28. Juli 2020 | 15:14 Uhr

Fiaker © TZOe Singer

VGT: "Viel zu spät"

Jetzt schon 36 Grad! "Hitzefrei-Neu" für Wiens Fiaker gefordert

Wiens Fiaker bekommen hitzefrei - in der Wiener City wurden Dienstagnachmittag 36 Grad gemessen.

Wien. In einer offiziellen Aussendung des VGT wird heftige Kritik im Umgang mit Wiens Fiaker geübt und eine Herabsetzung der "Hitzefrei-Grenze" gefordert: Wien Innere Stadt, 14:30 Uhr. Die Messstation der ZAMG zeigt einen Wert von über 35 Grad Celsius an – im Schatten. Nur wenige Augenblicke später kletterten die Temperaturen auf ganze 36 Grad. Davor vergingen viele Stunden, in denen die Pferde bei bis zu 38.5 Grad in der  Sonne stehen und arbeiten mussten. Der VGT fordert daher Hitzefrei ab  30 Grad in ganz Österreich für alle Kutschenpferde, bevor noch ein Tier  zu Schaden kommt.
 
Was haben Rom, Barcelona, Paris, Berlin, New York, Istanbul, …und praktisch alle anderen Städte mit Pferdekutschen gemeinsam? Sie haben in  den letzten 2-3 Jahren lange geforderte Fahrverbote und gesetzliche  Regelungen geschaffen, um passend auf die ständig steigenden  Temperaturen im Hitzepol Stadt zu reagieren. In Wien hingegen –  Fehlanzeige. Trotz grüner Regierungsbeteiligung und vieler Versprechen  wird weiterhin nur halbherzig bis gar nicht reagiert.
 
2020 herrscht Einigkeit unter Tiermediziner_innen über die schädlichen Auswirkungen hoher Temperaturen auf den Pferdekörper. Pferde  vertragen Hitze aufgrund ihrer größeren Muskelmasse wesentlich  schlechter als zB. Menschen. Daher düren Pferde ab spätestens 30° C  Außentemperatur nicht mehr bewegt werden.
 
VGT-Campaigner Thomas Seewald zeigt sich erzürnt: In Wien liegt mangels gesetzlicher Bestimmungen die Verantwortung in den Händen der Fiaker. Die Folge dessen war gerade gestern wieder gut sichtbar: Obwohl die 30° Grenze bereits überschritten war, standen doppelt so viele  Kutschen wie erlaubt am Stephansplatz. Der Profit hat Priorität, das  Tierwohl hat dabei keinen Platz, wie es scheint. Dieses Hitzefrei heute  kommt leider viel zu spät in jeder Hinsicht, hier braucht es eine klare Nachschärfung, damit die Pferde, wie in jeder modernen Stadt, in Wien an  Hitzetagen über 30° gar nicht erst ausfahren müssen!
 
Thomas Seewald weiter: Wir fordern, dass die Stadt Wien hier Verantwortung übernimmt und sofort ein Hitzefrei ab 30° und ein Pferdeschutzpaket beschließt, das diesen Namen verdient. Erst dann kann  man glauben, dass man es in Wien tatsächlich ernst meint mit Pferdeschutz!
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