07. März 2017 | 09:54 Uhr

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Heikle Situation

Große Lawinengefahr im Westen Österreichs

Lawinenwarnstufe "4" herrscht am Arlberg und in den Lechtaler Alpen.

Große Neuschnee-Mengen und teilweise stürmischer Wind sorgen für erhebliche Lawinengefahr im Westen Österreichs.

In Vorarlberg war die Situation am Dienstag äußerst heikel. Oberhalb von 2.200 Metern warnte der Lawinenexperte des Landes, Andreas Pecl, am Arlberg und in den Lechtaler Alpen vor großer Lawinengefahr der Stufe "4" der fünfteiligen Skala. Im Rest Vorarlbergs blieb die Lawinengefahr oberhalb von 1.600 Metern nach wie vor erheblich (Stufe "3").

Oberhalb von 1.200 Metern fielen seit Montag in Vorarlberg rund 15 bis 30 Zentimeter Neuschnee, lokal auch mehr. Ein zeitweiser stürmischer Wind sorgte zudem für weitere Verfrachtungen von Neu-und Altschnee und damit zu umfangreichen frischen Triebschneeansammlungen. Sie lägen teils auf lockerem Schnee, seien mit zunehmender Höhe nur schwach bis mäßig mit der Altschneedecke verbunden und deshalb störanfällig, informierte der Experte des Landes.

Vor allem oberhalb von 1.800 Metern in windbeeinflussten Kammlagen, eingewehten Rinnen und Mulden sowie hinter Geländekanten stellten Triebschneeansammlungen am Dienstag eine bedeutende Gefahrenquelle dar. Bereits einzelne Wintersportler könnten an solchen Stellen Lawinen auslösen, warnte Pecl und mahnte, auf Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke zu hören. Skitouren abseits der Pisten erforderten lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.


Spontanauslösungen von Lockerschneelawinen erwartete der Experte am Dienstag vermehrt in den neuschneereichen Gebieten aus steilen Rinnen sowie Fels- und Schrofengelände. Während des Tages soll es in Vorarlberg vor allem in den Nordweststaulagen des Bregenzerwaldes und des Arlbergs schneien. Die Lawinengefahr werde sich nicht wesentlich ändern und könnte in höheren Lagen regional auch noch ansteigen, gab Pecl einen Ausblick auf die kommenden Tage.

In Tirol schätzten Experten die Lawinengefahr oberhalb von 1.800 Metern verbreitet als erheblich, also Stufe "3", ein. Regional sei auch ein Anstieg auf Stufe "4" möglich. Skitouren und Variantenfahren würden Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr erfordern. Die Tourenmöglichkeiten seien eingeschränkt.

Die Hauptgefahr gehe von frischen Triebschneeansammlungen aus. Diese seien oft groß und störanfällig. Eine Lawine könne bereits durch geringe Zusatzbelastung, also schon durch einen einzelnen Wintersportler ausgelöst werden. Falls ausgelöste Lawinen bis in bodennahe Schichten durchbrechen, können sie auch gefährlich groß werden, so die Experten.