05. November 2012 | 07:45 Uhr

sandy_ny_ap.jpg © AP

Chaotische Zustände

Nach "Sandy" kommt Kältewelle

Nach Hurrikan "Sandy" bereiten sich New Yorker auf Kälteeinbruch vor.

Nach dem verheerenden Wirbelsturm "Sandy" vor knapp einer Woche steht den New Yorkern nun ein Kälteeinbruch bevor. Das Rote Kreuz erklärte am Samstag, vor dem für Mittwoch angekündigten Herbststurm bemühe es sich verstärkt um die Einrichtung warmer Unterkünfte für die Hurrikanopfer ohne Heizung. An der US-Ostküste sorgte vielerorts Treibstoff-Knappheit für chaotische Zustände, rund 2,5 Millionen Menschen waren weiter ohne Strom.

Regenfälle
Die Temperaturen in New York fielen am Wochenende, der Herbststurm am Mittwoch sollte mit Regenfällen einhergehen. Der Rot-Kreuz-Beauftragte Charley Shimanski sagte, seine Organisation arbeite eng mit den Behörden zusammen, um Aufwärmmöglichkeiten und warme Unterkünfte einzurichten und Decken und Kissen zu verteilen.

Kein Strom
In New York waren am Wochenende mehr als 871.000 Menschen infolge von "Sandy" weiter ohne Strom, wie der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, sagte. Weil viele Heizungen elektrisch betrieben werden, saßen daher zahlreiche Einwohner in kalten Wohnungen. Allerdings konnte in Manhattan die Stromversorgung fast vollständig wiederhergestellt werden. Einsatzkräfte arbeiteten am Wochenende daran, die Versorgung in den Schulen sowie in den Wahllokalen für die Präsidentschaftswahl am Dienstag wiederherzustellen.

An der gesamten US-Ostküste waren wegen "Sandy" noch etwa 2,5 Millionen Menschen ohne Strom, wie das US-Energieministerium mitteilte. Allein im am schwersten betroffenen Bundesstaat New Jersey waren es 1,2 Millionen.



Benzinmangel

Ein weiteres schwerwiegendes Problem war der Benzinmangel. In der Millionenmetropole New York waren mehr als ein Drittel der Tankstellen geschlossen. Daher wurden fünf Verteilerstellen für Gratis-Benzin geöffnet, doch warteten hunderte Menschen stundenlang vergeblich auf das Eintreffen der Tanklaster.

Gouverneur Cuomo versicherte, dass die im New Yorker Hafen blockierten Öltanker nun wieder die Pipeline für die Stadt versorgen könnten. "Das Schlimmste haben wir hinter uns", sagte Cuomo. "Sie müssen nicht in Panik geraten." Auch 80 Prozent der New Yorker U-Bahnen hätten ihren Betrieb wieder aufgenommen. Bürgermeister Michael Bloomberg äußerte sich ebenfalls optimistisch. Die Benzin-Knappheit werde "in zwei oder drei Tagen behoben sein", sagte er.

Im benachbarten Bundesstaat New Jersey waren nach Berichten lokaler Medien vier Fünftel der Tankstellen geschlossen. Gouverneur Chris Christie ordnete für einige Gegenden die Rationierung von Benzin an. Einige Autofahrer in New Jersey berichteten, sie hätten acht Stunden angestanden, um ihren Tank zu füllen.

 Durch "Sandy" waren vor knapp einer Woche allein in New York 42 Menschen ums Leben gekommen, in allen 15 betroffenen US-Bundesstaaten waren es mindestens 109 Todesopfer. Schätzungen zufolge verursachte das Unwetter Schäden in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar.

Marathon abgesagt
Wegen der Sturmfolgen sagte Bloomberg nach langem Zögern den New York Marathon ab. Mit der Absage des für Sonntag geplanten Großereignisses beugte sich der Bürgermeister dem Druck von Bürgern und Kommunalpolitikern. "Wir wollten nicht, dass ein Schatten über dem Rennen oder seinen Teilnehmern liegt", begründete Bloomberg die Absage des Marathons, der erstmals vor 40 Jahren stattfand.

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