22. Jänner 2018 | 22:47 Uhr

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Lawinenwarnstufe 5

Chaos durch Jahrhundert-Schnee

Schneechaos im Westen Österreichs: Erstmals seit 1999 höchste Lawinenwarnstufe. 

Lawinenalarm im Westen Österreichs: Die Orte Lech und Gargellen in Vorarlberg sind eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten. „Es hat einige ­Meter Schnee“, sagt Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel am Telefon zu ÖSTERREICH. Lech hat 8.200 Gästebetten, in Gargellen sind 1.500 Touristen eingeschlossen.

Galtür

Auch das Tiroler Paznauntal mit Kappl, Ischgl und Galtür ist nicht zu erreichen. 10.000 Touristen sitzen hier in Angst vor Lawinenabgängen nach heftigen Schneefällen fest. Erstmals seit der ­Lawinen-Katastrophe von Galtür 1999, bei der 38 Menschen starben, wurde hier und in weiteren Gebieten ­Tirols und Vorarlberg die höchste Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen.

Lawine Paznauntal © APA/ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL
Immer wieder gehen Lawinen in Westösterreich ab. Wie hier im Paznauntal in Tirol.

80 Gäste aus Südtiroler Hotel evakuiert 

Das Hotel Langtaufererhof in der Südtiroler Gemeinde Graun im Vinschgau, sowie eine Pension in der Nähe des Hotels, haben am Dienstag aufgrund der hohen Lawinengefahr evakuiert werden müssen. In den Nachtstunden war eine Lawine auf ein Nebengebäude der Erlebnisschule Langtaufers abgegangen. Auch das obere Stockwerk eines Wohnhauses wurde von einer weiteren Lawine getroffen.
 
Die Schule sei derzeit unbesetzt und auch die Bewohner des Hauses blieben unverletzt, sie hatten sich im Erdgeschoß aufgehalten, teilte die Berufsfeuerwehr Bozen in einer Aussendung mit. Rund 100 Personen wurden mit zwei Transporthubschraubern des Heeres und einem Hubschrauber der Carabinieri evakuiert. Als Auffangzentrum stehe das Vereinshaus von St. Valentin auf der Haide bereit. Dort können bis zu 200 Personen untergebracht werden, hieß es. - mehr dazu hier. 

Heer: "Sind vorbereitet auf Evakuierungsflüge"

Das Bundesheer ist in Alarmbereitschaft: „Wir ­haben 250 Mann alarmiert“, sagt Tirols Militärkommandant Generalmajor Herbert Bauer zu ÖSTERREICH. Das Heer könnte jederzeit für ­Lawineneinsätze ausrücken.

„In Vorarlberg und Tirol sind sechs bis acht Hubschrauber von uns unterwegs“, so Bauer. Sie stehen bereit für Transport- und Versorgungsflüge in die eingeschlossenen Orte. „Auch auf Evakuierungsflüge sind wir vorbereitet“, sagt Bauer.

Rekord-Schnee

In einigen Orten ist bereits jetzt so viel Schnee gefallen wie sonst in einem Winter. In Langen am Arlberg kamen bereits 4,80 Meter Schnee zusammen. Der Tiroler Lawinenwarndienst riet von nicht notwendigen Autofahrten und Aufenthalten im Freien dringend ab.

Straßen und Bahnstrecken wie die zwischen Landeck und Bludenz wurden gesperrt. Entspannung war nicht in Sicht: In der Nacht auf Dienstag sollte es weiter schneien.     

Schnee Ischgl © APA/FRANZ JÄGER
Auch im Paznauntal sorgen die Schneemassen für Chaos.

"Seit Sonntagabend von Außenwelt abgeschnitten"

ÖSTERREICH: Wie ist die Lage in Lech?

Ludwig Muxel: Wir haben sehr viel Schnee bekommen, die Lawinengefahr ist sehr groß. Aber soweit ist alles in guter Ordnung.

ÖSTERREICH: Aber Sie sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Muxel: Richtig, wir sind seit gestern Abend von der Außenwelt abgeschnitten.

