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15. Mai 2017 12:51
Wie sich Meereis auf unser Wetter auswirkt
© R. Timmermann / AWI

Neue Forschungsinitiative

Wie sich Meereis auf unser Wetter auswirkt

Klimaforscher wollen Wettervorhersagen für Polarregionen - und damit auch für Europa - verbessern.

Die internationale Forschungsinitiative "Year of Polar Prediction" ist am 15. Mai in Genf gestartet worden. Partner aus über 20 Ländern planen in dem Projekt, die Wetter-, Eis- und Klimaprognosen für Arktis und Antarktis zu verbessern. Damit will man besser verstehen, wie der Klimawandel an den Polen das Wetter in den mittleren Breiten beeinflusst, sowie die Sicherheit in den Polarregionen erhöhen.

Die Initiative wurde von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Alfred Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) ins Leben gerufen. Hintergrund sind die mangelnden Wetterdaten aus der Polarregion, wodurch Wetterprognosen für Arktis und Antarktis unzuverlässig sind. Ziel des "Year of Polar Prediction" (YOPP) ist es, diese Beobachtungslücken zu schließen.

Mehr Messstationen für bessere Modelle
Dazu sollen in den kommenden zwei Jahren verschiedene Messkampagnen in der Arktis und Antarktis durchgeführt und die Zahl der automatischen Messstationen erhöht werden. Die gewonnenen Daten sollen für bessere Modellierungen der Eis- und Wetterentwicklung in den Polarregionen genutzt werden, um die Gefahren zu minimieren, die mit den zunehmenden menschlichen Aktivitäten in diesen Regionen wie die Schifffahrt verbunden sind.

Die Wissenschafter verweisen aber auf noch viel weitreichendere Auswirkungen der Polarregionen, wo die Folgen des Klimawandels deutlicher zu spüren sind als überall sonst auf der Erde. "Die Arktis und Teile der Antarktis erwärmen sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Wir beobachten, wie die Gletscher, das Meereis und die Schneedecke schrumpfen und sich diese Veränderungen unmittelbar auf den Meeresspiegel und die bisher typischen Wetterabläufe auswirken", erklärte Thomas Jung vom AWI in einer Aussendung.

Mehr Wissen brächte auch bessere Vorhersagen für Europa
Derzeit können die Wissenschafter die weitere Entwicklung und das Ausmaß der Veränderungen nur unzureichend vorhersagen. Die Beobachtungslücken in der Arktis beeinträchtigen auch die Qualität der Wetter- und Klimavorhersagen für Europa und Nordamerika. "Aufgrund von Fernwirkungen beeinflusst der Klimawandel in den Polarregionen das Wetter und Klima in den mittleren Breiten, in denen Abermillionen Menschen leben", so WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Die Erwärmung der Luftmassen in der Arktis und der Rückgang des Meereises wirken sich nicht nur auf die Meereszirkulation und den Jetstream aus. "Es scheint auch Verbindungen zu Wetterextremen wie Kälteeinbrüche, Hitzewellen und Trockenperioden in der nördlichen Hemisphäre zu geben", erläuterte Taalas.

Michael Mayer vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien arbeitet im Rahmen des YOPP am Europäischen Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) in Reading in England an einem Projekt, um mittels innovativer Methoden eine bessere Abschätzung des arktischen Meereises zu erhalten. Die Forscher erwarten sich davon nicht nur bessere saisonale Vorhersagen des Meereises, sondern auch verbesserte Prognosen von Fernwirkungen. "Denn das arktische Meereis kann sich auf die Wetterlagen in den mittleren Breiten auswirken, zum Beispiel auf die Häufigkeit von sogenannten Blocking-Lagen", sagte Mayer gegenüber der APA. Dabei handelt es sich um spezielle, sehr stabile Wetterlagen, die zu Hitzewellen und Dürren bzw. Kältewellen führen können.
 




 

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Das Ozonloch entsteht durch Chlor- und Bromatome, die von FCKW und Halonen bei intensiver Sonneneinstrahlung in der Stratosphäre abgespaltet werden und die Ozonschicht zerstören. Begünstigt wird die Bildung des im antarktischen Frühjahr auftretenden Ozonloches durch die tiefen Temperaturen, die Eisvvolken bilden, auf deren Oberfläche dann die ozonzerstörenden Reaktionen ablaufen können. Die Ozonschicht hat für die Erde eine lebenswichtige Funktion, da sie die langwellige und gesundheitsschädliche UVB-Strahlung ausfiltert. Bei einer fortschreitenden Zerstörung der Ozonschicht muß mit klimatischen Veränderungen, Schädigungen an Pflanzen und Tieren sowie einem Ansteigen von Hautkrebserkrankungen gerechnet werden.
 

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