02. Juni 2017 | 11:29 Uhr

Donald Trump © AFP

Umweltpolitik

Klimaforscher: Trump macht USA zu "lebendem Fossil"

Der US-Ausstieg aus dem Pariser Abkommen könnte zum Bumerang werden.

Mit dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen erweise Präsident Donald Trump weder dem Weltklima einen guten Dienst noch seinem Land. Dieses laufe nun Gefahr, zu einem "lebenden Fossil im wahrsten Sinn des Wortes" zu werden. Das erklärte der Wiener Klimaforscher Helmut Haberl im Gespräch mit der APA.

Studien unter anderem aus den USA zeigten nämlich, dass Länder wirtschaftlich umso besser dastehen, je schärfer ihre Umweltauflagen und -standards sind, weil es dort deutlich mehr Innovation gibt, sagte Haberl, der am in Wien ansässigen Institut für Soziale Ökologie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt forscht.

"Jetzt aus dem Klimaabkommen auszusteigen und ein uraltes Energiesystem basierend auf Kohle, Erdöl und Fracking aufrechterhalten zu wollen, ist innovationsschädlich und wird die USA beim technischen Fortschritt deutlich abhängen", erklärte er. Klima hin oder her - fossile Energien seien keine Zukunftstechnologie, denn die Ressourcen wären früher oder später erschöpft. "Wer als erstes gute neue Strukturen aufbaut und neue Technologien findet, wird meiner Meinung nach die Nase bald vorne haben", sagte Haberl. Die anderen Länder sollten daher mit dem Klimaschutz weitermachen und sogar ihre Anstrengungen intensivieren. "Dann bleiben die USA als lebendes Fossil im wahrsten Sinn des Wortes übrig", so der Klimaexperte.

Radikale Änderungen bei anderen Ländern unwahrscheinlich

Eine große Katastrophe bezüglich des Klimawandels wäre es jedoch, wenn die anderen Unterzeichner des Pariser Abkommens nun sagen, dass weitere Anstrengungen ohne die USA keinen Sinn machen, erklärte Haberl. Das sei aber unwahrscheinlich. Dieser Meinung ist auch Holger Rogner vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse in Laxenburg bei Wien. "Andere Länder mit massiven CO2-Emissionen werden ihre Position bezüglich des Pariser Abkommens überdenken, aber ein radikales Umschalten ist unwahrscheinlich", erklärte er.

Zum Beispiel China und Indien hätten enorme Probleme mit der Luftqualität und die Verbrennung von Kohle sei daher stark beschränkt. Auch die EU würde wohl das Pariser Abkommen weiter voll umsetzen. Selbst in den USA würde das Ausscheiden aus dem Klimaabkommen den bereits eingeschlagenen Weg nur bedingt beeinflussen. "Bundesstaaten wie Kalifornien werden ihre lokalen Umweltgesetze nicht von Washington aufweichen lassen", so Rogner. Kohle würde schon deshalb kaum revitalisiert, weil Gas viel billiger ist und markante Stromkunden wie Walmart, Apple und Amazon oft auf die Lieferung von 'erneuerbar erzeugtem' Strom bestehen.

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In den Niederungen Nebel, sonst Sonne, -10/1°

Hoher Luftdruck ist zur Wochenmitte in Österreich wetterbestimmend. Damit scheint die Sonne in den meisten Landesteilen von einem nahezu wolkenlosen Himmel. Lediglich im Osten, am Alpenostrand, in Unterkärnten sowie auch in der Südoststeiermark gibt es zunächst lokale Nebel- oder Hochnebelfelder von unterschiedlicher Beständigkeit. Der Wind aus Ost bis Süd weht im östlichen Flachland, im Wiener Becken sowie auch generell an der Alpennordseite mäßig bis lebhaft. Die Tageshöchsttemperaturen in den Niederungen im Osten minus 5 bis plus 2 Grad. In mittleren Höhenlagen im Westen werden bis 9 Grad erreicht. Heute Nacht: Abseits der typischen Nebelgebiete verläuft die Nacht auf Donnerstag in weiten Teilen wolkenlos und klar. In den Niederungen, vor allem aber im Norden und Osten, im Waldviertel sowie verbreitet im Burgenland breiten sich bis zum Morgen wieder Nebel und Hochnebel aus. Der Wind kommt aus Ost bis Süd und weht im Osten anfangs noch mäßig. Die Temperaturen umspannen in der Nacht minus 15 bis minus 2 Grad.
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