11. Juni 2015 | 06:13 Uhr

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Steiermark

Blitz schlug ein und fuhr durch ganzes Haus

Familie U. fiel einem Blitz zum Opfer. Die Steiermark gehört zu den Blitz-Hotspots Österreichs

Manuela U. und ihre Familie hatten Glück im Unglück. Als der Blitz in das Dach des zweistöckigen Familienhauses in Mellach (Graz-Umgebung) einschlug, waren die 34-Jährige, ihre Eltern und ihre Großmutter im Erdgeschoss. Der Blitz fuhr durch die elektrischen Leitungen und trat im Verteilerkasten aus. Die Überspannungen entlang des Leitungsnetzes verursachten erheblichen Schaden im Mauerwerk. Jetzt ist Familie U. mit den Reparaturarbeiten beschäftigt.

Die Steiermark und Kärnten sind laut dem Blitzforschungsunternehmen Aldis die heimischen Blitz-Hotspots. In einem Gespräch mit ÖSTERREICH erklärt der Blitzforscher Gerhard Schulz, dass die feuchte Luft, die von der Adria nach Kärnten und in die Steiermark angeströmt wird, die Gewitterausbildung hier generell begünstigt.

Bauer getroffen, der 
Herde eintreiben wollte
In Schlossberg im Bezirk Leibnitz traf ein Blitz einen 64-jährigen Bauern, der wegen des Gewitters seine Kuhherde in den Stall treiben wollte. Der Landwirt wurde zu Boden geschleudert und verletzt. Drei seiner Kälber starben.(lae)

›Es gab einen irrsinnigen Knall‹

ÖSTERREICH: Wo befanden Sie sich zum Zeitpunkt des Einschlags?
Manuela U.: Gott sei Dank hielten wir uns alle in dem Moment im Erdgeschoss auf.

ÖSTERREICH: Wie haben Sie den Einschlag erlebt?
Manuela U.: Wir waren total geschockt. Ein Gewitter war im Gange, und es gab auf einmal einen irrsinnigen Knall, viel lauter als ein Donner. Plötzlich stand eine dichte Rauchwolke im zweiten Stock. Wir riefen vorsichtshalber die Feuerwehr, es gab aber keinen Brand. Die Mauern im zweiten Stock sind jetzt stark beschädigt. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt im Nebengebäude unseres Hauses und spürte sogar dort den Stromschlag. Derzeit ist die ganze Familie damit beschäftigt, alles wieder aufzuräumen.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihrer Mutter jetzt?
Manuela U.: Sie wurde zur Sicherheit ins Spital gebracht und einer EKG-Untersuchung unterzogen. Sie hat aber zum Glück keine gesundheitlichen Schäden davongetragen.(lae)