10. Juli 2017 | 09:40 Uhr

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Heftige Gewitter

118.000 Blitze! Unwetter sorgen für Chaos in Österreich

Unwetter-Alarm: Umgestürzte Bäume, Stromausfälle und Murenabgänge.

In der Nacht auf Montag gingen in ganz Österreich schwere Gewitter nieder. Das Blitzortungssystem UBIMET hat am Sonntag bis Mitternacht 118.442 Blitze registriert, davon fast 44.000 alleine in der Steiermark.  Aber auch Wien wurde ab ca. 22 Uhr von heftigen Gewittern heimgesucht.

Blitze nach Bundesland

Steiermark: 43.977
Niederösterreich 24.932
Salzburg 14.054
Tirol 12.628
Oberösterreich 12.397
Burgenland 7.930
Kärnten 1.718
Vorarlberg 554
Wien 252

236.000 Ampere
Der stärkste Blitz wurde im Salzburger Dienten gemessen und hatte unglaubliche 236.000 Ampere. Die meisten Einschläge gab es im Bezirk Obersteiermark. Alleine in der Gemeinde Pölstal gingen 2.442 Blitze nieder. 

In Niederösterreich verursachte der Hagel Schäden in Höhe von 700.00 Euro.  Besonders betroffen waren die Bezirke Gmünd und Zwettl.

Heftige Gewitter im Tiroler Unterland und in Osttirol
Teils heftige Gewitter sind am Sonntag über das Tiroler Unterland und Osttirol gezogen. Umgestürzte Bäume und ein Erdrutsch sorgten für Behinderungen. In Außervillgraten durchtrennte ein Blitz die Stromleitung im Bereich der "Trojer Almen", wodurch die Stromversorgung teilweise ausfiel, berichtete die Polizei.



Zudem musste die Feuerwehr zu einem durch einen Blitzschlag ausgelösten kleinen Flächen- bzw. Wiesenbrand im Bereich "Bichler Wald" ausrücken. Das Feuer war aber schnell unter Kontrolle.

 Im Bezirk Schwaz ging auf der Rotholzer Straße (L218) ein Erdrutsch ab. Dabei wurde das Auto einer Einheimischen beschädigt. Die Straße musste bis auf Weiteres gesperrt werden. Ein Landesgeologe werde die Situation am Montag beurteilen.

Blitz setzte Dachstuhl in Brand
Gewitter mit heftigem Regen und starken Windböen haben am Sonntagabend auch im Salzburger Flachgau und im Glemmtal (Pinzgau) für Einsätze der Feuerwehr gesorgt. Insgesamt hielten sich die Schäden aber in Grenzen, berichtete die Landesfeuerwehrzentrale am Montag. In erster Linie mussten die Einsatzkräfte vollgelaufene Keller auspumpen, am Wallersee rückte wegen des Sturms die Wasserrettung aus.

In Mattsee (Flachgau) schlug gegen 19.45 Uhr ein Blitz im Dachstuhl eines Einfamilienhauses ein. Das Haus war zu dem Zeitpunkt leer. Es kam zu starker Rauchentwicklung, die Feuerwehr konnte die Flammen aber rasch unter Kontrolle bringen und löschen. In Neumarkt am Wallersee (Flachgau) unterbrachen umgestürzte Bäume kurzzeitig die Stromversorgung.

Am Wallersee rückte während des Sturms gegen 19.30 Uhr die Wasserrettung mit zwei Motorbooten aus. Laut Alarmierung war auf Höhe des Fenninger Spitzes ein Boot mit Personen gekentert. Die Rettungskräfte fanden zwei unbemannte Ruderboote, die zurück in den Hafen nach Seekirchen geschleppt wurden. Die Insassen hatten sich zuvor an Land retten können und waren über den Landweg zurück zum Ruderbootverleih gekommen.

Blitz zerstörte Kinderzimmer in OÖ
Ein Blitz hat am Sonntag während eines Gewitters kurz nach 21.00 Uhr in ein Einfamilienhaus in Sierning bei Steyr eingeschlagen. Auf beiden Dachseiten wurden mehrere Quadratmeter Ziegel in den Garten geschleudert, im Innenraum stürzte ein Teil der Decke mitsamt Dämmung zu Boden. Zwei Mädchen, die in diesem Raum schlafen, waren nicht zu Hause, teilte die Polizei am Montag mit.

Unbenannt-1.jpg © FF Sieming

Die acht und neun Jahre alten Kinder dürften ein Schutzengerl gehabt haben - sie waren bei den Großeltern, so die Exekutive. Ihre Eltern und der zweijährige Bruder hielten sich im Erdgeschoß auf. So wurde niemand verletzt. Im Raum unter dem Dach wurden auch die Steckdosen und Lichtschalter aus der Wand gefetzt. Der Verteilerkasten im Keller und elektrische Leitungen nahmen Schaden. Das ganze Haus war verraucht und roch nach verschmorten Elektrokabeln. Die Feuerwehr räumte auf und dichtete das Dach provisorisch ab.
 

Vorschau: So geht es weiter
Am Montag halten sich weiterhin eher labil geschichtete Luftmassen. Der Schwerpunkt der Schauer und Gewitter verlagert sich aber in die Nordhälfte. Im Süden wird die Luft trockener, damit nimmt dort die Gewitterneigung deutlich ab. Abseits der Gewitterzellen überwiegt der Sonnenschein. Der Wind weht vor allem im Süden und Osten tagsüber lebhaft aus südlichen Richtungen, sonst ist es abseits der Gewitter oft nur schwach windig. Frühtemperaturen zwischen 13 und 23 Grad, Tageshöchsttemperaturen von 26 bis 36 Grad mit den höchsten Werten im Südosten und im Seewinkel.

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