad steil". Außerdem sei er nord- und somit schattseitig gelegen. Insgesamt habe es sich daher um "keine gute Tourenwahl gehandelt", so der Leiter des Lawinenwarndienstes.

"Altschneeproblem"

Für diesen Bereich sei auch das sogenannte "Altschneeproblem" typisch. Davon sprechen Experten, wenn in der Altschneedecke langlebige Schwachschichten existieren, die durch Zusatzbelastung ausgelöst werden können. "Das Altschneeproblem ist ein für diesen Winter typisches Gefahrenmuster", betonte Mair. In der Schneedecke seien viele Schwachschichten eingelagert, und das Fundament sei insgesamt störanfällig. "Daher reicht schon geringe Zusatzbelastung aus".

In Tirol herrschte am Mittwoch oberhalb von etwa 2.200 Metern "mäßige" Lawinengefahr, darunter wurde sie von den Experten als "gering", also mit Stufe 1 der fünfteiligen Skala eingeschätzt. Mögliche Gefahrenstellen seien vor allem in sehr steilen, bisher wenig befahrenen Schattenhängen oberhalb von 2.200 Metern zu finden, hieß es.

Der Jochgrubenkopf in den Tuxer Alpen war bereits vor rund einem Jahr Schauplatz eines großen Lawinenabgangs: Am 13. Februar trat eine achtköpfige Skitourengruppe aus Frankreich beim Aufstieg ein Schneebrett los, das weitere Lawinen auslöste. Damals wurden vier Personen teilweise verschüttet, blieben aber unverletzt.



 

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Viele Wolken, teils mit Regen. 7/17°

Insgesamt sind viele Wolkenfelder vorhanden, auch nennenswerte Mengen an Saharastaub in der Luft sorgen für eine zusätzliche Himmelstrübung. Vor allem in der Osthälfte gibt es aber auch Auflockerungen mit kurzen sonnigen Abschnitten. Im Westen und Südwesten ist mit Regenschauern zu rechnen, sonst bleibt es trocken. Der Wind weht schwach bis mäßig, im Osten lebhaft, entlang der föhnigen Alpennordseite teils stark, aus Ost bis Südwest. Die Tageshöchsttemperaturen betragen 11 bis 21 Grad. Heute Nacht: Die Nacht verläuft von kurzen Auflockerungen abgesehen oft trüb und besonders in der Westhälfte ist zumindest zeitweise mit Regen zu rechnen. Weiter nach Osten zu sind nur einzelne Regenschauer zu erwarten. Die Schneefallgrenze sinkt im Westen auf 1500 bis 1900m Seehöhe, sonst liegt sie meist über 2000m Seehöhe. Der Wind kommt schwach bis mäßig aus Südost bis West. Es kühlt auf 5 bis 11 Grad ab.
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