19. August 2022 | 09:53 Uhr

Kummer.jpg © ORF

5 Tote bei Unwettern

Christa Kummer: "Die Natur schlägt jetzt zurück"

ORF-Meteorologin Christa Kummer erklärt, wie es zu den schweren Unwettern kommen konnte.

Schwere Unwetter haben am Donnerstag in Österreich fünf Menschenleben gefordert. In St. Andrä im Lavanttal in Kärnten wurden auf einem Freizeitareal am See zwei Kinder von umstürzenden Bäumen erschlagen und 13 Personen verletzt, zwei davon schwer. Ebenfalls ein umgestürzter Baum tötete in Gaming (NÖ) drei Menschen. Schwere Schäden entstanden an der Infrastruktur, die ÖBB stellten den Verkehr in Kärnten, Osttirol und der Steiermark ein. Zahlreiche Straßen waren blockiert.

Bei den beiden Todesopfern am St. Andräer See handelte es sich um Mädchen im Alter von vier und acht Jahren aus dem Bezirk Wolfsberg. Unter den 13 Verletzten befanden sich weitere fünf Kinder, teilte die Polizei bei einem Pressegespräch am Abend mit. Das Kriseninterventionsteam war im Einsatz. Vielleicht zehn Minuten hatte das Unwetter gegen 15.30 Uhr gedauert, und nur wenige Sekunden jene Böe, die Bäume umwarf. Wie es von der Wasserrettung hieß, habe man ein solches Elementarereignis in der Gegend noch nie erlebt: Rettungsschwimmer, die Badegäste vor dem urplötzlich aufziehenden Sturm warnen wollten, wurden regelrecht umgeweht, 50 Zentimeter hohe Wellen wurden verzeichnet. Und Bäume stürzten auf die Badbesucher.

Natur schlägt zurück

In der ZiB2 erklärte Christa Kummer, wie es zu den schweren Unwettern kam. „Das Mittelmeer hat in den letzten Monaten durch diese extreme Hitzewelle ordentlich an Energie tanken können, Das heißt, es ist sehr viel Luftfeuchtigkeit, sehr viel Feuchte in der Luft, das heißt, es ist auch eine irre Dynamik in der Luft. Und jetzt gab es noch dieses Italien-Tief, das war so wie eine Zündschnur und war ein massiver Auslöser“, so die Meteorologin .

Die Unwetter werden immer häufiger. „Wir versiegeln die Böden, wir betonieren zu, wir asphaltieren, wir begradigen, wir greifen in die Natur ein, wir behandeln die Natur so, als ob wir sie wie eine Michelangelo-Figur und zurechtschnitzen können“, so Kummer weiter. „Und die Natur schlägt jetzt einfach zurück.“
 

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Oft sonnig, weniger Nebel. 2/9°

Wolkenfelder einer schwachen Störung ziehen von Nordwesten über Österreich. Diese lichten in den Niederungen für ein paar Stunden auch hartnäckige Nebel- und Hochnebelfelder, trüben abseits der typischen Nebelgebiete aber das sonst strahlend sonnige Wetter. Besonders zäh sind die Nebel im Südosten des Landes. Der Wind weht meist schwach bis mäßig aus eher westlichen Richtungen. Frühtemperaturen minus 3 bis plus 4 Grad, bei guter Winddurchmischung auch bis plus 8 Grad im Wienerwald, Tageshöchsttemperaturen 5 bis 12 Grad.
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