16. Dezember 2013 | 08:30 Uhr

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Schneechaos in Nahost

Heftigster Wintersturm seit Jahrzehnten

Tausende von Menschen sind ohne Strom der eisigen Kälte ausgeliefert.

Der heftigste Wintersturm seit Jahrzehnten hat Teile des Nahen Ostens ins Chaos gestürzt. In Israel waren nach Schneefällen rund um Jerusalem und Überschwemmungen in niedrigeren Lagen am Sonntag immer noch 16.000 Haushalte ohne Strom. Damit saßen die Menschen nicht nur im Dunkeln, sondern auch in kalten Wohnungen, die meist nur elektrisch zu beheizen sind.

Abgeschnitten

Die Stadt war am Wochenende weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Polizei und Militär waren rund um die Uhr im Einsatz, um Menschen in Not zu bergen. Am Sonntag besserte sich die Wetterlage allerdings leicht.

Im Libanon waren am Samstag Einheiten des Katastrophenschutzes landesweit unterwegs, um Straßen freizumachen, die in der Nacht zuvor eingeschneit worden waren. In Kairo, wo am Freitag erstmals seit Jahrzehnten in manchen Vororten Schnee gefallen war, gab es in der Nacht auf Sonntag nur noch Nebel und leichten Nieselregen.

Zwei Tote

In Israel starben in Folge des Unwetters mindestens zwei Menschen. Ein Mann stürzte von Dach seines Hauses, als er ein Loch zu flicken versuchte. Ein Baby kam bei einem Wohnungsbrand ums Leben, der durch einen Heizofen ausgelöst worden war. Durch umstürzende Bäume, die auf überirdische Strommasten fielen, wurde an vielen Orten die Stromversorgung unterbrochen.

In Jerusalems biblischen Zoo fielen dem Wintersturm sieben Tiere zum Opfer. Eine vom Wind umgeworfene Palme habe zwei Flamingos unter sich begraben, außerdem seien drei Vögel und zwei junge Nabelschweine (Pekaris) erfroren, sagte Sprecherin Sigalit Herz am Sonntag.

In Jerusalem lag am Sonntag noch Restschnee. Wegen vereister Straßen gab es zu Beginn der israelischen Arbeitswoche auch kaum öffentliche Verkehrsmittel. Die Schulen blieben wie auch im Norden des Landes geschlossen und die Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser erst am späten Morgen zu verlassen. Die Autobahn nach Tel Aviv war auch Sonntag früh wegen Unfallgefahr noch für Privatfahrzeuge gesperrt.

Schwierige Lage

Besonders zu leiden hatten viele Menschen im palästinensischen Gazastreifen. Dort ist die soziale Lage wegen der langjährigen israelischen und seit Juli auch ägyptischen Blockade ohnehin schon schwierig. Fast 100 Menschen wurden verletzt, weil ihre oft nur aus Wellblech zusammengezimmerten Notunterkünfte dem Sturm nicht standhielten. Mehr als 2.200 Menschen mussten aus überfluteten Häusern gerettet werden. Zudem gibt es nur selten Strom. Heizmaterial ist auch knapp.

In Syrien und im Libanon entspannte sich die Wetterlage am Sonntag etwas. Im Libanon waren in der Nacht auf Samstag in der östlichen Bekaa-Ebene bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen, wie die Online-Ausgabe der Tageszeitung "Daily Star" berichtete. In den Bergregionen des Südlibanon, die an Israel grenzen, fiel Schnee bis in Lagen von 500 Metern. Nächste Woche wird wieder milderes Wetter erwartet.
 

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