04. Juli 2012 | 23:40 Uhr

Unwetter im Bezirk Knittelfeld © Thomas Zeiler /BFVKF

Bilanz

Jahrhundert-Gewitter wütete über Österreich


Eine riesige Gewitterfront sorgte für Muren, Regen & Chaos.

Es war die Hölle auf Erden: Dienstagabend wüteten so heftige Unwetter, dass einige Orte sogar von der Außenwelt abgeschnitten waren. Die Bilanz.

Es begann ganz harmlos und wurde dann doch zum heftigsten Unwetter, das heuer über ­Österreich fegte: Am Dienstag zog eine riesige Gewitterfront übers Land, und die Folgen waren dramatisch. Hunderte Keller wurden geflutet, Strommasten knickten wie Streichhölzer um, Dutzende Straßen wurden einfach weggeschwemmt. „Diese Gewitter waren heftiger als normal“, erklärt auch Experte Klaus Stadlbacher von der ZAMG. Ein Überblick:

Steiermark: In nur 
90 Minuten fielen 
bis zu 177 Liter Regen!
Am stärksten traf es am Dienstag die Steiermark, hier besonders das Murtal. Peter Bacher, Bürgermeister von Amering, erklärt: „In kürzester Zeit gab es keinen Strom mehr, wurden Wege und Wasserleitungen einfach weggerissen.“ Amering war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, etliche Häuser sind durch die Wasserschäden nicht mehr bewohnbar. „Der Schaden geht in die zig Millionen“, erklärt der schockierte Bürgermeister.

In insgesamt vier steirischen Gemeinden wurde Katastrophenalarm ausgerufen, bis zu vier Zentimeter groß waren die niedergehenden Hagelkörner.



Kärnten: Orkanböen, überflutete Keller und umgestürzte Bäume
Rund 150-mal mussten die Feuerwehren im Kärntner Lavanttal ausrücken. Besonders in Wolfsberg, St. Andrä, Reichenfels und Bad St. Leonhard mussten Hunderte Keller von der Feuerwehr wieder leergepumpt werden.

Niederösterreich: Nach Blitzschlägen brannten Häuser nieder
In Leobersdorf brannte nach einem Blitzschlag der Dachstuhl eines Einfamilienhauses. Im Bezirk Neunkirchen waren gleich drei Gebäude betroffen, in Rohrbach konnte eine 80-Jährige in letzter Sekunde aus ihrer brennenden Wohnung gebracht werden. Insgesamt blitzte es am Dienstag 53.803-mal. Allein in der Steiermark wurden 24.590 Unwetter gezählt, in Niederösterreich waren es 12.268. Wenigstens die Hauptstadt blieb weitgehend verschont: Zwar gab es in Wien auch heftige Gewitter, Schäden gab es aber kaum.

Insgesamt steht fest: Auch die kommenden Tage bleiben gewitterreich, aber auch immer wieder sonnig.

Diashow: Die Unwetter richten schwere Schäden an

Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Chaos durch Unwetter
Knittelfeld
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Chaos durch Unwetter
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Zug in Mure entgleist
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Chaos auf den Straßen
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Chaos auf den Straßen
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Chaos durch Unwetter
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz
Die Unwetter richteten schwere Schäden und Chaos an.
Chaos durch Unwetter
Schwere Hagelschauer suchten vor allem den Süden Österreichs heim.
Schwere Hagelschauer im Süden


Klimaforscherin warnt: Gewitter werden von Jahr zu Jahr heftiger und immer mehr

Über Österreich wüten Unwetter fast im „Minutentakt“. Ernten fallen aus und: Es wird noch schlimmer.

Das Wetter spielt heuer total verrückt: Während es Mitte Mai noch Frost gab, war der Juni der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch in den letzten Tagen zeigt sich: Unser Wetter schwankt fast stündlich zwischen Badewetter und Mega-Unwettern.

Die Folgen sind schon jetzt klar: Die Ernten werden in diesem Jahr deutlich schlechter ausfallen als sonst. Mit Ausfällen von bis zu 50 % wird beispielsweise beim Getreide gerechnet.

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb befürchtet: „Die Temperaturen erhöhen sich weiter, genauso die Meere. Dadurch häufen sich Extrem-Wetterlagen, die Gewitter begünstigen.“

Das Jahr 2012 wird auch im Juli und August von heftigen Unwettern heimgesucht werden. Es wird ein Sommer der Extreme.

(mud)