20. Dezember 2018 | 11:51 Uhr

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In Österreich

2018 wird das wärmste Jahr der Messgeschichte

Die Hitze hatte dieses Jahr das ganze Land im Griff.

2018 wird laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) das wärmste Jahr in Österreich in der 252-jährigen Messgeschichte. In der vorläufigen Klimabilanz liegt es um 1,8 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt. Der bisherige Spitzenreiter war 2014, das 1,7 Grad über dem Mittel lag.

2018 bestätigt laut ZAMG den Trend zu einem immer wärmeren Klima. Von den 20 wärmsten Jahren der Wetteraufzeichnung in Österreich liegen 14 in den 2000er-Jahren. Die Top fünf der wärmsten Jahre sind: 2018 (plus 1,8 Grad), 2014 (plus 1,7 Grad), 2015 (plus 1,4 Grad), 1994 (plus 1,2 Grad) sowie 2016, 2002 und 2000 (jeweils plus ein Grad über dem Mittel).

"Ganz markant waren heuer die vielen überdurchschnittlich warmen Wetterlagen. Sechs Monate waren unter den Top Ten der jeweiligen Messreihe", sagte Meteorologe Alexander Orlik von der ZAMG.

Die Regionen, die die höchsten Abweichungen zum klimatologischen Mittel zeigen, sind Vorarlberg, Teile Nordtirols, das nördliche Salzburg, Oberösterreich, weite Teile Niederösterreichs und Wien. Hier war es in den Niederungen und im Tiefland um 1,8 bis 2,3 Grad wärmer als im vieljährigen Mittel. Südlich des Alpenhauptkammes lagen die Jahrestemperaturen im Tiefland weitgehend 1,3 bis 1,8 Grad über dem Mittel.

Die seit April fast durchwegs überdurchschnittlichen Temperaturen haben heuer auch extrem viele Sommertage gebracht (Höchstwert mindestens 25 Grad). Ihre Zahl war größtenteils doppelt so hoch wie in einem durchschnittlichen Jahr, in den meisten Regionen gab es neue Rekorde. An der Spitze aller ZAMG-Messstationen lag Andau im Seewinkel (Burgenland) mit heuer 127 Sommertagen. Der alte Rekord betrug 120 Sommertage im Jahr 2003 in Leibnitz (Steiermark).

Die Zahl der Sonnenstunden lag 2018 in der österreichweiten Auswertung um elf Prozent über einem durchschnittlichen Jahr. Somit gehört 2018 zu den acht sonnigsten Jahren seit Beginn der Sonnenscheinmessungen im Jahr 1925.

Außergewöhnlich war auch die Trockenheit in vielen Regionen Österreichs, vor allem in Vorarlberg, in den nördlichen Regionen Salzburgs, in Oberösterreich und im Großteil von Niederösterreich. Hier gab es 2018 um 20 bis 40 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr. "In einigen Regionen sind sogar neue Trockenheitsrekorde zu erwarten, in Linz zum Beispiel zeichnet sich mit einer Niederschlagsmenge von etwa 520 Millimetern das trockenste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1852 ab. Das bedeutet hier rund 40 Prozent weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr", sagte Orlik.

2018 brachte in einigen Regionen auch sehr viel Regen in sehr kurzer Zeit, zum Teil mit Überschwemmungen und Muren. In Graz zum Beispiel gab es am 16. April ein Gewitter, das selbst an einem Sommertag als extrem einzustufen wäre. An der ZAMG-Wetterstation in Graz-Straßgang regnete es an diesem Tag 93,4 Millimeter. Davon kamen 78 Millimeter in nur drei Stunden zusammen. In der Innenstadt von Graz wurden stellenweise bis zu 162 Millimeter gemessen. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen April regnet es im gesamten Monat in Graz rund 50 Millimeter.
 

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Im W sonnig, sonst Wolken. 3°/17°

In den westlichen Landesteilen präsentiert sich das Wetter bis zum Abend sonnig und trocken. Weiter im Osten und Südosten ziehen hingegen bis in den Nachmittag hinein noch zahlreiche dichte Wolken durch. Abgesehen von einzelnen Regentropfen am Alpenostrand bleibt es jedoch trocken. Die Sonne zeigt sich dabei zunächst nur zwischendurch. Bis zum Abend werden die Wolken jedoch von Norden weniger und die Sonne zeigt sich noch öfters. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Nordwest bis Nordost, in Tirol und Vorarlberg bleibt der Wind deutlich schwächer. Die Nachmittagstemperaturen 14 bis 22 Grad. Heute Nacht: Abgesehen von ein paar Wolkenresten im Südosten verläuft das Wetter im Ostalpenraum in der Nacht auf Freitag weitgehend wolkenlos. Der Wind aus West bis Nordwest weht im Bergland und im Nordosten weiter mäßig, in höheren Lagen auch lebhaft. Die Temperaturen umspannen minus 1 bis plus 9 Grad.
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