23. Jänner 2013 | 08:07 Uhr

Kälte in der Ukraine © Reuters

Klirrende Kälte

Dutzende Kältetote in Polen und Russland

Minus 20 Grad: Menschen starben auch an Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Wegen der klirrenden Kälte sind in Polen, Russland und Litauen bereits mehrere Menschen gestorben. Seit Jahresbeginn erfroren in Polen 19 Menschen, allein drei am vergangenen Sonntag. Angesichts eines erwarteten Temperaturrückgangs auf minus 20 Grad Celsius und mehr in den kommenden Tagen mahnte das Innenministerium in Warschau am Dienstag daher zu erhöhter Achtsamkeit.

Obdachlose und Betrunkene
Vor allem Obdachlose und Betrunkene könnten, wenn sie bei den derzeitigen Minusgraden an Haltestellen oder Hofeingängen einschlafen, leicht erfrieren. Auch die Nachbarn älterer Menschen sollten verstärkt darauf achten, ob ihre Mitbewohner sicher vom Einkaufen zurück gekehrt sind.

Gleichzeitig warnte das Ministerium vor alten fehlerhaften Öfen - seit Winterbeginn starben in Polen bereits 66 Menschen an den Folgen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Im gleichen Zeitraum erfroren insgesamt 90 Menschen.

Leitungen kaputt

Nachdem Eis die Leitungen zum Bersten brachte, waren am Dienstag außerdem Zehntausende Polen ohne Strom. Wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete, sind in Südpolen etwa 20.000 Haushalte - vor allem im Norden Krakaus sowie in den Städten Nowy Sacz und Tarnow - betroffen. Auch in Ostpolen waren etwa 20.000 Haushalte vom Stromnetz abgeschnitten. Bis zum frühen Nachmittag arbeiteten mehrere hundert Mitarbeiter der Stromwerke an der Reparatur der Leitungen. Vor allem im Osten des Landes sind viele abgelegene Orte auf verschneiten Straßen nur schwer erreichbar.

190 Kältetote
In Russland stieg die Zahl der Kältetoten auf etwa 190, wie die Behörden in Moskau der Agentur Interfax zufolge mitteilten. Allein in den vergangenen Tagen starben sieben Menschen an Unterkühlung, fünf davon in der Stadt Tjumen rund 1.700 Kilometer östlich von Moskau. Dort wurden am Dienstag Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius gemessen. Seit Beginn des diesjährigen Winters mussten in Russland insgesamt 4.200 Menschen ärztlich behandelt werden.

Bei anhaltenden Minusgraden starb in Litauen eine pflegebedürftige Rentnerin in ihrer unterkühlten Wohnung. Wie die Zeitung "Lietuvos zinios" am Dienstag berichtete, hatte die Schwester der 78-jährigen zuvor einen tödlichen Herzanfall erlitten. Erst nach mehreren Tagen entdeckten Nachbarn die beiden zurückgezogen lebenden Frauen tot in deren gemeinsamer Wohnung.

VIDEO - Gefrorene Bananen um Nägel einzuschlagen:

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Oft sonnig, etwas Nebel, 4/14°

Ein paar hartnäckige Wolkenfelder halten sich vor allem noch in der Landesmitte. Ansonsten scheint die Sonne, oft ist es auch wolkenlos. Meist ist es nur schwach windig. Die Temperaturen liegen am Nachmittag bei 10 bis 20 Grad, mit den höchsten Temperaturen ganz im Westen. Heute Nacht: Die Nacht auf Mittwoch bringt zunächst noch recht verbreitet sternenklare Verhältnisse, von Westen her treffen aber etwa ab Mitternacht vermehrt hohe und mittelhohe Wolkenfelder ein. Auch nach Osten zu macht sich zum Morgen ein Wolkenband bemerkbar. Regen ist meist nicht zu erwarten, höchstens in Vorarlberg kann es in der Früh erste Regentropfen geben. Im östlichen Flachland bilden sich morgens außerdem örtlich Nebel- oder Hochnebelfelder. Der Wind weht nur schwach und kommt aus unterschiedlicher Richtung. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen minus 3 und plus 7 Grad.
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