21. November 2011 | 23:25 Uhr

Kein schnee © Reuters

Kein Schnee

Österreich trocknet aus

Wintertraumland ade: Grüne Wiesen statt Pisten.

Österreichs Skigebiete sitzen am Trockenen. Seit über einem Monat gab es keinen Niederschlag. Die meisten Ski-Openings sind abgesagt.

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Kein Schnee
Obertauern gilt eigentlich als Schneeloch. Das Top-Skigebiet (es liegt auf über 1.700 Metern) steht exemplarisch für das aktuelle Dilemma der Winterskiorte: Überall braune Pisten. Kein Schnee. Auch die künstliche Beschneiung funktioniert nicht – denn es ist zu warm. Trotzdem soll am 26.11.2011 die Ski-Saison starten.

Diashow: Österreich trocknet aus

Kein schnee
Innsbruck (T): 6 Grad und Sonne.
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St. Anton (T): Braune Pisten.
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Hinterglemm (S): Wie im Frühling.
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St. Johann (S): Schneeflecken.
Kein schnee
Kein Schnee

Eine ähnliche Situation herrscht im Kühtai: Am Samstag war der Auftakt zur Carving-Saison geplant – dieses Ski-Opening wurde auch verschoben. Wie beim Domino sitzt ein Ski-Opening nach dem anderen am „Trockenen“.

Das lange Warten auf den ersten Schnee verbreitet in den Winterskiorten Nervosität. Auch in den nächsten zehn Tagen ist der Wintertraum nicht in Sicht. „Die Inversionswetterlage macht eine Beschneiung ab 1.500 Meter nicht möglich“, so Franz Hörl, Sprecher der Seilbahnen Tirol. „Wir brauchen Temperaturen zwischen minus ein Grad und drei Grad plus, um mit der Beschneiung starten zu können“, so Hörl.

Der desaströse Schneemangel hat mehrere Gründe: Dieses Jahr stecken Skigebiete in einer Zwickmühle. Es gibt seit über 32 Tagen keinen Niederschlag (längste Periode seit 1978), auch in der kommenden Woche ist keiner zu erwarten. Beschneien ist auch nicht möglich – denn es ist einfach zu warm. Auf über 1.000 Metern hat es 10 (!) Grad plus.

Ausnahmejahr 2011: Warm und kein Niederschlag

  • Im Westen liegen die Temperaturen um sieben Grad höher als im November üblich. Paradox: Im Osten liegen die Temperaturen unter dem Mittelwert. Am Wochenende kommt zwar ein wenig Regen. Auch eine Mini-Schneedecke von ein bis drei Zentimetern könnte sich entlang der Alpennordseite bilden. Aber den Skigebieten wird das nicht viel helfen.
  • Ein ausgedehntes beständiges Hochdruckgebiet über Europa blockiert seit drei Wochen den Vorstoß von atlantischen Tiefdruckgebieten. „Die letzten flächendeckenden Niederschläge gab es am 26. Oktober“, sagt Klimatologe Alexander Orlik vom ZAMG. „In Innsbruck regnete es sogar seit dem 20. Oktober nicht mehr.“

Bis 8. Dezember muss es schneien – sonst Krise
Noch sind die Hoteliers und Bergbahnen-Betreiber gelassen. Krisenstimmung kommt erst auf, wenn am 8. Dezember die Pisten noch immer grün sind. „Da wird’s aus betriebswirtschaftlicher Sicht kritisch, weil auch die Buchungen für Weihnachten dann wackeln“, so Ernst Brandstätter, Bergbahnen-Chef in der Flachau. Jetzt hilft nur mehr beten.

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Bewölkt und regnerisch. 4/12°

Von ein paar Auflockerungen im Süden abgesehen ist es meist dicht bewölkt und von Westen her gibt es zeitweise Niederschläge. Die Schneefallgrenze liegt meist zwischen 1200 und 2000m, im Norden und Osten kann es vorübergehend fast bis in tiefe Lagen Schneefall oder Schneeregen geben. Am Nachmittag liegt die Schneefallgrenze hier meist zwischen 500 und 1200m Seehöhe. Der Wind weht im Osten und Süden nur schwach, sonst mäßig aus West bis Nordwest. Tageshöchsttemperaturen im Norden, Osten und Südosten nur 3 bis 9 Grad, sonst 10 bis 18 Grad, mit den höchsten Temperaturen in Osttirol. Heute Nacht: Entlang der Alpennordseite überwiegen häufig noch dichte Wolken und Restniederschläge klingen, abgesehen vom inneralpinen Bereich meist in der ersten Nachthälfte, ab. Später lockert es vor allem im Osten und ganz im Westen bis zum Morgen nach und nach auf, im inneralpinen Bereich bleibt es hingegen meist dicht bewölkt. Es weht schwacher Wind aus West bis Nordwest. Die Tiefsttemperaturen der Nacht liegen zwischen minus 3 und plus 7 Grad, mit den niedrigsten Werten im Norden vom Mühl- bis ins Weinviertel und mit den höchsten Temperaturen in Vorarlberg.
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