24. April 2012 | 05:09 Uhr

feuerbrand_torner.jpg © TZ ÖSTERREICH / Torner

28 Grad

Feuerbrandgefahr steigt mit Temperaturen

Mit dem  Warmwetter steigt in Vorarlbergs Obstkulturen das Feuerbrand-Infektionsrisiko.

Mit dem für das Wochenende angesagten Warmwetter steigt in Vorarlbergs Obstkulturen das Feuerbrand-Infektionsrisiko. Während im Raum Feldkirch einige Birnbaum-Sorten schon im Abblühen begriffen seien, werden in seenahen Anlagen die Blüten erst aufgehen. Man müsse abwarten, wie hoch das Quecksilber in den nächsten Tagen klettere und wie lange sich Temperaturen über 22 Grad Celsius halten. "Wenn wir zwei Tage lang 28 Grad haben, ist die kritische Bakterienvermehrung schon in eineinhalb Tagen abgeschlossen", so Ulrich Höfert von der Vorarlberger Landwirtschaftskammer über die für eine Infektion nötigen Bedingungen.

Wie Impfung
n den vergangenen Wochen habe wegen des kühlen Wetters bisher keine Gefahr bestanden. Nach dem im vergangenen Jahr abgeschlossenen Interreg IV-Programm zur Feuerbrandbekämpfung in den Bodenseeanrainerländern habe man eine deutlich größere Bandbreite an einsetzbaren Gegenmitteln zur Verfügung, sagte Höfert. "In fünf Betrieben haben wir etwa vorbeugend ein Braunalgenpräparat ausgebracht", so der Experte. "Vacciplant" muss mindestens zehn Tage vor der Infektion auf die Bäume gespritzt werden und wirkt wie eine Impfung: Der Baum nimmt einen Befall an und bildet Abwehrstoffe. In der Steiermark habe man gute Erfahrungen mit dem Mittel gemacht, vor allem in Kombination mit dem Gesteinsmehl "Mykosin". Beide Mittel sind laut Höfert im Bio-Anbau anwendbar.

Widerstandsfähige Obstsorten
"Die aus dem Interreg-Projekt hervorgegangenen Produkte haben alle eine gewisse Wirkung, auch wenn diese gerade bei Extrembedingungen leider nicht an Streptomycin heranreicht. Häufig gibt es auch noch wenig Erfahrungen über die Anwendung in der Praxis", erklärte Höfert. Einige weitere Stoffe befänden sich im Versuchsstadium. In der Umstellung auf widerstandsfähigere Obstsorten gebe es Fortschritte. In einem gemeinsam mit Baumschulen lancierten Pilotprojekt wurden im vergangenen Herbst fünf der feuerbrand-toleranten Obstbaumarten in begrenzter Stückzahl angeboten, diese Bäume seien großteils verkauft, so Höfert, der darin "ein gutes Zeichen" sah.

Vorarlberg kämpft seit 1993 gegen den Feuerbrand, der durch das Bakterium "Erwinia amylovora" ausgelöst wird. Seither hat sich die Pflanzenkrankheit über ganz Österreich verbreitet. Das Bakterium gilt als hochansteckend, erkrankte Bäume und Sträucher bedeuten einen Infektionsherd für die ganze Gegend. Viele Tausend Bäume mussten in den vergangenen Jahren gerodet werden. 2005 wurde in Vorarlberg erstmals das umstrittene Antibiotikum Streptomycin eingesetzt, seit 2008 wurde es bei akuter Gefahr auch in anderen Bundesländern zugelassen und etwa in der Steiermark auch ausgebracht. In Vorarlberg soll es künftig nur mehr in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.
 

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Im W mehr Wolken und etwas Regen, im O mehr Sonne. 5/17°

Eine nur langsam ziehende Störungszone bringt im Westen und Südwesten dichte Wolken sowie nachmittags auch etwas Regen. In Vorarlberg sinkt die Schneefallgrenze bis zum Abend auf rund 500 bis 800m Seehöhe ab, sonst liegt sie meist noch zwischen 1200 und 1500m Seehöhe. Überall sonst überwiegt noch der Sonnenschein, auch wenn einige hohe Wolkenfelder durchziehen und am Nachmittag Quellwolken entstehen. Der Wind bläst in Föhnstrichen entlang des Alpenhauptkammes sowie auch im Osten lebhaft bis kräftig aus Süd, sonst meist nur schwach bis mäßig. Tageshöchsttemperaturen im Westen und Südwesten 8 bis 13 Grad, sonst 14 bis knapp 20 Grad, mit den höchsten Werten ganz im Osten. Heute Nacht: In der Nacht regnet und schneit es im Westen und Südwesten immer wieder. Die Schneefallgrenze sinkt an der Alpennordseite auf 500 bis 900m, im Süden bleibt sie bei rund 1200m Seehöhe. Nach Osten zu verläuft die Nacht eher nur gering bewölkt. Der teils noch mäßige bis lebhafte Südwind im Bergland und im Osten lässt deutlich nach. Tiefsttemperaturen minus 1 bis plus 5 Grad.
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