31. August 2011 | 10:06 Uhr

Hitze / Wetter © APA

Bilanz der Meteorologen

Das war der Sommer: Hitze, Regen, Kälte

Zuerst heiß, dann saukalt und nass, anschließend wieder heiß.

Der Sommer 2011 wird wohl niemandem allzu lange im Gedächtnis bleiben. Zuerst heiß, dann saukalt und nass, anschließend Hitzewelle - wer gerne übers Wetter jammert, der fand in den vergangenen drei Monaten genügend Gelegenheiten. Für die Klimatologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Hohen Warte in Wien war der heurige Sommer ein durchschnittlicher - und gerade deshalb interessant.

Wetter_Prognose.jpg

Für Alexander Orlik besteht der Sommer 2011 vor allem aus Grafiken und Tabellen. Laut diesen statistischen Spaßbremsen war es mit durchschnittlich 18 Grad um ein Grad zu warm, die Niederschlagsmengen waren normal, die Sonnenstunden ausgeglichen - fad. Nicht für Orlik. Denn wirft man einen Blick hinter die Mittelwert-Kulissen, tut sich so manch spannender "Ausreißer" auf. Und rasch kommt man zu dem Schluss - es war eigentlich alles dabei: Gluthitze, Minusgrade, Regenrekorde.

Juli zu kalt
Chancenlos waren im Juli diverse Hochdrucklagen, warme Luft aus dem Süden wurde einfach abgedrängt. Die Folge waren kalte, unwirtliche Tage. Herbst mitten im Hochsommer. Am 3. Juli zeigten die Thermometer in St. Jakob in Defereggen (Osttirol) exakt null Grad an, am Brunnenkogel (T) sogar minus 10,4 Grad. Aber der ist auch 3.400 Meter hoch. Egal, jedenfalls war der Juli insgesamt zwar nur um 0,4 Grad zu kühl, das reichte aber für den inoffiziellen Titel "Kältester Juli seit vielen Jahren".

Hitzewelle im August
Ganz anders präsentierte sich dann der August: nämlich heiß, mitunter sogar glühend. Neun Tage lang schoss das Quecksilber in schwindelerregende Höhen. Am heißesten Tag des Jahres 2011, dem 26. August, wurden in Waidhofen an der Ybbs (NÖ) 38,3 Grad gemessen - mehr als jemals zuvor an diesem Ort. Wie heiß es im gesamten Land tatsächlich war, verdeutlicht aber folgende Statistik: 204 von insgesamt 246 bundesweiten ZAMG-Messstationen registrierten Werte jenseits der 30 Grad.

Und wie geht's weiter?
"Es ist unmöglich, auf den Herbst zu schließen", sagt Orlik. Kollegin Oberzaucher eilt ihm zur Hilfe: "Langzeitprognosen sind noch ein sehr junger Forschungszweig. Was hier errechnet werden sind Wahrscheinlichkeiten, Mittelwerte. Das ist keine Wettervorhersage." Orlik: "Prognosen kann man maximal zehn Tage im Voraus erstellen. Da braucht man aber schon sehr stabile Wetterlagen."
 

Österreich Wetter

  • Jetzt
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15

Westhälfte zunehmend gewittrig, sonst sonnig, 20/32°

Zunächst scheint verbreitet die Sonne, im Osten ist es oft sogar wolkenlos, im Westen zeigen sich bereits mehr Wolken. Bis auf den Südwesten ist es aber meist noch trocken. Im Tagesverlauf entstehen dann aber vor allem im Berg- und Hügelland hochreichende Quellwolken und folglich steigt die Schauer- und Gewitterneigung deutlich an. Am längsten trocken ist es im Nordosten und Osten. Der Wind weht, abseits von Gewittern, schwach bis mäßig aus unterschiedlichen Richtungen. Tageshöchsttemperaturen 28 bis 38 Grad, mit den höchsten Werten im Osten. Heute Nacht: Am Abend sind vor allem im Bergland und im nördlichen Alpenvorland noch letzte Gewitter aktiv, in der Nacht beruhigt sich aber das Wetter und Restwolken lichten sich. In den frühen Morgenstunden treffen mit der aufziehenden Kaltfront allerdings im Westen und Nordwesten allmählich Wolken mit teils gewittrigen Regenschauern ein. Der Wind weht abseits von Gewittern nur schwach. Tiefsttemperaturen 12 bis 24 Grad.
mehr Österreich-Wetter