05. Juli 2013 | 12:27 Uhr

Alte Donau © ÖSTERREICH/ Bruna

Klare Sicht

Alte Donau in Wien mit Badeseequalität

Wasserpflanzen-Management sorgt für Sichttiefe von vier Metern.

Die Badegäste an der Alten Donau in Wien können sich freuen: Die Wasserqualität des Gewässers kann mit zahlreichen Badeseen in Österreich, wie etwa dem Mondsee oder dem Attersee im Salzkammergut mithalten. Wassergüteexperte Karl Donabaum, Geschäftsführer der DWS Hydro-Ökologie lobte den "optimalen Zustand" der Alten Donau, "den es gilt, zu halten und zu stabilisieren", wie er in einem Pressegespräch am Freitag betonte. Das reine Wasser entsteht durch gezieltes Wasserpflanzen-Management.

Klare Sicht
Für die klare Sicht sind Unterwasserpflanzen, sogenannte Makrophyten, verantwortlich. Sie wirken wie biologische Filter, indem sie Nährstoffe binden und dadurch die Trübung verringern. Durch den Einsatz von Mähbooten wird das System im Gleichgewicht gehalten und das optimale Wachstum der Pflanzen garantiert. "Das ist kein Zufall, sondern konsequente Arbeit eines ausgeklügelten Mähmanagements", sagte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Mithilfe von Echo-Sondierungen wird das Pflanzenwachstum unter Wasser regelmäßig kontrolliert und dementsprechend Zonen für uneingeschränktes Wachstum und Mähen eingeteilt.

Mähboote im Einsatz
Seit 2003 sorgen Mähboote dafür, dass das Sonnenlicht die niedriger wachsende Vegetation erreicht. Zudem werden dadurch die Schwimmer von den Pflanzen weniger gestört. Insgesamt setzt die Stadt dafür vier Boote ein: Drei Mähboote sowie ein Sammelboot, das umhertreibende Pflanzenreste aus dem Wasser einfängt.

Mit dem Mähen muss man laut Donabaum früh in der Saison beginnen und "ständig dahinter sein". Für die nächsten zehn Jahre wird die Pflege der Alten Donau das Umweltprojekt von der EU mitgefördert. Weiters bestehe eine Art Masterplan, in dem festgelegt ist, wie man auf Veränderungen reagieren kann. Langfristiges Ziel ist es, niederwüchsige Pflanzen, sogenannte Characeen, in der Alten Donau zu etablieren. Dann wäre das Mähen nicht mehr notwendig.

 Mehr als eine Million Badegäste zählt das Naherholungsgebiet jede Sommersaison. Seit dem vergangenen Jahr sind neue Badeplätze, wie die Terrassen und der Badesteg bei der Kagraner Brücke oder die große Steganlage mit Kiesstrand an der unteren Alten Donau auf Höhe der Große-Bucht-Straße hinzugekommen.
 

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