ÖSTERREICH: Gibt es keine Gefahr, dass die Versorgung zusammenbricht?

Muxel: Lech ist immer auf mehrere Tage Straßensperre eingerichtet. Wir haben eine hervorragende medizinische Versorgung und mehrere Ärzte in Lech.

ÖSTERREICH: Könnten Leute ausgeflogen werden?

Muxel: Bei entsprechender Sicht ja. Aber natürlich kann bei schlechtem Wetter und Schneefall auch der Hubschrauber nicht fliegen.

ÖSTERREICH: In Langen werden 4,8 Meter Schnee gemessen. Wie viel bei Ihnen?

Muxel: Nicht viel weniger. Es hat einige Meter Schnee.     

Silz Schnee © APA/WWW.ZEITUNGSFOTO.AT/TEAM
In Silz in Tirol drohte eine Kinderkrippe einzustürzen. Die Feuerwehr musste die Last vom Dach entfernen.

 19:50
 

Fernpass wieder geöffnet

Die Entspannung bei der Lawinensituation in Tirol hat am im Laufe des Dienstags zu weiteren Straßenöffnungen im Oberland und im Außerfern geführt. Viele Verkehrswege konnten nach Erkundungsflügen der Lawinenkommissionen wieder freigegeben werden. So sind etwa seit 19.00 Uhr der Fernpass und Scharnitz wieder frei passierbar, teilte das Land am Abend mit.

Weiterhin gesperrt bleiben indes die Straßen ins Kauner- und Sellraintal. Bereits seit Mittag waren die Orte Ischgl, See und Kappl im Paznauntal wieder erreichbar.

 19:11
 

Alle Vorarlberger Orte wieder erreichbar

Nach zwei von Lawinengefahr geprägten Tagen waren am Dienstagabend wieder alle Vorarlberger Orte auf dem Straßenweg erreichbar. Die Verbindung nach Gargellen im Montafon (L192) wurde kurz nach 18.00 Uhr wieder für den Verkehr frei gegeben. Die Vorarlberger Zufahrten zu den Arlberg-Orten Lech, Zürs und Stuben waren schon am frühen Nachmittag geöffnet worden.

Auch die Verbindung den Arlbergpass war laut ÖAMTC am Dienstagabend befahrbar. Die Räumungsarbeiten auf der Arlbergstraße (L197) oberhalb der Alpe Rauz bis hinauf zum Pass bzw. nach St. Christoph waren seit den Nachmittagsstunden im Gang und waren bis zum frühen Abend abgeschlossen. Die Arlbergbahnstrecke blieb zwischen Bludenz und Landeck-Zams vorerst noch bis Mittwochmittag gesperrt.

 15:56
 

Eingeschneit: ÖFB-Stars verpassten Training

Österreichs Fußball-Teamspieler Martin Hinteregger und Kevin Danso haben beim FC Augsburg eine unfreiwillige Trainingspause einlegen müssen. "Hinteregger und Danso waren in Österreich so eingeschneit, dass sie deswegen heute Vormittag nicht zum Training kommen konnten. Sie kommen aber am Nachmittag zum Krafttraining", sagte Trainer Manuel Baum am Dienstag.

 14:11
 

ÖBB-Arlbergstrecke voraussichtlich bis morgen Mittag gesperrt

Die Sperre auf der wegen Lawinengefahr unterbrochenen Arlbergstrecke dürfte noch bis morgen, Mittwoch, Mittag aufrecht bleiben. "Vor Kurzem konnte mit dem Räumeinsatz begonnen werden", berichtete ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair der APA am Dienstag. Insgesamt seien bis zu 50 Arbeiter teils mit schwerem Gerät im Einsatz.

 12:54
 

In OÖ nach wie vor Warnstufe vier in höheren Lagen

In Oberösterreich war die Lawinengefahr am Dienstag nach wie vor hoch. Oberhalb von 1.400 Metern Seehöhe herrschte Warnstufe vier, darunter drei. Etliche Straßen blieben gesperrt. Für Mittwoch wurde zwar eine leichte Entspannung der Situation erwartet, bei Skitouren und Variantenabfahrten bleibt aber weiterhin Vorsicht geboten.

