27. Februar 2018 | 11:53 Uhr

Notschlafstelle Wien © APA/ROLAND SCHLAGER (Archivbild)

Spendenaufruf

Caritas-Chef warnt vor Kälte-Toten

Landau: 'Wir müssen alles dafür tun, dass niemand in Österreich erfriert.'

Die Kälte hat auch die Bundeshauptstadt Wien fest im Griff. Darunter leiden vor allem Menschen, die auf der Straße leben. Bereits am Wochenende wurden die Wiener Notschlafstellen verstärkt in Anspruch genommen. Deren Zahl wurde jetzt aufgestockt, um drohende Engpässe zu vermeiden.

"Mit morgen erreicht die Kältewelle ihren Höhepunkt, die Temperatur in Österreich wird laut Wettervorhersage wieder in den zweistelligen Minusbereich absinken. Für obdachlose Menschen ist diese Eiseskälte akut lebensbedrohlich. Um sicherzustellen, dass niemand in Österreich erfrieren muss, öffnen wir zusätzliche Notschlafstellen. Mein Dank gilt auch den vielen Freiwilligen, die an den Kältetelefonen sitzen und die Menschen in der so schwierigen Situation betreuen. Danke auch für Ihre Spende, jeder Euro hilft", so Caritas-Präsident Michael Landau.

Spendenaufruf

Landau appelliert in einer Aussendung an die Hilfsbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher. Mit 50 Euro könne ein winterfester Schlafsack bis -24 Grad und eine warme Mahlzeit pro obdachlosem Menschen in Österreich finanziert werden. Um eine Frau und deren Kind eine Nacht lang in einer Notschlafstelle unterbringen und versorgen zu können, werden 33 Euro benötigt, listet die Caritas auf.

Hier finden Sie alle Infos zur Caritas Kältehilfe. Um Spenden für obdachlose Menschen zu ermöglichen, wurde folgendes Spendenkonto eröffnet:

Erste Bank
BIC: GIBAATWWXXX
IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560

Zusätzliche Caritas-Kälte-Hilfe

In mehreren Bundesländern wurde die Kälte-Hilfe der Caritas bereits aufgestockt. In Salzburg ist das Haus Franziskus aufgrund der klirrenden Kälte derzeit voll ausgelastet, weshalb Notbetten aufgestellt wurden, um zusätzlichen Platz zu schaffen. "Menschen, die aufgrund von psychischen Erkrankungen, Sucht oder Scham dieses Angebot nicht annehmen, werden von StreetworkerInnen aufgesucht, die warme Decken und Schlafsäcke sowie wärmende Getränke wie Tee und Kaffee ausgeben", so die Caritas.

In der Wärmestube in Linz werden derzeit mehr Schlafsäcke und Isomatten ausgegeben als im Regelfall. Der Ruheraum sei voll belegt, weshalb es nun tagsüber eine zusätzliche Ruhezone gebe. Außerdem würden mehr Übernachtungsgutscheine für die Notschlafstelle ausgegeben.

In Graz wurde erstmals ein Kältetelefon eingerichtet. Zwischen 19 und 24 wird es von Freiwilligen betreut und funktioniert folgendermaßen: "Wer einen Menschen in den Abendstunden im Freien wahrnimmt, kann dort anrufen, um Hilfe zu organisieren. Die Caritas HelferInnen suchen die Person auf und finden einen Platz in einer der Grazer Notschlafstellen. Wenn Menschen dieses Angebot nicht annehmen wollen, erhalten sie ein Wärmepaket bestehend aus Decke, Tee und Schlafsack."

Auch in Wien werden derzeit die Wärmestuben der Caritas vermehrt aufgesucht. Die Notquartiersbetten seien gut ausgelastet, es stünden auch noch zusätzliche bereit. "In der Obdachloseneinrichtung Gruft werden derzeit rund 600 warme Mahlzeiten pro Tag ausgegeben. Für all jene, die nicht in die Einrichtungen kommen, aber dennoch Hilfe benötigen, ist ein zusätzliches Caritas Streetwork-Team im Einsatz. Die StreetworkerInnen verteilen Schlafsäcke und warme Bekleidung", beschreibt die Caritas die Kälte-Hilfe in Wien.

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