13. Dezember 2012 | 10:46 Uhr

lawine © APA

Mildes Wetter und Regen

Lawinengefahr steigt weiter an

Erwärmung mit Regen lässt Lawinengefahr zwischenzeitlich ansteigen.

Die Lawinengefahr in Tirol bleibt auch in den nächsten Tagen "erheblich" und könnte zwischenzeitlich in mittleren Lagen noch etwas ansteigen. Verantwortlich dafür ist die prognostizierte Erwärmung mit Regen, erklärte der Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes Rudi Mair der APA am Donnerstag. Während sich Erwärmung grundsätzlich positiv auf die Lawinengefahr auswirke, kann Regen kurzfristig zu einem rapiden Verlust der Festigkeit der Schneedecke und zu Selbstauslösungen führen.

Lockerer Neuschnee
"Generell gilt, dass Kälte die Lawinengefahr konserviert", sagte Mair. Die derzeit aktuellen Gefahrenmuster sind daher auch kalter, lockerer Neuschnee und Wind. Letzterer beeinflussen sowohl den fallenden als auch den bereits abgelagerten Schnee und ist einer der wesentlichsten Faktoren, die zur Lawinenbildung führen. Je kälter der verfrachtete Schnee, desto empfindlicher reagiert er auf Belastung, weil die Sprödigkeit zunimmt, so der Experte.

Erwärmung hingegen könne zu einem Setzen der Schneedecke beitragen und damit mittelfristig zu einer Entspannung der Situation führen. Wird diese aber von Regen begleitet, wirke sich das negativ aus, denn dieser sei ebenfalls unter den zehn Gefahrenmustern zu finden. Diese seien aus 25 Jahren praktischer Arbeit in der Lawinenkunde entstanden. Es habe sich nämlich gezeigt, dass kaum ein Lawinenunfall "zufällig" passiere. Fast immer stehe eine Abfolge von Wetterlage und daraus resultierendem Schneedeckenaufbau dahinter.

Neben den genannten Mustern seien unter anderem "der zweite Schneefall", "Gleitschnee", "Schnee nach langer Kälteperiode", "schneearme Bereiche in schneereichen Wintern", "eingeschneiter Oberflächenreif" bzw. "eingeschneite Graupel" und die sogenannte Frühjahrssituation als immer wiederkehrende, offensichtliche Gefahrensituationen definiert.

Gefahr geht nur langsam zurück
Die Lawinengefahr in den Tiroler Tourengebieten werde in den nächsten Tagen nur langsam zurückgehen und sei oberhalb von etwa 2.200 Metern als "erheblich", also Stufe "3" der fünfteiligen Skala einzustufen. Die Hauptgefahr gehe dabei unverändert von frischen und älteren Triebschneeansammlungen aus. Diese können zum Teil durch geringe Zusatzbelastung, beispielsweise durch einen Wintersportler, ausgelöst werden. Unterhalb von 2.000 Metern könne es vereinzelt auch zu Selbstauslösungen von Gleitschneelawinen kommen.

Laut den Meteorologen der ZAMG-Wetterdienststelle Innsbruck werde die kalte Nordwestströmung über Tirol am Freitag von einer deutlich milderen West- bis Südwestströmung abgelöst. Am Samstag soll ein Warmfront folgen.

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W und N schaueranfällig, sonst sonniger, 8/16°

Im Westen und Norden überwiegen meist die Wolken und hier regnet es zumindest zeitweise ein wenig, nachmittags dann auch häufiger. Erst abends lockert es in Vorarlberg wieder vermehrt auf. Weiter im Osten gibt es höchstens einzelne Regentropfen, aber nur zwischendurch etwas Sonne, ehe es hier zum Abend hin auch zu regnen beginnt. Generell wetterbegünstigt ist der Südosten, hier scheint öfter die Sonne. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Südost bis West. Nachmittagstemperaturen 13 bis 20 Grad. Heute Nacht: Am Abend und in der ersten Nachthälfte zieht die Störungszone über den Osten und Südosten ab und bringt zunächst noch recht verbreitet etwas Regen. Von Westen her lockert es aber immer öfter auf. Im Bergland der Alpennordseite halten sich Restwolken hingegen recht hartnäckig und hier ziehen auch später noch Schauer durch. Die Schneefallgrenze sinkt auf 1500 bis 1800m Seehöhe. Der Wind frischt im Osten teils mäßig, in exponierten Lagen auch lebhaft auf, sonst ist es eher windschwach. Tiefsttemperaturen 3 bis 11 Grad.
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