 12:54
 

Einsatzkräfte in Vorarlberg sind in Alarmbereitschaft

Trotz der leichten Entspannung der Lawinengefahr auf Stufe vier ("groß") der fünfteiligen Skala bleiben die Einsatzkräfte in Vorarlberg in erhöhter Alarmbereitschaft. Daran werde sich auch in den nächsten Tagen nichts ändern, erklärte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstag. Bisher habe es keine größeren Lawinenabgänge gegeben, auch in Sachen Hochwasser sei die Situation nicht kritisch.

 11:02
 

Hotel in Südtirol soll nach Abgang evakuiert werden

Nach dem Abgang einer Lawine in Südtirol werden zahlreiche Touristen aus einem Hotel in Sicherheit gebracht. Am Dienstagvormittag sollten etwa 75 Touristen und einige Einwohner mit einem Hubschrauber aus dem Gefahrengebiet in Graun im Vinschau geflogen werden, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA.

 10:11
 

Arlbergstrecke bleibt vorerst gesperrt

Die Arlbergstrecke bleibt wegen Lawinengefahr bis auf Weiteres gesperrt. "Derzeit sind wegen des Nebels keine Erkundungsflüge möglich", erklärte ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair der APA am Dienstag. Sobald sich die Wetterbedingungen verbessern, sollen Kontrollflüge durchgeführt und die Lage neu beurteilt werden.

 09:17
 

Auch in NÖ bleibt Lawinengefahr groß

Die Lawinengefahr in Niederösterreich ist am Dienstag weiter zum Teil als groß beurteilt worden. Die zweithöchste Stufe 4 herrschte in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet oberhalb der Waldgrenze. Darunter und in den Türnitzer Alpen wurde das Risiko als erheblich (Stufe 3) eingeschätzt. Zur Tendenz hieß es, mit der starken Erwärmung steige am Mittwoch die Aktivität spontaner Lawinen an.

Im Tourenbereich bilde oberhalb der Waldgrenze der störanfällige Triebschnee das Hauptproblem, berichtete der Warndienst Niederösterreich. "Eine Schneebrettauslösung ist bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich, kann aber auch spontan abgehen", hieß es. Bei einer Schneebrettauslösung könne es auch zu mittelgroßen Lawinen kommen

 08:36
 

Lawinengefahr: Leichte Entspannung in Vorarlberg

Aufgrund der anhaltenden Schneefälle hat sich die Lawinengefahr in Vorarlberg am Dienstag vorerst nur leicht entspannt. Zwar wurde im Raum Gargellen die höchste Lawinenwarnstufe fünf widerrufen, in den höheren Lagen herrschte aber weiter landesweit große Lawinengefahr der Stufe vier. Die Arlberg-Orte Lech, Zürs und Stuben sowie Gargellen im Montafon waren nach wie vor von der Umwelt abgeschnitten.

 08:30
 

Lawinengefahr: Langsame Entspannung in Tirol

Die Experten des Landes haben am Dienstag eine leichte Entspannung bei der Lawinengefahr in Tirol gemeldet. Oberhalb von 2.000 Metern wurde sie jedoch weiterhin als groß eingestuft, also mit Stufe vier der fünfteiligen Skala. Am Tag zuvor galt in den westlichen Regionen sogar die höchste Gefahrenstufe.

 07:51
 

Die Vorhersage für heute

Die Lawinensituation bleibt unverändert gefährlich

Die genaue Prognose für Ihr Bundesland finden Sie hier

 07:33
 

Im Zillertal kam es zu einem Drama: ein Snowboarder war in eine Mulde gefallen und blieb kopfüber im Schnee stecken. Er konnte nur mehr tot geborgen werden.

Mehr dazu hier

 06:59
 

Der Schnee hat West-Österreich weiter fest im Griff. Noch immer sitzen tausende Urlauber fest.