01. Dezember 2019 | 09:25 Uhr

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Riesen-Protest

150.000 Unterschriften gegen Gipfel-Sprengung

Unterschriftensammlung gegen Zusammenschluss seit wenigen Wochen online

Pitztal/Ötztal. Diese Nachricht sorgt derzeit für hitzige Diskussionen: Für den Zusammenschluss der beiden Tiroler Skigebiete Pitztal und Ötztal soll zukünftig der Gipfel des Linken Fernerkogels weichen. Von den beiden Skigebieten heißt es, dazu gebe es keine Gipfel-Sprengung, sondern eine Begradigung. Die Petition gegen einen geplanten Zusammenschluss der Tiroler Gletscherskigebiete Ötztal und Pitztal nimmt weiter an Fahrt auf: Am Sonntag erreichte eine vor wenigen Wochen angelaufene Online-Petition gegen die "Gletscherehe" bereits mehr als 150.000 Unterschriften. 

Die Online-Petition war von Naturschützer Gerd Estermann ins Leben gerufen worden. Er fordert die Festlegung von verbindlichen Ausbaugrenzen und eine Novellierung des Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramms (TSSP). Umwelt-NGOs wie Alpenverein, WWF und die Naturfreunde machen schon seit geraumer Zeit gegen das Vorhaben mobil und fürchten eine nachhaltige Beeinträchtigung des Naturhaushaltes auf dem bisher unberührten Gletscher. Die Ausbaugrenzen seien schlicht erreicht.

 

"Brutal mit Natur umgegangen"

"Die Projektpläne zeigen sehr klar, wie brutal hier mit der Natur umgegangen werden soll. In der ursprünglichen Gletscherlandschaft des Linken Fernerkogels würde kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Ein derart überdimensioniertes Mega-Projekt in einer hochsensiblen Gletscherlandschaft muss bei der Umweltverträglichkeitsprüfung durchfallen", erklärte Landschaftsökologe Josef Schrank vom WWF Österreich am Dienstag. WWF-Grafiken würden die Verletzlichkeit der betroffenen Hochgebirgslandschaft verdeutlichen, so der Experte, der sich dabei auf die eingereichten UVP-Unterlagen berief.
 
Aufgrund des raschen Gletscherrückgangs würden sowohl die geplante Seilbahnstation am Mittelbergferner als auch mehrere Pistenabschnitte schon heute nicht mehr - wie ursprünglich vorgesehen - auf natürlicher Gletscherfläche liegen. "Aufgrund des fortschreitenden Gletscherrückgangs müsste hier eine Dauerbaustelle entstehen, um mit immer neuen baulichen Eingriffen und zusätzlicher Infrastruktur den Skibetrieb zu sichern", warnte Schrank.
 
Die Projektbewerber sehen hingegen Fehlinformationen in der Diskussion rund um die geplante "Gletscherehe" und orten eine "Kampagne" der Gegner, die einen neuen Tiefpunkt erreicht habe. Eine Sprengung des Gipfels des Linken Fernerkogel sei kein Thema. Dies sei eine bewusste Falschmeldung und Fehlinterpretation. "Das ist unrichtig und widerspricht schlichtweg den Tatsachen", war in einer Aussendung am Montag argumentiert worden.
 

"Begradigung der Felskuppe"

Die Projektbewerber sagen in einer Aussendung, dass es sich bei der "geplanten Begradigung einer Felskuppe", um eine Gratspitze handle. Die Begradigung dieser Spitze werde zu einer Gipfelsprengung hochstilisiert, wird von den Bewerbern beklagt.
 
Auf der begradigten Gratspitze solle eine Zwischenstation einer Verbindungsbahn errichtet werden. Dazu sind 120.000 Kubikmeter an Erdbewegung nötig, hieß es seitens der beiden Skigebiete.
 

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Viel Sonne, im Südosten länger bewölkt. 4/17°

Unter Zwischenhocheinfluss setzt sich in den meisten Landesteilen sonniges und trockenes Wetter durch. Vor allem im Südosten halten sich jedoch Störungsreste in Form von ein paar dichteren Wolken oder hochnebelartiger Bewölkung länger. Hier kann sich im Laufe des Nachmittags die Sonne nur langsam behaupten. Während der Abendstunden treffen schließlich von Westen erste dichtere Wolken einer Störung ein, die mitunter in Tirol und Vorarlberg lokalen Regen bringen. Der Wind weht schwach bis mäßig, meist aus Ost bis Südwest bei Nachmittagstemperaturen zwischen 11 und 24 Grad. Die höchsten Temperaturen werden in den westlichen Landesteilen gemessen. Heute Nacht: In der Nacht auf Sonntag erreichen Wolken einer schwachen Störung von Westen Österreich und breiten sich bis zum Morgen langsam ostwärts aus. Während der Morgenstunden kann es vor allem in Tirol und Vorarlberg örtlich mitunter auch regnen. In Teilen der Steiermark sowie generell am Alpenostrand muss außerdem mit lokalen Nebelfeldern gerechnet werden. Bei schwachem bis mäßigem Wind aus Ost bis Süd sinken die Temperaturen auf plus 12 bis minus 2 Grad.
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