19. Juli 2021 | 10:05 Uhr

Elisabeth Köstinger

Sind Klimaschützer schuld?

Köstinger: Schwere Vorwürfe nach Hallein-Drama

Ministerin Köstinger übt scharfe Kritik: "Hallein hätte verhindert werden können"

Nach Ansicht von der auch für Hochwasserschutz zuständigen Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hätten die Unwetter-Schäden in Hallein verhindert werden können. "In Österreich funktioniert der Hochwasserschutz grundlegend gut", sagte Köstinger am Montag in Brüssel vor dem Treffen mit ihrem EU-Amtskollegen. Aber Hallein hätte gezeigt, dass die Beeinspruchung eines Schutzprojektes durch den Naturschutzbund, langfristig auch zu Katastrophen führen könne.

Hallein hätte verhindert werden können 

"Hallein wäre zu verhindern gewesen, wenn dieses bewilligte und ausfinanzierte Projekt gebaut worden wäre", betonte Köstinger. Es sei an der "Zeit für Schutzprojekte dieser Art auch andere Rahmenbedingungen an den Tag zulegen, was vor allem auch die Möglichkeit von Parteienstellung und Einsprüchen betrifft".

"Klimaschutz und Hochwasserschutz sind kein Entweder-oder", meinte Köstinger. Es brauche beides. "Die Investition in Schutzmaßnahmen für Menschen und Güter hat hohe Priorität. Die Menschen an Ort und Stelle haben nicht das geringste Verständnis für Einsprüche von NGOs, die jahrelange Verzögerungen bei Schutzprojekten zur Folge haben", sagte die Ministerin der APA.

Wie groß der Schaden für die Landwirtschaft sei, könne sie noch nicht sagen. Derzeit laufe die Schadenserhebung, so die Landwirtschaftsministerin. Bei den Hagelunwettern in Oberösterreich und Niederösterreich vor ein paar Wochen lag der Schaden bei ungefähr 50 Millionen Euro und das "innerhalb kürzester Zeit".
 

»Dieses Ereignis hätte uns erspart bleiben können«  

Schwere Vorwürfe erhebt aber auch der Bürgermeister von Hallein

Der Bürgermeister von Hallein, Alexander Stangassinger im ÖSTERREICH-Gespräch.

ÖSTERREICH: Bei so einem kleinen Bach hätte wahrscheinlich niemand mit diesen Folgen gerechnet. Sehen Sie jetzt in puncto Hochwasserschutz Verbesserungsbedarf?

Alexander Stangassinger: Nein, sehe ich nicht, weil wir schon mittendrin waren bei dem Projekt "Hochwasserschutz Kothbach". Nur ist das Hochwasser jetzt um ein Jahr zu früh gekommen, weil wir noch mitten in der Bauphase sind. Das erste Projekt wäre in zwei Monaten fertiggestellt worden. Es ist ein Projekt, das schon seit mehreren Jahren läuft, ist aber leider von einigen Anrainern und dem Naturschutz um einige Jahre verzögert worden. Dieses Ereignis hätte uns also eventuell sogar erspart bleiben können, wenn nicht einige wenige dagegen angekämpft hätten. Wir sind aber schon in der Bauphase und das erste von drei Hochwasserschutzprojekten, in dem Fall Gräben, wäre in zwei Monaten fertig geworden.

ÖSTERREICH: Was wird noch genau errichtet?

Stangassinger: Es werden Rückhaltebecken, sogenannte Retentionsbecken, errichtet.  

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Viel Sonne, im Südosten länger bewölkt. 4/17°

Unter Zwischenhocheinfluss setzt sich in den meisten Landesteilen sonniges und trockenes Wetter durch. Vor allem im Südosten halten sich jedoch Störungsreste in Form von ein paar dichteren Wolken oder hochnebelartiger Bewölkung länger. Hier kann sich im Laufe des Nachmittags die Sonne nur langsam behaupten. Während der Abendstunden treffen schließlich von Westen erste dichtere Wolken einer Störung ein, die mitunter in Tirol und Vorarlberg lokalen Regen bringen. Der Wind weht schwach bis mäßig, meist aus Ost bis Südwest bei Nachmittagstemperaturen zwischen 11 und 24 Grad. Die höchsten Temperaturen werden in den westlichen Landesteilen gemessen. Heute Nacht: In der Nacht auf Sonntag erreichen Wolken einer schwachen Störung von Westen Österreich und breiten sich bis zum Morgen langsam ostwärts aus. Während der Morgenstunden kann es vor allem in Tirol und Vorarlberg örtlich mitunter auch regnen. In Teilen der Steiermark sowie generell am Alpenostrand muss außerdem mit lokalen Nebelfeldern gerechnet werden. Bei schwachem bis mäßigem Wind aus Ost bis Süd sinken die Temperaturen auf plus 12 bis minus 2 Grad.
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