18. Oktober 2025 | 07:54 Uhr

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Eisige Aussichten

Experten warnen: Jetzt droht uns ein "Jahrhundertwinter"

Ein gestörter Polarwirbel und das Klimaphänomen La Niña könnten in diesem Winter für außergewöhnliche Wetterlagen sorgen. 

Doch während einige Meteorologen bereits vor einem möglichen „Jahrhundertwinter“ warnen, geben Fachleute Entwarnung: Extreme Kältephasen sind zwar möglich – ein Rekordwinter wie 1929 gilt aber als unwahrscheinlich.

Der Polarwirbel ist ein großflächiges Tiefdrucksystem, das sich in großer Höhe über der Arktis bildet. Er reicht von der Troposphäre, in der das Wettergeschehen stattfindet, bis in die Stratosphäre, rund 50 Kilometer über der Erde. In dieser Schicht rotiert ein mächtiger Ring kalter Luft gegen den Uhrzeigersinn um den Nordpol und hält normalerweise die arktische Kälte in den Polarregionen fest.

Doch heuer scheint diese Zirkulation instabil zu sein. Laut dem SWR-Meteorologen Gernot Schütz gibt es Hinweise auf eine gestörte Strömung, die es arktischer Luft erleichtert, nach Europa vorzudringen. Das könne zu Kälteeinbrüchen führen – aber auch zu Phasen mit ungewöhnlich milder Luft aus Südeuropa.

Letzter Jahrhundertwinter 1929

Von einem „Jahrhundertwinter“ wie 1928/29, als in Wien Temperaturen von minus 30 Grad gemessen wurden und die Donau vollständig zufror, sei jedoch nicht auszugehen, betont Schütz. Durch den Klimawandel seien extreme Kälteperioden in Mitteleuropa heute deutlich seltener.

Auch Nikolas Zimmermann von der österreichischen Wetterfirma UBIMET mahnt zur Vorsicht: „Niemand weiß, wie der Winter in Mitteleuropa wird“, schreibt er auf X (vormals Twitter). Insgesamt sei aber davon auszugehen, dass der Winter milder ausfalle als in früheren Jahrzehnten.

Das Climate Prediction Center (CPC) der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) bestätigt, dass sich aktuell La-Niña-Bedingungen entwickeln – ein Wetterphänomen, das in unregelmäßigen Abständen auftritt und tendenziell zu global kühleren Temperaturen führt. Für Europa spiele La Niña allerdings nur eine untergeordnete Rolle, so Zimmermann: „Ihr Einfluss ist gering und höchstens ein kleines Puzzleteil im Gesamtbild.“

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Kältephasen besteht also – konkrete Prognosen lassen sich aber erst rund zwei Wochen im Voraus treffen. Ob die kalte Luft tatsächlich nach Europa gelangt oder sich stattdessen über Nordamerika oder Russland entlädt, bleibt offen. Die entscheidenden Entwicklungen beim Polarwirbel werden sich laut Experten erst im Dezember abzeichnen.

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Im W mehr Wolken und etwas Regen, im O mehr Sonne. 5/17°

Eine nur langsam ziehende Störungszone bringt im Westen und Südwesten dichte Wolken sowie nachmittags auch etwas Regen. In Vorarlberg sinkt die Schneefallgrenze bis zum Abend auf rund 500 bis 800m Seehöhe ab, sonst liegt sie meist noch zwischen 1200 und 1500m Seehöhe. Überall sonst überwiegt noch der Sonnenschein, auch wenn einige hohe Wolkenfelder durchziehen und am Nachmittag Quellwolken entstehen. Der Wind bläst in Föhnstrichen entlang des Alpenhauptkammes sowie auch im Osten lebhaft bis kräftig aus Süd, sonst meist nur schwach bis mäßig. Tageshöchsttemperaturen im Westen und Südwesten 8 bis 13 Grad, sonst 14 bis knapp 20 Grad, mit den höchsten Werten ganz im Osten. Heute Nacht: In der Nacht regnet und schneit es im Westen und Südwesten immer wieder. Die Schneefallgrenze sinkt an der Alpennordseite auf 500 bis 900m, im Süden bleibt sie bei rund 1200m Seehöhe. Nach Osten zu verläuft die Nacht eher nur gering bewölkt. Der teils noch mäßige bis lebhafte Südwind im Bergland und im Osten lässt deutlich nach. Tiefsttemperaturen minus 1 bis plus 5 Grad.
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