20. Juni 2016 | 11:00 Uhr

Hochwasser Bodensee © Archivbild/APA

Vorarlberg

Vorarlberg

Ferienhäuser in Fußach stehen weiter unter Wasser.

Der Bodensee ist auch am Montag weiter angestiegen, aber nicht mehr stark. Der Pegel in Bregenz wies die Marke von 516 Zentimetern aus, nachdem das Niveau eines zehnjährlichen Hochwassers (512 Zentimeter) schon am Sonntag überschritten worden war. Die Ferienhäuser im Gebiet "In der Schanz" in Fußach (Bez. Bregenz) standen weiter unter Wasser und waren nicht bewohnbar.

fußach.jpg © APA/DIETMAR MATHIS
© APA/Dietmar Mathis - Hochwasser in Fußach

Aktuellen Prognosen zufolge dürfte das "Schwäbische Meer" bis Mittwoch noch auf 518 Zentimeter anwachsen, anschließend sollte der Pegel wieder fallen. Mit 516 Zentimeter lag der Wasserstand des Bodensees um 85 Zentimeter über dem langjährigen Mittelwert. Im Jahr 1999 - beim bisher letzten gravierenden Hochwasser - war der Bodensee sogar auf 565 Zentimeter angestiegen.

Ferienhäuser evakuiert

Am Wochenende waren in Fußach 252 außerhalb des Hochwasserschutzgebietes liegende Ferienhäuser als Vorsichtsmaßnahme evakuiert worden. Da sie unter Wasser standen, wurden die Gebäude vom Kanalsystem abgehängt, nur die Stromversorgung blieb aufrecht. Damit gab es in den Häusern in "Klein-Venedig" - so wird das Feriengebiet im Volksmund genannt - kein Trink-und kein Duschwasser. "Die Lage hat sich stabilisiert", sagte am Montag Bürgermeister Ernst Blum auf APA-Anfrage. Bis wann die Besitzer ihre Ferienhäuser, die weiter unter Wasser stehen, wieder benützen können, war vorerst aber noch völlig unklar. Der Wasserspiegel des Bodensees wird nämlich nur langsam sinken.

Mit Hochwasserschutz zufrieden

Landeshauptmann Markus Wallner und Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (beide ÖVP) waren nach den Hochwasser-Einsätzen am Freitag und am Wochenende sehr zufrieden. Sowohl am Rhein als auch am Bodensee hätten sich die Schutzbauten und die Einsatzpläne sehr bewährt, betonten sie. Nach den Hochwasser-Ereignissen von 1999 wurden am Vorarlberger Bodenseeufer umfangreiche Schutzbauten errichtet, darunter Dämme, Pumpwerke und mobile Anlagen. "Wir sind für so hohe Bodenseewasserstände gut gerüstet. Die Anlagen funktionieren bestens", sagte Schwärzler.

Wallner seinerseits richtete den Blick auf den Rhein, bei dem Freitag früh ein Abfluss von 2.400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen wurde und der die ihm zugestandenen Überschwemmungsflächen flutete. "Dieses Hochwasser war eine Warnung an uns alle", betonte der Regierungschef. Es bestätige klar die Notwendigkeit für die Verbesserung des Hochwasserschutzes am Rhein. "Das Projekt 'Rhesi' ("Rhein - Erholung - Sicherheit", Anm.) muss zügig vorangetrieben werden, forderte Wallner. Derzeit sind die äußeren Schutzdämme des Rheins auf ein 100-jährliches Hochwasser (3.100 Kubikmeter) ausgelegt, im Zuge von Rhesi soll der Abfluss auf ein 300-jährliches Hochwasser (4.300 Kubikmeter) ausgebaut werden.

regenradar.jpg © Wetter.at
Heutiges Regenradar


Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen