29. Juli 2020 | 10:14 Uhr

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Wetter-Wahnsinn

Die spektakulärsten Unwetter-Fotos

Über weiten Teilen des Landes gingen am Dienstag heftige Gewitter nieder. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. In der Landwirtschaft entstand ein Millionenschaden.

Auf die Hitze folgten Blitze. Nach dem bisher heißesten Tag des Jahres sind am Dienstag in den Abendstunden schwere Unwetter über Österreich gezogen. Dächer wurden abgedeckt und Keller überflutet. Über 100.000 Blitze wurden innerhalb von nur drei Stunden über Österreich registriert.

In Niederösterreich stand laut Feuerwehr der Bezirk St. Pölten im Mittelpunkt des Geschehens. In Salzburg sorgten in Golling im Bezirk Hallein Starkwind und heftige Regenfälle, teils mit Hagel, für zahlreiche umgestürzte Bäume. Im Tiroler Zillertal ist in Ramsau ein Baum auf zwei Carports und einen Hundezwinger gestürzt, auf das Dach des Nachbarhauses stürzte ebenfalls ein Baum.

Besonders betroffen war auch der oberösterreichische Bezirk Vöcklabruck. In Ampflwang im Hausruckwald gingen 6 Zentimeter große Hagelkörner nieder., 

Hagel Wolfsegg Vöcklabruck © Facebook/Yvonne Neuhofer Riesige Hagel-Körner fielen unter anderem im Bezirk Vöcklabruck vom Himmel.

Blitz Wien Unwetter Wien © Viyana Manset Haber

Blitz-Show über Wien

Auch in der Bundeshauptstadt Wien haben die schweren Unwetter zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr geführt. Neben dem Auspumpen von Kellern und Garagen waren die Einsatzkräfte auch mit der Beseitigung von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen beschäftigt.

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Blitez Wien © Kevin Floyd

Die Wiener Berufsfeuerwehr rechnete damit, dass die Zahl der Einsätze im Lauf der Nacht weiter ansteigen werde, eine genaue Bilanz wird erst am Mittwoch erwartet. Personenschäden wurden bisher weder bei der Feuerwehr noch bei der Wiener Berufsrettung verzeichnet, wie es auf APA-Anfrage hieß.

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Wien Unwetter © Kevin Floyd

Millionenschaden in der Landwirtschaft

Allein in Oberösterreich haben die Unwetter in der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Laut ersten Erhebungen der Hagelversicherung dürfte dort ein Schaden von rund 2,5 Mio. Euro entstanden sein.

Unwetter Landwirtschaft Schäden © FOTOKERSCHI.AT

Fast 200 Unwetter-Einsätze im niederösterreichischen Zentralraum

Prognostizierte Unwetter haben Dienstagabend in Niederösterreich vor allem den Bezirk St. Pölten stark getroffen. Heftige Sturmböen und intensive Niederschläge hatten im Zentralraum fast 200 Einsätze von 50 Feuerwehren zur Folge, teilte ein Sprecher mit.
 
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Bis weit nach Mitternacht waren überflutete Keller auszupumpen, nach Hangrutschungen vermurte Straßen zu reinigen und dutzende umgestürzte Bäume zu beseitigen, die auf Strom- und Telefonleitungen, aber auch auf Schienen von Bahnstrecken gekracht waren. Dachziegel von Häusern hatten sich ebenfalls gelöst.
 
Aufregung herrschte kurzfristig nach einem Notruf aus St. Pölten-Viehofen. Laut einem Anrufer war ein Baum auf ein Auto gestürzt, Insassen seien eingeklemmt. "Zum Glück eine Falschmeldung", berichtete ein Sprecher. Das Auto war leer, wurde jedoch stark beschädigt. Zwei Blitze schlugen in Trafoanlagen ein, daraus resultierende Kleinbrände wurden von der Feuerwehr rasch gelöscht. Verletzt wurde bei den zahlreichen Einsätzen niemand.
 
Die FF St. Pölten-St. Georgen berichtete, dass innerhalb kürzester Zeit 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter niedergegangen seien. "Diese Wassermassen brachten das Kanalsystem an seine Grenzen." Keller, u.a. auch in einem Industriebetrieb, wurden ebenso überflutet wie ein Pferdehof.
 
Alle anderen niederösterreichischen Regionen blieben von der Unwetterfront mehr oder weniger verschont. Lediglich der Bezirk Tulln wurde nach Feuerwehrangaben noch von den Ausläufern gestreift. 15 Bäume stürzten um.
 

