08. Juni 2018 | 21:43 Uhr

Muren Eisentratten © FF Eisentratten

Wetterdaten-Vergleich

Extrem-Wetter: Die irre Bilanz

Dass dieses Jahr völlig verrückt ist, merkt jeder. Jetzt gibt es die Daten dazu.

Das verrückte Klima gibt uns keine Ruhe. Auch in der Nacht auf Freitag fegten heftige Gewitter über Südösterreich mit Starkregen und Hagelstürmen. Wieder ist die Zerstörung gewaltig (siehe Kasten unten).

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) hat für ÖSTERREICH die Daten dieses Extrem-Jahres mit den Normalwerten verglichen – sogar die Forscher sind überrascht über dieses außergewöhnliche Wetterjahr.

  • Niederschlags-Rekorde: Die verheerenden Gewitter – vor allem im Süden Österreichs – bringen rekordverdächtige Niederschläge. In Spittal an der Drau (K) hat es in diesem Frühling mehr als doppelt so viel geregnet wie sonst. Das sind laut Zamg 418 Liter pro Quadratmeter, normal wären nur 200. In Graz sind es mit 329 Liter genau um 100 Prozent mehr.

Absurd: Manche Regionen haben gar keinen Regen

  • Blitz-Alarm: Das Blitz-Meldesystem ALDIS errechnete: Nur dreimal in der Geschichte der Wetterdaten gab es mehr Einschläge als heuer. 50.000 Blitze schlugen direkt in den Boden ein. Wenn man die Entladungen, also auch die Blitze, die nie die Erde berühren, mitzählt, sind es 300.000.

  • Dürre: Ganz anders die Lage in Oberösterreich und Salzburg. Seit Wochen hoffen hier nicht nur die Landwirte vergeblich auf ein wenig Regen. Es ist die Rede von Ernteausfällen von bis zu 40 Prozent.

  • Sahara: Schon seit Wochen schwebt Wüsten-Hitze direkt von der Sahara, aber auch von Spanien direkt zu uns. Die Lufttemperaturen sind derzeit um bis zu 10 Grad zu hoch für die Jahreszeit.

  • Ausnahme-Hitze: Schon im April knackten wir erstmals die 30-Grad-Marke. Offizielle „Sommertage“ (an denen es mehr als 25 Grad hat) hatten wir etwa in Wien heuer schon 36. Das sind um 20 mehr als sonst!

Wir müssen uns wohl an dieses Extrem-Wetter gewöhnen, Abkühlung und Gewitter-Beruhigung ist noch keine in Sicht.

Unwetter: Vier Häuser in Kärnten nicht erreichbar

Vielerorts Hangrutschungen und Muren als Folgen des Starkregens.

Kein Ende des Leids in den südlichen Gebieten. Diesmal lag das Zentrum der brutalen Gewitter über Kärnten. Besonders betroffen vom neuer­lichen Starkregen: die Gemeinde Krems (Bezirk Spittal an der Drau) und Bad St. Leonhard (Wolfsberg). Die Erde konnte gegen 16.00 Uhr keine Flüssigkeit mehr aufnehmen.

Hänge rutschten in einen kleinen Bach. Das wiederum verursachte einige Muren in Vorderkrems.

Die Auswirkungen waren katastrophal: Mehrere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude wurden stark beschädigt. Vier Anwesen wurden völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Ein Weg wurde auf einer Länge von 70 Metern einfach weggeschwemmt.

Muren © FF Eisentratten