23. Oktober 2018 | 22:00 Uhr

Feuerwehr Wien © TZ ÖSTERREICH (Archiv)

Windspitzen über 100 km/h

Heftiger Sturm: Dutzende Feuerwehr-Einsätze in Wien

Die Feuerwehr Wien war stundenlang aufgrund der Sturmschäden im Einsatz.

Heftige Sturmböen fegten bereits am Dienstag über Teile des Landes. Erste Auswirkungen verspürte man schon am Dienstagnachmittag als zwei Saumbleche in der Größe von einem mal einem halben Meter sich in der Ungargasse in Wien-Landstraße von einem Hausdach gelöst haben und auf der Straße gelandet sind. Laut Christian Feiler, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, sperrten zwei Polizisten, die zufällig an Ort und Stelle mit einer Amtshandlung beschäftigt waren, die Straße und alarmierten die Feuerwehr.

 

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Die Einsatzkräfte sicherten zwei Bleche am Dach mit Schrauben und legten zwei weitere per Drehleiter am Boden ab. Feiler zufolge waren zwei Feuerwehrfahrzeuge mit acht Mann für etwa eineinhalb Stunden im Einsatz.

Dutzende Einsätze durch 100-km/h-Sturm

Aber das war noch nicht alles. Von 20 bis 23 Uhr rückte die Wiener Berufsfeuerwehr insgesamt 75 Mal wegen Sturmschäden aus. Laut Feuerwehrsprecher ist die Tendenz aber über die Nacht stark steigend. Man musste wohl von über 100 Notrufen ausgehen. Personen wurden zum Glück vorerst nicht verletzt, aber es kam zu mehreren herabstürzenden Ästen. Einer sei sogar in ein Fenster gekracht, so Feiler gegenüber oe24. Zudem gab es umgestürzte Bäume und mehrere Baustellenzäune, die durch den Sturm, der mit über 100 km/h über die Stadt fegte, umgeweht wurden.

„Es ist keine Katastrophe, aber wir haben alle Hände voll zu tun“, so Feiler am Dienstagabend. Man sei mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten über die Nacht hinweg beschäftigt, erklärt er weiter. Die Einsätze habe man vorerst mit einem Fahrzeug à sechs Mann abdecken können. Aber man habe bereits Vorkehrungen getroffen, falls dies nicht mehr möglich sein sollte. Feuerwehrleute standen bereit, Reservefahrzeuge wurden ebenfalls geprüft und waren notfalls sofort einsatzbereit.

Oberleitung auf S-Bahn gekracht

Am Abend mussten sogar Fahrgäste aus der S-Bahn-Linie S4 evakuiert werden. Eine Oberleitung krachte am Praterstern auf einen Zug – ob der Sturm die Oberleitung abriss, konnte am Abend noch nicht ausgeschlossen werden.

S-Bahn Oberleitung Praterstern © Viyana Manset Haber

Entspannung erst am Donnerstag

Auch am Mittwoch nimmt die Windstärke noch einmal Fahrt auf. Von Osttirol und Kärnten bis hin zur Obersteiermark sind den ganzen Tag über Böen mit 100 km/h möglich. Auch 120-km/h-Windspitzen sind im Bereich des Möglichen.

Entspannung soll es erst am Mittwochabend oder Donnerstagmorgen geben. Mit dem Sturm kommt auch der – langersehnte – Regen. Vor allem in der Nacht auf Mittwoch fängt es in Vorarlberg an und zieht weiter bis nach Niederösterreich und Wien. Vor allem Salzburg, Oberösterreich und die Obersteiermark sind die Regen-Hotspots des Landes. Der Niederschlag soll dann ebenfalls erst in der Nacht auf Donnerstag nachlassen.


Bis zu einem Meter Neuschnee

Und der Regen im Tal wandelt sich in den höheren Gefilden schnell in Schnee um. Oberhalb von 2.000 Metern sind Neuschneemengen von 40 bis sogar 80 cm möglich. Auf den Gletschern ist sogar mit einem Meter Neuschnee zu rechnen.