Umgestürzte Bäume und überflutete Keller in Obersteiermark

Heftige Unwetter sind in der Nacht auf Mittwoch vor allem über den obersteirischen Bezirken auch in der West- und Südsteiermark niedergegangen. In den Bezirken Liezen, Leoben, Bruck-Mürzzuschlag, Murtal und Hartberg-Fürstenfeld wurden Keller ausgepumpt sowie Bäume von Straßen entfernt, wie der Landesfeuerwehrverband mitteilte. Gesamt waren rund 60 Feuerwehreinsätze zu bewältigen.
 
Allein im Bezirk Liezen wütete ein Unwetter etwa drei Stunden lang, rund zwei Dutzend Einsätze hielten über 400 Mann von 27 Feuerwehren auf Trab. Zum Großteil galt es für die eingesetzten Wehren überschwemmte Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume von Verkehrswegen zu entfernen.
APAUNWETTER-OBERÖSTERREICH-.jpg © APA/DANIEL SCHARINGER
 
Auf der L725 zwischen Ramsau und Weißenbach stürzten bei Haus im Ennstal mehrere Bäume auf die Straße, eine Pkw-Lenkerin hatte dabei großes Glück. Ihr Fahrzeug prallte gegen einen Baumstamm, die Lenkerin blieb jedoch unverletzt und konnte sich selbst aus dem Wagen befreien. Sie wurde von Sanitätern der Feuerwehr bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut. Parallel dazu räumten die Einsatzkräfte mit Motorsägen und einem Traktor die Straße wieder frei.
 
APA-HANDOUT--UNWETTER-STEIE.jpg © APA/BFV LIEZEN
 
In Liezen-Friedau schlug ein Blitz in ein Haus ein, das dadurch ausgelöste Feuer war aber rasch unter Kontrolle. In Bad Mitterndorf wurde ein Pkw in eine Bahnunterführung geschwemmt, es befand sich aber niemand im Wagen. Die Feuerwehr barg das Wrack.
 
 

Schwere Unwetter im Tiroler Zillertal

Auch der Westen des Landes ist betroffen. Im Tiroler Zillertal sind Dienstagabend im Raum Zell, Gerlosberg und Ramsberg schwere Unwetter mitsamt wolkenbruchartigen Niederschlägen und orkanartigem Wind niedergegangen. Bei einem Wohnhaus in Ramsau stürzte ein Baum auf zwei Carports und einen Hundezwinger, auf das Dach des Nachbarhauses stürzte ebenfalls ein Baum. Die Gemeindestraße wurde für zwei Stunden gesperrt.

Auch auf die Landesstraße (L50) am Gerlosberg fielen einige Bäume. Die Straße musste für eine Stunde gesperrt werden. Bei den Vorfällen wurde niemand verletzt. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz.

Unwetter Ramsau © ZOOM.Tirol

Auch in Salzburg zahlreiche Unwetter-Einsätze

Auch in Salzburg haben die Unwetter am Dienstag die Feuerwehren gefordert. In Zell am See rückte die Freiwillige Feuerwehr zu mehreren Einsätzen aus. Umgestürzte Bäume blockierten mehrere Straßenzüge, ein blechernes Hausdach eines unbewohnten Objektes wurden durch den Sturm teilweise abgedeckt und musste von der Feuerwehr gesichert werden. Personen kamen laut Polizei keine zu Schaden.

In Golling im Bezirk Hallein sorgten Starkwind und heftige Regenfälle, teils mit Hagel, ebenfalls für zahlreiche umgestürzte Bäume. Die B 159 und der dazugehörende Radweg wurden von umgefallenen Bäumen und Geröll an mehreren Stellen blockiert. Die Feuerwehr Golling und die Straßenmeisterei waren jeweils mit mehreren Fahrzeugen und insgesamt 20 Mann bis zur Dämmerung mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Aufgrund der Vielzahl der Problembäume konnten die Arbeiten vor Einbruch der Dunkelheit nicht abgeschlossen werden. Zudem wird auf dem Hang entlang der Bundesstraße noch loses Geröll vermutet. Daher wurde die B 159 im Streckenbereich Pass Lueg bis kurz vor Stegenwald mittels der dort fix installierten Beschrankung wegen Gefahr im Verzug gesperrt.


Der Dienstag war der bisher heißeste Tag des Jahres. 37,2 Grad wurden an der ZAMG-Wetterstation Wien Innere-Stadt gemessen. Dahinter lagen Innsbruck Universität, Hohenau an der March (NÖ) und Wien Donaufeld mit 36,3 Grad. An rund 200 der insgesamt 280 Wetterstationen der ZAMG wurden heute mehr als 30 Grad gemessen, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.