27. Februar 2018 | 18:12 Uhr

sbo2.1.jpg © ZAMG

Sonnblick-Wetterwarte

'Haben den kältesten Job Österreichs'

Wetterwarte am Kältepol Österreichs - Skilehrerin auf Gerlitzen.

Sie haben den kältesten Job des Landes: Ludwig Rasser und Norbert Daxbacher. Sie betreuen die Wetterwarte auf dem Sonnblick in Salzburg auf 3.109 Meter Höhe. Minus 32 Grad hatte es Dienstagfrüh, das war Kälte-Rekord.  ÖSTERREICH sprach mit den Wetterexperten.

ÖSTERREICH: Sie haben den kältesten Job des Landes.

Ludwig Rasser: „Ja,  auf alle Fälle. Heute Nacht hatten wir -32 Grad, dazu ein ziemlich starken Nordost-Wind  mit 60km/h.  Auf der Haut fühlt sich das an wie -60Grad, das ist schon heftig.  Wenn man da keine Sturmhaube f hat  oder die Nase nicht geschützt hat, dann wird’s schon eng. 

ÖSTERREICH: Wie oft müssen Sie da ins Freie?

Rasser: Drei Mal pro Tag ist das Minimum. Wir machen Niederschlagsmessungen, reinigen die Geräte, reparieren Defekte. Auf alle Fälle muss mich sich gescheit  anziehen. Viel  Unterwäsche,  Sturmhaube, Skibrille, dicker Anorak. Oft ist der Job rasch erledigt, in einer halben Stunde im Freien. Manchmal muss meterhoher Schnee weggeschaufelt werden, dann dauert‘s eben länger.

ÖSTERREICH: Haben Sie schon schlimmere Kälte erlebt?

Rasser: Ja, für mich ist das nichts Neues. Ich bin schon 38 Jahre auf dem Berg, es hat schon kältere Temperaturen gegeben, bis zu -37/-38 Grad. Das um und auf ist immer der Sturm, das ist das Schlechteste und auch gefährlichste.

ÖSTERREICH: Wie lange wird die die Sibirienkälte noch anhalten?

Rasser: Es wird wohl bis Donnerstag so belieben, dann geht’s um 15 Grad nach oben – dann haben wir wieder Normaltemperaturen.

ÖSTERREICH: Wie lebt Ihr da oben?

Rasser:  Wir haben ein ganz normales Büro, eine Unterkunft , eine Küche, wir führen einen Haushalt wie zu Hause.

ÖSTERREICH: Sie sind verheiratet?

Rasser: Ja, ich habe fünf  Kinder, die  sind alle schon groß.

Frieren im Skikurs

Ebenfalls einen eiskalten Arbeitsplatz hat Chrissi Brandstätter. Dick eingepackt arbeitet die Villacherin als Skilehrerin und Fitnesstrainerin auf der Gerlitzen in Kärnten. Sie geht trotz Eiseskälte mit ihren Skikindern täglich auf die Piste, denn die Schneeverhältnisse sind traumhaft.

Skilehrerin.jpg © privat

ÖSTERREICH: Wie fühlt sich die Kälte für Sie an?

Brandstätter: Scheißkalt. Ich bin total eingepackt mit Gesichtsmaske, Fingerwärmern in den Handschuhen, dicker Unterwäsche und dem Ski-Overall. In den vergangenen Tagen haben wir minus 22 Grad gehabt, doch der Wind war eigentlich das Schlimmste.

ÖSTERREICH: Wie reagieren eigentlich die Kinder?

Brandstätter: Das Schlimmste sind für sie die Liftfahrten, da pfeift´s schon heftig. Wir machen aber jetzt öfter Pause, gehen in die Hütte, das geht schon.

Interviews: Karl Wendl

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Meist trüb, wenig Sonne, 4/12°

Bei einer Schneefallgrenze zwischen 1200 und 1600m Seehöhe ziehen bis zum Abend mit dichten Wolken nördlich des Alpenhauptkammes sowie im Norden und Osten wiederholt Regenschauer durch, die meisten aber in Tirol, in Salzburg und in Oberösterreich. Zwischenzeitlich gibt es aber auch Chancen auf kurze Aufhellungen. Bei einem Mix aus zahlreichen dichten Wolken und sonnigen Abschnitten geht es hingegen von Osttirol ostwärts bis ins Südburgenland weitgehend trocken durch den Nachmittag. Der Wind kommt aus West bis Nordwest und bläst in den Föhntälern im Süden sowie in den nördlichen und östlichen Landesteilen mäßig bis lebhaft. Die Nachmittagstemperaturen 8 bis 14 Grad. Heute Nacht: In der Nacht auf Dienstag ziehen von Westen immer dichtere Wolken auf und mit diesen setzt nördlich des Alpenhauptkammes sowie im Norden und Osten verbreitet Regen und Schneefall ein. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt bei einer Schneefallgrenze zwischen 900 und 1400m Seehöhe aber im Nordstau der Alpen zwischen dem Tiroler Unterland und dem Mostviertel. Hier regnet und schneit es zum Teil intensiv. Weiter im Süden und Südosten geht es hingegen oft trocken, aber auch mit dichten Wolken durch die Nacht. Der Wind kommt aus westlichen Richtungen und weht in den nördlichen und östlichen Landesteilen, aber auch generell über den Alpen teilweise lebhaft. Die Tiefsttemperaturen umspannen minus 1 bis plus 8 Grad.
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